Demokratische Republik Kongo, Hunger

Hungerkrise im Ostkongo verschÀrft sich

06.11.2025 - 15:49:20

25 Millionen Menschen haben in der Demokratischen Republik Kongo nicht genug zu essen. Vor allem im Osten breitet sich lebensgefÀhrlicher Hunger aus - in einem der fruchtbarsten LÀnder Afrikas.

Trotz eines riesigen und fruchtbaren Staatsgebiets nimmt der Hunger in der Demokratischen Republik Kongo zu. Rund 25 Millionen Menschen – ein FĂŒnftel der Bevölkerung – leiden unter einer Hungerkrise. Im Osten des Landes haben mehrere Gebiete erstmals Stufe vier von fĂŒnf erreicht – eine Notlage, in der das Überleben bedroht ist, wie die international anerkannte Initiative Integrated Food Security Phase Classification (IPC) berichtet.

Mehr als drei Millionen Menschen sind IPC zufolge von Hunger auf Stufe vier betroffen, zudem drei in Gebiete in den Provinzen Nord-Kivu und Ituri. Vor einem Jahr gab es in dem Land, das einer FlĂ€che von Westeuropa entspricht, noch kein Gebiet in der Stufe. Die Stufe fĂŒnf entsprĂ€che einer Hungersnot.

GefÀhrliche Lage droht sich auszudehnen

Die Lage drohe sich im von bewaffneten Milizen heimgesuchten rohstoffreichen Ostkongo trotz einer leichten Erholung seit dem FrĂŒhjahr wieder deutlich zu verschlimmern. Fast die ganze Provinz Nord-Kivu und weitere Gebiete im Ostkongo könnten bis zum Sommer ebenfalls in Stufe vier abrutschen.

Betroffen seien vor allem Binnenvertriebene, RĂŒckkehrer und arme Stadtbewohner. Sie seien «anhaltender Gewalt, einer deutlichen Reduzierung humanitĂ€rer Hilfe sowie Schwierigkeiten beim Zugang zu Saatgut und anderen landwirtschaftlichen Betriebsmitteln ausgesetzt», heißt es in dem Bericht. ZusĂ€tzlich verschĂ€rfen Cholera-, Masern- und Mpox-AusbrĂŒche die Lage. Besonders gefĂ€hrdet sind Kinder.

Konflikte verhindern Anbau

Der Direktor der im ostkongolesischen Goma ansĂ€ssigen Organisation Global Refugees Leaders’ Forum, Pecos Kilihoshi, sagte der Deutschen Presse-Agentur: «Obwohl die DR Kongo fruchtbares Land hat und die Menschen bereit sind, Lebensmittel anzubauen, machen es die bewaffneten Konflikte in der östlichen Region des Landes unmöglich.» Viele seien geflohen und lebten in FlĂŒchtlingslagern oder bei Verwandten in den wenigen Gebieten, die noch als sicher galten. Ein Landwirtschaftsbeamter in der Provinz Ituri sagte der dpa, der Anbau sei vielerorts zum Erliegen gekommen.

Einzelne Familien berichten von drastischen Auswirkungen. Felix Muhagi, Vater von sechs Kindern, floh nach eigenen Angaben aus seinem Dorf nahe Goma, wo er frĂŒher einen Garten bewirtschaftete. Nun lebt er in der Stadt. «Aber hier ist es nicht einfach, Essen zu bekommen», sagte er der dpa.

@ dpa.de