Trump will bestimmte Migranten bei VolkszĂ€hlung ausschlieĂen
07.08.2025 - 16:47:05US-PrĂ€sident Donald Trump will Migranten ohne regulĂ€ren Aufenthaltsstatus kĂŒnftig nicht mehr bei der VolkszĂ€hlung berĂŒcksichtigen lassen - und greift damit nach einem weiteren Hebel der politischen Machtverteilung in den USA. Regionen mit einem hohen Anteil solcher Migranten könnten unter der von Trump angestrebten neuen Erhebungsmethode politischen Einfluss und viel Geld verlieren. Besonders betroffen wĂ€ren wahrscheinlich demokratisch regierte GroĂstĂ€dte wie Los Angeles und New York.
Der Republikaner schrieb auf seiner Plattform Truth Social, er habe das Handelsministerium angewiesen, «unverzĂŒglich mit der Arbeit an einem neuen und Ă€uĂerst genauen ZENSUS zu beginnen», der sich auch auf Erkenntnisse aus der PrĂ€sidentschaftswahl 2024 stĂŒtzen solle. Personen, die sich «illegal» in den USA aufhielten, sollten nicht gezĂ€hlt werden.Â
VorstoĂ wirft rechtliche Fragen auf
Details zum rechtlichen Rahmen, zur konkreten Umsetzung oder zu einem möglichen Zeitpunkt fĂŒr eine solche Erhebung nannte Trump nicht. Ob ein PrĂ€sident die Regeln fĂŒr die ZĂ€hlung im Alleingang Ă€ndern kann, ist rechtlich umstritten.Â
Trump hatte bereits in seiner ersten Amtszeit versucht, die ZĂ€hlweise bei der Erhebung zu verĂ€ndern, war jedoch an rechtlichen HĂŒrden gescheitert. Sein neuerlicher VorstoĂ kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Republikaner versuchen, noch vor den Kongresswahlen 2026 neue Wahlkreiszuschnitte durchzusetzen.Â
ZĂ€hlung mit weitreichenden Folgen
In den USA findet alle zehn Jahre eine landesweite VolkszĂ€hlung statt - unter anderem durch Befragungen per Post, online und auch durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die von TĂŒr zu TĂŒr gehen. Die nĂ€chste Erhebung findet eigentlich erst 2030 statt.Â
Die Ergebnisse haben weitreichende Folgen: Sie bilden die Grundlage fĂŒr die Verteilung von Bundesmitteln an Bundesstaaten, StĂ€dte und Gemeinden. Zudem dienen sie im Zuge der Kongresswahlen als Basis fĂŒr die proportionale Verteilung der Sitze im ReprĂ€sentantenhaus und die Ziehung von Wahlkreisgrenzen.
Nach geltendem Recht ist es fĂŒr die VolkszĂ€hlung unerheblich, ob die erfassten Personen US-StaatsbĂŒrger sind oder welchen Aufenthaltsstatus sie haben. Die US-Verfassung schreibt vor, dass bei der Sitzverteilung im ReprĂ€sentantenhaus die Gesamtzahl der in jedem Bundesstaat lebenden Personen zugrunde gelegt werden muss. Ziel ist es dabei auch, die Verteilung staatlicher Mittel am tatsĂ€chlichen Bedarf vor Ort auszurichten.


