GroĂer Frauenstreik auf Island fĂŒr mehr Gleichberechtigung
24.10.2023 - 18:08:46UnzĂ€hlige Frauen haben auf Island einen Tag lang ihre Arbeit niedergelegt, um damit mehr Gleichberechtigung einzufordern. 48 Jahre nach einem ersten groĂen Frauenstreik dieser Art kamen am Dienstagnachmittag allein in der Hauptstadt Reykjavik Tausende IslĂ€nderinnen zu einer groĂen Kundgebung zusammen, wie eine Live-Ăbertragung des Rundfunksenders RĂV zeigte. Auch MinisterprĂ€sidentin KatrĂn JakobsdĂłttir hatte angekĂŒndigt, sich an dem Streik beteiligen zu wollen. Etliche KindergĂ€rten, Schulen, Banken und andere Einrichtungen blieben den Tag ĂŒber geschlossen.
Am 24. Oktober 1975 hatten zahlreiche islĂ€ndische Frauen erstmals ihre Arbeit niedergelegt, um ein Zeichen fĂŒr die Gleichberechtigung zu setzen. Seitdem wurden mehrere Aktionstage dieser Art veranstaltet. Unter dem Motto «Ihr nennt das Gleichberechtigung?» wollten die Organisatorinnen nun erneut Aufmerksamkeit auf bestehende geschlechtsspezifische Ungleichheiten richten. Im Fokus standen dabei unter anderem das LohngefĂ€lle zwischen MĂ€nnern und Frauen sowie geschlechtsspezifische Gewalt.
Der Kampf fĂŒr die Gleichberechtigung gehe zu langsam voran, monierte Regierungschefin JakobsdĂłttir in einem Radio-Interview. «Obwohl die Situation in Island gut ist, haben wir die Gleichstellung noch nicht vollstĂ€ndig erreicht», sagte sie.
Island ist laut dem aktuellen Gender Gap Report das Land der Erde, in dem die Gleichstellung von Mann und Frau am weitesten fortgeschritten ist. Deutschland lag in dem Index des Weltwirtschaftsforums zuletzt auf Rang sechs. Island hat die Spitzenposition in der Hinsicht schon seit 14 Jahren inne und ist derzeit das einzige Land, das mehr als 90 Prozent der LĂŒcke zwischen den Geschlechtern geschlossen hat. Dennoch bestehen auch unter IslĂ€nderinnen und IslĂ€ndern weiter Unterschiede â und darauf wollten die Teilnehmerinnen des Frauenstreiks hinweisen.


