IPBES: Unternehmen gefÀhrden durch Naturzerstörung eigene Zukunft
09.02.2026 - 15:02:10IPBES ist ein zwischenstaatliches Gremium zur wissenschaftlichen Politikberatung fĂŒr das Thema biologische Vielfalt, vergleichbar mit dem Weltklimarat IPCC. Nach EinschĂ€tzung der Experten kamen zwei Drittel der naturzerstörenden Finanzströme aus dem Privatsektor (4,9 Billionen US-Dollar) und ein Drittel aus umweltschĂ€dlichen Subventionen (ca. 2,4 Billionen US-Dollar).
Eine der zentralen Botschaften des Berichts ist, dass alle Unternehmen von der biologischen Vielfalt abhĂ€ngig sind und sie beeinflussen. Die aktuellen Rahmenbedingungen, unter denen Unternehmen tĂ€tig sind, seien jedoch nicht immer mit der Verwirklichung einer gerechten und nachhaltigen Zukunft vereinbar und förderten systemische Risiken, so die Wissenschaftler. Durch Zusammenarbeit, kollektive und individuelle MaĂnahmen könne ein förderliches Umfeld geschaffen werden, in dem Unternehmen zu einer gerechten und nachhaltigen Zukunft beitragen können.
Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) bezeichnete den Bericht als wichtigen Impuls. "Unternehmen haben viele Möglichkeiten, zum Erhalt unserer Natur beizutragen und es ist wichtig, dass sie es auch tun", sagte er. "Das ist auch in ihrem ureigenen langfristigen Interesse, denn die Natur bildet die Grundlage jeden Wirtschaftens. Die Politik kann die richtigen Rahmenbedingungen und Anreize setzen, damit erfolgreiches Wirtschaften, eine intakte Umwelt und soziale Gerechtigkeit Hand in Hand gehen."
Bundesforschungsministerin Dorothee BĂ€r (CSU) ergĂ€nzte, der Schutz der biologischen Vielfalt sei eine zentrale Zukunftsaufgabe, die man nur gemeinsam mit einer starken Wirtschaft bewĂ€ltigen könne. "Intakte Ăkosysteme sind wichtig fĂŒr Wohlstand, stabile Lieferketten und langfristige WettbewerbsfĂ€higkeit in Deutschland", sagte sie. "Der IPBES-Bericht verdeutlicht, welche groĂe Rolle Forschung und moderne Technologien spielen, um mit innovativen AnsĂ€tzen den Schutz von Natur und Artenvielfalt voranzubringen."
Aktuell sind laut IPBES bis zu eine Million Arten vom Aussterben bedroht. Das Artensterben ist heute mindestens zehn- bis einhundertmal höher als im Durchschnitt der letzten zehn Millionen Jahre. Die biologische Vielfalt und die Leistungen von Ăkosystemen wie Nahrung, sauberes Wasser und Medizin sind fĂŒr das Ăberleben der Menschheit essenziell. Menschliche AktivitĂ€ten sind nach Angaben des WeltbiodiversitĂ€tsrats die Hauptursache des BiodiversitĂ€tsverlusts.


