SĂŒdafrikas, PrĂ€sident

SĂŒdafrikas PrĂ€sident gibt neues Regierungskabinett bekannt

01.07.2024 - 08:06:47

20 von 32 Ministerien fallen dem Afrikanischen Nationalkongress (ANC) zu. Damit hÀlt die Partei weiter den Löwenanteil - muss aber dennoch einige Posten an die Opposition abgeben.

 

Pretoria (dpa) – SĂŒdafrikas PrĂ€sident Cyril Ramaphosa hat sein neues Kabinett bekanntgegeben. In einer TV-Ansprache bestĂ€tigte das Staatsoberhaupt die Abgabe von 12 Ministerposten an Oppositionsparteien.

Die grĂ¶ĂŸte Oppositionspartei, die Demokratische Allianz (DA), ĂŒbernimmt sechs Ämter. DA-Parteichef John Steenhuisen fĂ€llt das Landwirtschaftsministerium zu. Mit 20 Ministerien, darunter SchlĂŒsselministerien wie das Außen-, das Verteidigungs-, das Energie- und das Finanzministerium, behĂ€lt der Afrikanische Nationalkongress (ANC) den Löwenanteil der Kabinettsposten. 

Kabinett grĂ¶ĂŸer als zuletzt

Mit insgesamt 32 Ministerposten ist das Kabinett um zwei Sitze grĂ¶ĂŸer als in den Vorjahren. Hintergrund ist die Zusammensetzung der neuen Regierung. Diese besteht aus elf Parteien, die in einer Regierung der Nationalen Einheit (GNU) die Geschicke von Afrikas stĂ€rkste Volkswirtschaft leiten sollen. Ramaphosas Partei, der ANC, hat nach einem massiven Machtverlust bei den Parlamentswahlen am 29. Mai erstmals in 30 Jahren die absolute Mehrheit verloren und kann nicht mehr allein regieren.

FĂŒr die neue Regierung haben Wirtschaftswachstum, soziale Gerechtigkeit und eine demokratische Erneuerung des Landes PrioritĂ€t. Ebenso die BekĂ€mpfung von Armut, Arbeitslosigkeit und KriminalitĂ€t. Auch gegen Korruption und die Ausbeutung des Staates soll vorgegangen werden. 

Wackeliges KoalitionsbĂŒndnis

Das RegierungsbĂŒndnis ist eine Art Große Koalition, jedoch ohne feste Koalitionsvereinbarungen. Politischen Analysten zufolge sind die StabilitĂ€t und EffektivitĂ€t einer solchen Regierungsform fraglich. Als Zugangsland zu einem Kontinent, der aufgrund seiner fĂŒr die Energiewende benötigten Rohstoffvorkommen international immer wichtiger wird, sind die politischen Ereignisse in SĂŒdafrika auch fĂŒr Deutschland und Europa relevant. SĂŒdafrika ist zudem das einzige afrikanische Mitglied in der Gruppe der großen Wirtschaftsnationen (G20).

@ dpa.de