Trump-Anklage, Anhörung

Trump-Anklage: Anhörung in Georgia, Schlappe in Washington

01.12.2023 - 22:51:58

Allein seine Versuche, das Ergebnis der PrĂ€sidentenwahl zu kippen, beschĂ€ftigt die Justiz an mehreren Orten. Zwei Gerichte haben nun schlechte Nachrichten fĂŒr den Republikaner.

Gegen den ehemaligen US-PrÀsidenten Donald Trump laufen mehrere Verfahren - am Freitag musste er gleich zwei Niederlagen einstecken. Die zustÀndige Richterin in seinem Bundesverfahren im Zusammenhang mit versuchtem Wahlbetrug wies in der US-Hauptstadt Washington Trumps Antrag auf Abweisung der Klage ab.

Der Republikaner hatte diesen mit der ImmunitĂ€t des PrĂ€sidentenamts begrĂŒndet. «Der vierjĂ€hrige Dienst des Beklagten als Oberbefehlshaber hat ihm nicht das göttliche Recht der Könige verliehen, sich der strafrechtlichen Verantwortlichkeit zu entziehen, die fĂŒr seine MitbĂŒrger gilt», schrieb die Richterin in der UrteilsbegrĂŒndung. Der Prozess soll Anfang des kommenden Jahres beginnen.

Letztes Wort noch nicht gesprochen

Mit dem Argument der ImmunitĂ€t scheiterte Trump in einem weiteren Verfahren in Washington. Dort entschied ein Berufungsgericht, dass Zivilklagen gegen den 77-JĂ€hrigen wegen des Sturms auf das Kapitol am 6. Januar 2021 fortgefĂŒhrt werden können. AnhĂ€nger Trumps hatten damals den Parlamentssitz in Washington gestĂŒrmt. Dort war der Kongress zusammengekommen, um den Sieg des Demokraten Joe Biden bei der PrĂ€sidentenwahl formal zu bestĂ€tigen. Trump hatte seine AnhĂ€nger zuvor bei einer Rede aufgewiegelt. Infolge der Krawalle kamen damals fĂŒnf Menschen ums Leben.

Einige Mitglieder der Kapitolpolizei und demokratische Kongressmitglieder klagten daraufhin auf Schadenersatz. Trump hatte die Abweisung der Klagen angestrengt und auch hier mit der ImmunitĂ€t des PrĂ€sidentenamts argumentiert. Das Gericht wies diesen Antrag nun zurĂŒck - entschied aber nicht ĂŒber die inhaltliche ZulĂ€ssigkeit der Klagen. «Die Frage der ImmunitĂ€t hĂ€ngt davon ab, ob PrĂ€sident Trump die Rede vom 6. Januar in offizieller oder privater Eigenschaft gehalten hat», heißt es in dem Urteil. «Heute klĂ€ren wir diese Frage nicht endgĂŒltig.» Das letzte Wort dĂŒrfte hier nicht gesprochen sein.

Anhörung in Georgia

Unterdessen haben Trumps AnwÀlte den ehemaligen US-PrÀsidenten erstmals bei einer Anhörung im Zuge der Anklage wegen Wahlbeeinflussung im Bundesstaat Georgia verteidigt. Bei der Sitzung am Freitag in Atlanta war Trump selbst nicht anwesend.

Trumps Anwalt Steve Sadow nannte ein mögliches Verfahren wĂ€hrend des Wahlkampfs im kommenden Jahr «Wahlbeeinflussung» und forderte, dass die Anklage fallengelassen wird. Die Staatsanwalt wies die VorwĂŒrfe zurĂŒck. Trump will nach der Wahl im kommenden Jahr wieder ins Weiße Haus einziehen. Bei der Anhörung ging es unter anderem um den Termin fĂŒr den Beginn des eigentlichen Prozesses.

In Georgia war Trump gemeinsam mit 18 anderen Beschuldigten wegen seiner Versuche angeklagt worden, den Ausgang der PrĂ€sidentenwahl 2020 in dem Bundesstaat umzukehren. Einige von Trumps ehemaligen WeggefĂ€hrten sind in dem Verfahren eine Vereinbarung mit der Staatsanwaltschaft eingegangen und haben sich fĂŒr schuldig bekannt.

@ dpa.de