Polen, RumÀnien

Polens Geheimdienst fasst acht mutmaßliche Saboteure

21.10.2025 - 10:48:43

Acht VerdĂ€chtige sollen MilitĂ€r und Infrastruktur in Polen fĂŒr Sabotage ausspioniert und Sprengstoffsendungen vorbereitet haben. Auch RumĂ€nien ist betroffen. Was steckt hinter den Festnahmen?

Polens Geheimdienst hat acht Personen wegen des Verdachts auf geplante Sabotage festgenommen. Die VerdÀchtigen seien in den vergangenen Tagen in verschiedenen Landesteilen gefasst worden, teilte Regierungschef Donald Tusk auf X mit. An der Aktion waren auch RumÀniens Sicherheitsbehörden beteiligt.

Nach Angaben von Geheimdienstkoordinator Tomasz Siemoniak sollen die VerdĂ€chtigen MilitĂ€robjekte und Teile der kritischen Infrastruktur ausgekundschaftet haben. Außerdem hĂ€tten sie Mittel zur AusfĂŒhrung von Sabotageakten und AnschlĂ€gen vorbereitet. 

Sendungen mit Sprengstoff vorbereitet

Wie Siemoniaks Sprecher sagte, gehöre zu den VerdÀchtigen auch ein 21-jÀhriger Ukrainer, der am 16. Oktober festgenommen wurde. Der Mann hat demnach in einem Warenlager unweit von Warschau gearbeitet. Seine beiden ukrainischen Komplizen wurden in RumÀnien gefasst.

In einer Mitteilung der Staatsanwaltschaft hieß es, der 21-JĂ€hrige werde verdĂ€chtigt, gemeinsam mit anderen Personen AuftrĂ€ge der russischen Geheimdienste ausgefĂŒhrt zu haben. Diese hĂ€tten darin bestanden, Sendungen mit ZĂŒndern und chemischen Substanzen, die einen Brand oder eine Explosion verursachen könnten, vorzubereiten und in die Ukraine zu senden. Diese Sendungen seien noch vor der Explosion von den rumĂ€nischen Behörden abgefangen worden. 

Die zwei in RumĂ€nien gefassten Ukrainer hĂ€tten bei der Bukarester Vertretung der grĂ¶ĂŸten ukrainischen Kurierfirma, Nova Post, zwei Pakete mit SprengsĂ€tzen abgegeben, berichtete der rumĂ€nische Inlandsgeheimdienst SRI. Die MĂ€nner seien vorher von Polen aus nach RumĂ€nien eingereist. Man habe diese Bomben rechtzeitig entschĂ€rfen können. Die SprengsĂ€tze aus Thermit und Bariumnitrat seien als Auto-Bestandteile oder Kopfhörer getarnt gewesen und hĂ€tten ferngesteuert gezĂŒndet werden können. Die beiden TatverdĂ€chtigen hĂ€tten wie mutmaßliche Geheimdienstprofis agiert, schrieb der SRI weiter. Die Ermittlungen dazu wĂŒrden fortgesetzt.

Polen ist einer der wichtigsten politischen und militĂ€rischen UnterstĂŒtzer der von Russland angegriffenen Ukraine. Die Regierung in Warschau wirft den Geheimdiensten Russlands und seines VerbĂŒndeten Belarus vor, viele Agenten ins Land zu schicken und Saboteure anzuwerben. Der Sprecher des Geheimdienstkoordinators sagte, allein in den vergangenen Monaten seien 55 Personen gefasst worden, die im Auftrag russischer Geheimdienste zum Schaden Polens gehandelt hĂ€tten.

@ dpa.de