9-11-Jahrestag, USA-Politik

25 Jahre nach 9/ 11: USA gedenken der Opfer und der vielen Toten durch SpÀtfolgen

Veröffentlicht am: 11.09.2026 um 18:10 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Die USA haben 25 Jahre nach den AnschlÀgen vom 11. September 2001 mit zahlreichen Zeremonien der fast 3.000 Opfer und der vielen Toten durch SpÀtfolgen gedacht. Neben Trauer und Erinnern prÀgten auch politische Konflikte den Jahrestag.

  • Zwei der vier entfĂŒhrten Flugzeuge flogen in die ZwillingstĂŒrme in Manhattan. (Archivbild) - Bild: Pentagon/dpa
    Zwei der vier entfĂŒhrten Flugzeuge flogen in die ZwillingstĂŒrme in Manhattan. (Archivbild) - Bild: Pentagon/dpa
  • 25 Jahre sind seit den verheerenden AnschlĂ€gen in New York und anderen Orten der USA vergangen. (Archivbild) - Bild: Julia Nikhinson/AP/dpa
    25 Jahre sind seit den verheerenden AnschlÀgen in New York und anderen Orten der USA vergangen. (Archivbild) - Bild: Julia Nikhinson/AP/dpa
  • Rauchschwaden steigen aus einem der TĂŒrme des World Trade Centers auf. (Archivbild) - Bild: Chao Soi Cheong/AP/dpa
    Rauchschwaden steigen aus einem der TĂŒrme des World Trade Centers auf. (Archivbild) - Bild: Chao Soi Cheong/AP/dpa
  •  Fast 3.000 Menschen kamen durch die verheerenden Attacken vor 25 Jahren ums Leben. (Archivbild) - Bild: Marty Lederhandler/AP/dpa
    Fast 3.000 Menschen kamen durch die verheerenden Attacken vor 25 Jahren ums Leben. (Archivbild) - Bild: Marty Lederhandler/AP/dpa
  • New York nach den AnschlĂ€gen am 11. September. (Archivbild) - Bild: Beth A. Keiser/AP/dpa
    New York nach den AnschlÀgen am 11. September. (Archivbild) - Bild: Beth A. Keiser/AP/dpa
  • New Yorks BĂŒrgermeister Mamdani gedenkt der Opfer am Ground Zero.  - Bild: Pamela Smith/FR172156 AP/AP/dpa
    New Yorks BĂŒrgermeister Mamdani gedenkt der Opfer am Ground Zero. - Bild: Pamela Smith/FR172156 AP/AP/dpa
  • Das Ehepaar Obama gedenkt der Opfer in New York.  - Bild: Adam Gray/AP Pool/dpa
    Das Ehepaar Obama gedenkt der Opfer in New York. - Bild: Adam Gray/AP Pool/dpa
  • US-PrĂ€sident Trump gedenkt den Opfern der TerroranschlĂ€ge vom 11. September 2001. - Bild: Mark Schiefelbein/AP/dpa
    US-PrÀsident Trump gedenkt den Opfern der TerroranschlÀge vom 11. September 2001. - Bild: Mark Schiefelbein/AP/dpa
Zwei der vier entfĂŒhrten Flugzeuge flogen in die ZwillingstĂŒrme in Manhattan. (Archivbild) - Bild: Pentagon/dpa 25 Jahre sind seit den verheerenden AnschlĂ€gen in New York und anderen Orten der USA vergangen. (Archivbild) - Bild: Julia Nikhinson/AP/dpa Rauchschwaden steigen aus einem der TĂŒrme des World Trade Centers auf. (Archivbild) - Bild: Chao Soi Cheong/AP/dpa  Fast 3.000 Menschen kamen durch die verheerenden Attacken vor 25 Jahren ums Leben. (Archivbild) - Bild: Marty Lederhandler/AP/dpa New York nach den AnschlĂ€gen am 11. September. (Archivbild) - Bild: Beth A. Keiser/AP/dpa New Yorks BĂŒrgermeister Mamdani gedenkt der Opfer am Ground Zero.  - Bild: Pamela Smith/FR172156 AP/AP/dpa Das Ehepaar Obama gedenkt der Opfer in New York.  - Bild: Adam Gray/AP Pool/dpa US-PrĂ€sident Trump gedenkt den Opfern der TerroranschlĂ€ge vom 11. September 2001. - Bild: Mark Schiefelbein/AP/dpa

25 Jahre nach den TerroranschlÀgen vom 11. September 2001 haben die USA mit Schweigeminuten, GlockenschlÀgen und Lichtinstallationen der Opfer gedacht und zugleich an Menschen erinnert, die bis heute an den Folgen der AnschlÀge sterben.

Gedenken an den Anschlagsorten

Im Mittelpunkt der Gedenkveranstaltungen standen erneut das GelĂ€nde des frĂŒheren World Trade Centers in New York, das Pentagon nahe Washington sowie ein Feld im US-Bundesstaat Pennsylvania, auf dem eine entfĂŒhrte Maschine abstĂŒrzte. Am Ground Zero lasen Angehörige die Namen der Getöteten vor, wĂ€hrend frĂŒhere US-PrĂ€sidenten Barack Obama, Joe Biden, Bill Clinton und George W. Bush sowie VizeprĂ€sident JD Vance an der Zeremonie teilnahmen.

Sechs Schweigeminuten markierten die EinschlĂ€ge der Flugzeuge und den Einsturz der TĂŒrme. Erstmals wurde eine siebte Schweigeminute eingefĂŒhrt, die Menschen gewidmet ist, die spĂ€ter an Krankheiten oder Verletzungen infolge der AnschlĂ€ge starben.

Trumps Rede am Pentagon

US-PrĂ€sident Donald Trump gedachte der Opfer bei einer Gedenkveranstaltung am Pentagon. In seiner Rede verteidigte er den Krieg gegen den Iran und erklĂ€rte, man werde die AnschlĂ€ge niemals vergessen und habe keine Wahl, als weiter zu kĂ€mpfen. Er wĂŒrdigte Soldaten, die seiner Darstellung nach dafĂŒr sorgen sollen, dass die Islamische Republik Iran als weltweit fĂŒhrender UnterstĂŒtzer des Terrors keine Atomwaffe erlangt.

Im Vorfeld hatten Medien spekuliert, Trump könne ursprĂŒnglich geplant haben, am Ground Zero aufzutreten. Ein Bericht der „New York Times“ verwies auf mehrere nicht namentlich genannte Personen, die von einer geplanten Rede des PrĂ€sidenten in New York berichteten. Trump wies diese Darstellung als falsch und erfunden zurĂŒck; bei der Zeremonie in New York werden traditionell keine Reden von Politikern gehalten.

Forderungen der Angehörigen und Streit um Saudi-Arabien

Einige Angehörige wandten sich bei der Gedenkzeremonie in New York direkt an Trump und die US-Regierung. Sie forderten, mögliche Verbindungen Saudi-Arabiens zu den AnschlÀgen erneut zu untersuchen und entsprechende Dokumente offenzulegen. Seit Jahren laufen dazu Klagen von Hinterbliebenen vor Gericht.

Saudi-Arabien weist eine Beteiligung an den AnschlĂ€gen zurĂŒck. Offizielle Untersuchungen konnten bisher keine Beweise fĂŒr eine Mitwirkung finden.

Hintergrund zu den AnschlÀgen

Bei den AnschlĂ€gen vom 11. September 2001 starben fast 3.000 Menschen, nachdem Terroristen des islamistischen Netzwerks Al-Kaida vier Passagierflugzeuge entfĂŒhrt hatten. Zwei Maschinen wurden in die TĂŒrme des World Trade Centers gesteuert, ein weiteres Flugzeug traf das Pentagon.

Die vierte Maschine stĂŒrzte in Pennsylvania ab, nachdem Passagiere Widerstand leisteten. Welches Ziel die EntfĂŒhrer mit dieser Maschine verfolgten, ist weiter unklar. KĂŒnstler widmeten den Insassen an der Absturzstelle zum Jahrestag KreideportrĂ€ts.

Feuerwehr und Opferzahlen

Die New Yorker Feuerwehr gedachte an zahlreichen Wachen der mehr als 300 bei den AnschlÀgen getöteten Feuerwehrleute. Nach Angaben des FDNY sind mehr als 400 weitere Mitglieder seither an Erkrankungen gestorben, die mit dem Einsturz des World Trade Centers in Verbindung gebracht werden.

Im Bryant Park in Manhattan wurden 2.753 leere StĂŒhle aufgestellt, jeweils fĂŒr eines der New Yorker Opfer. Besucherinnen und Besucher konnten darauf Blumen niederlegen oder Nachrichten hinterlassen.

Patriot Day und junge Generation

Trump hatte den 11. September wie in den Vorjahren zum „Patriot Day“ erklĂ€rt und angeordnet, die Flaggen an BundesgebĂ€uden auf halbmast zu setzen. Nach Angaben des National September 11 Memorial & Museum waren rund 100 Millionen heute lebende Amerikaner damals zu jung, um sich an die AnschlĂ€ge erinnern zu können, oder noch nicht geboren.

Langfristige gesundheitliche Folgen

25 Jahre nach den AnschlĂ€gen wĂ€chst die Zahl der Menschen, die an gesundheitlichen Folgen leiden. Nach Angaben der US-Regierung ĂŒbersteigt die Zahl derjenigen, die infolge von Erkrankungen im Zusammenhang mit dem 11. September gestorben sind, inzwischen deutlich die Zahl der unmittelbar Getöteten.

Durch den Einsturz der rund 400 Meter hohen TĂŒrme und die anhaltenden BrĂ€nde entstand in Lower Manhattan ein Gemisch aus hochgiftigem Staub und Rauch, unter anderem aus pulverisiertem Beton, Glas, Gipskarton, verbrannten Kunststoffen und weiteren Schadstoffen. Zehntausende EinsatzkrĂ€fte, Helfer, Anwohner und BeschĂ€ftigte waren dieser Belastung ausgesetzt. Das staatliche World Trade Center Health Program betreut inzwischen mehr als 150.000 Menschen mit möglichen Folgen.

Kontroverse um New Yorks BĂŒrgermeister Mamdani

Das Gedenken in New York wurde von einem Streit um BĂŒrgermeister Zohran Mamdani begleitet, der an der Veranstaltung am Ground Zero teilnahm. Angehörige einiger Opfer hatten zuvor in einer Petition gefordert, er solle fernbleiben. Die Initiatoren werfen ihm vor, sich nicht deutlich genug von Äußerungen distanziert zu haben, die sie als extremistisch empfinden.

Andere Stimmen kritisieren diese Aufforderungen als Kampagne und als Ausdruck antimuslimischen Rassismus gegen Mamdani, der erste muslimische BĂŒrgermeister der Stadt ist.

Globales Erinnern an einen ZĂ€surpunkt der Zeitgeschichte

Der 25. Jahrestag der AnschlĂ€ge vom 11. September markiert einen Einschnitt, der lĂ€ngst historische Dimensionen erreicht hat und dennoch politisch und gesellschaftlich höchst prĂ€sent bleibt. Die Bilder von einst prĂ€gen weiterhin Debatten ĂŒber Sicherheit, BĂŒrgerrechte und militĂ€rische EinsĂ€tze. Zugleich wĂ€chst eine Generation heran, die keine eigene Erinnerung an den Tag hat und 9/11 vor allem aus ErzĂ€hlungen, Dokumentationen und SchulbĂŒchern kennt. Das verĂ€ndert, wie die USA und die Welt ĂŒber Terrorismus und seine Folgen sprechen.

Die Gedenkfeiern an Ground Zero, am Pentagon und in Pennsylvania zeigen, dass das Ereignis fest im kollektiven GedĂ€chtnis verankert ist. Schweigeminuten, das Verlesen von Namen und sichtbare Symbole wie leere StĂŒhle sind klassische Formen öffentlicher Trauerarbeit, die Betroffenen einen Ort geben und die gesellschaftliche Verantwortung betonen. Bemerkenswert ist die neue, siebte Schweigeminute fĂŒr diejenigen, die erst in den Jahren danach an den gesundheitlichen und psychischen Folgen gestorben sind. Sie macht deutlich, dass 9/11 nicht nur ein einzelner Tag war, sondern ein Langzeitereignis mit anhaltenden Belastungen fĂŒr EinsatzkrĂ€fte, Anwohner und Hinterbliebene.

Gesundheitliche SpÀtfolgen und politische Konfliktlinien

Die Hinweise auf zehntausende Betroffene, die dem hochgiftigen Staub und Rauch ausgesetzt waren, und auf mehr TodesfĂ€lle durch SpĂ€tfolgen als durch die AnschlĂ€ge selbst verweisen auf eine zweite Katastrophe: die unzureichende Wahrnehmung und Anerkennung der Gesundheitsrisiken unmittelbar nach dem Einsturz der TĂŒrme. Programme wie das World Trade Center Health Program stehen beispielhaft fĂŒr den Versuch des Staates, langfristige Verantwortung zu ĂŒbernehmen, medizinische Versorgung sicherzustellen und die Folgen systematisch zu erfassen. FĂŒr viele Betroffene bleibt der Alltag jedoch geprĂ€gt von chronischen Erkrankungen, finanziellen Sorgen und dem Kampf um rechtliche Anerkennung.

Gleichzeitig wird am Jahrestag sichtbar, wie stark 9/11 politisiert ist. Wenn bei Gedenkveranstaltungen aktuelle Konflikte wie der Umgang mit Iran oder mögliche Verbindungen zu Saudi-Arabien angesprochen werden, treffen historische Trauer und Gegenwartsdebatten direkt aufeinander. Der Streit um die Rolle des New Yorker BĂŒrgermeisters zeigt, wie schnell Fragen nach politischer Haltung, Religion und IdentitĂ€t in symbolische Auseinandersetzungen mĂŒnden. FĂŒr die Leserinnen und Leser bedeutet dies, dass 9/11 auch ein SchlĂŒssel bleibt, um die Bruchlinien der US-Gesellschaft und internationale Konflikte besser zu verstehen.

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