Aufbahrung in Petersdom: GlÀubige nehmen Abschied vom Papst
23.04.2025 - 05:00:42 | dpa.deZwei Tage nach dem Tod von Papst Franziskus können GlĂ€ubige ab heute persönlich Abschied nehmen vom Oberhaupt der katholischen Kirche. Der Pontifex wird am Morgen in den Petersdom gebracht und dort fĂŒr drei Tage im offenen Sarg aufgebahrt. Bis Freitag haben Menschen dann die Möglichkeit, Franziskus in der wichtigsten Basilika des Vatikans noch einmal zu sehen. Danach wird der Sarg verschlossen.
Am Samstag steht die Trauerfeier auf dem Petersplatz an. Viele internationale Spitzenpolitiker wie US-PrĂ€sident Donald Trump, EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen, der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj, UN-GeneralsekretĂ€r AntĂłnio Guterres und der geschĂ€ftsfĂŒhrende Bundeskanzler Olaf Scholz haben ihr Kommen angekĂŒndigt. Im Anschluss steht die Beisetzung des Papstes in der Basilika Santa Maria Maggiore auĂerhalb des Vatikans an.
Zehntausende in Petersdom erwartet - Aufbahrung ohne Pomp
Zuvor wollen Zehntausende Menschen dem am Ostermontag im Alter von 88 Jahren gestorbenen Franziskus im Petersdom die letzte Ehre erweisen. Dazu wird der Sarg um 9.00 Uhr von der Kapelle in der Residenz Santa Marta in einer kleinen Prozession in den Petersdom gebracht. Dort folgt dann zunĂ€chst ein Gottesdienst - um 11.00 Uhr öffnen die TĂŒren fĂŒr die GlĂ€ubigen.
Der gebĂŒrtige Argentinier wird - anders als etwa der emeritierte Papst Benedikt XVI. im Januar 2023 - nicht auf einem Katafalk, also einer hohen Bahre zu sehen sein, sondern in einem einfachen Holzsarg. AuĂerdem wird neben dem Sarg nicht der pĂ€pstliche Bischofsstab als Herrschaftssymbol liegen.Â
Bislang konnten nur wenige Menschen - darunter Kurienmitglieder, KardinÀle und am Dienstagabend auch Italiens StaatsprÀsident Sergio Mattarella - persönlich von Franziskus im GÀstehaus Santa Marta Abschied nehmen.
Was macht US-PrÀsident Trump rund um Trauerfeier?
Mit Spannung wird erwartet, ob die Trauerfeier am Samstag von den StaatsgĂ€sten auch fĂŒr weltpolitische Treffen genutzt wird. Begegnungen bei solchen AnlĂ€ssen werden «Beerdigungsdiplomatie» genannt.Â
FĂŒr Donald Trump ist es die erste Auslandsreise nach der Wahl. Zuletzt sorgte er mit seinen Zoll-Vorhaben weltweit fĂŒr Aufruhr. Zudem will er mit seiner Regierung ein Ende des Krieges in der Ukraine erreichen und versucht, zwischen Russland und dem angegriffenen Land zu vermitteln. In Rom wird er dann gleichzeitig mit Selenskyj sein. Der US-PrĂ€sident werde nur fĂŒr einen Tag nach Rom kommen, kĂŒndigte Karoline Leavitt, die Sprecherin des WeiĂen Hauses, an. Zu weiteren Programmpunkten in Italien sagte sie nichts.Â
Aus Deutschland kĂŒndigte sich neben Scholz (SPD) auch BundesprĂ€sident Frank-Walter Steinmeier an - der designierte Kanzler Friedrich Merz (CDU) kommt nicht. In der von Steinmeier geleiteten Delegation werden nach Angaben des BundesprĂ€sidialamts die Spitzen aller fĂŒnf Verfassungsorgane sein.
Neben Kanzler und BundesprĂ€sident sind das die BundestagsprĂ€sidentin Julia Klöckner (CDU), BundesratsprĂ€sidentin Anke Rehlinger (SPD) und der PrĂ€sident des Bundesverfassungsgerichts, Stephan Harbarth. Ob alle mit demselben Flugzeug fliegen, ist nicht klar. Bei einem gemeinsamen Flug der gesamten Staatsspitze könnte es Sicherheitsbedenken geben.Â
Auch ohne Putin: Rom vor Ausnahmezustand
Russlands PrĂ€sident Wladimir Putin kĂŒndigte bereits an, dass er nicht in den Vatikan reisen werde. Gegen ihn gibt es seit 2023 einen Haftbefehl des Internationalen Strafgerichtshofs. Bei der Landung in Italien mĂŒsste Putin also mit der Festnahme rechnen. Putin wird wegen der Deportation ukrainischer Kinder gesucht. Hintergrund ist die von ihm befohlene Invasion des Nachbarlands.Â
Die Stadt Rom und Italiens Ordnungs- sowie Sicherheitsbehörden stehen angesichts des erwarteten Ansturms von GlÀubigen und den vielen StaatsgÀsten vor einer logistischen Mammutaufgabe. Wegen des Heiligen Jahrs 2025 ist Rom in der Osterwoche noch voller als sonst. Nach SchÀtzungen halten sich etwa eine Million Touristen in der italienischen Hauptstadt auf.
Konklave mit zwei KardinÀlen weniger als geplant
Nach den Trauerfeiern rĂŒckt das Konklave in den Fokus, das Anfang Mai beginnen dĂŒrfte. Eigentlich sind 135 KardinĂ€le unter 80 Jahren zur Wahl des neuen Papstes berechtigt. Allerdings sagten zwei KardinĂ€le - der emeritierte Erzbischof von Valencia, Antonio Cañizares (79), und der emeritierte Erzbischof von Sarajevo, Vinko Pulji? (79) - aus gesundheitlichen GrĂŒnden bereits ab.Â
Die WahlgĂ€nge sind geheim. Das Konklave kann nach wenigen Stunden vorbei sein, aber auch Tage dauern. Ein Zeitlimit gibt es nicht. Zur Wahl benötigt der neue Pontifex eine Zweidrittelmehrheit. Wenn er gewĂ€hlt ist, steigt aus einem Schornstein weiĂer Rauch auf. Bis dahin ist der Rauch schwarz.
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