Somalia, Israel

UN-Sicherheitsrat tagt zu Israels Anerkennung von Somaliland

28.12.2025 - 01:54:20

Als weltweit erstes Land hat Israel die Region im Norden Somalias als Staat anerkannt. Nach scharfer Kritik einiger regionaler MĂ€chte an Israels Vorgehen kommt jetzt der UN-Sicherheitsrat zusammen.

Der UN-Sicherheitsrat kommt wegen Israels umstrittener Anerkennung der ostafrikanischen Republik Somaliland als unabhĂ€ngiger Staat zu einer Dringlichkeitssitzung zusammen. Vor dem fĂŒr Montag anberaumten Treffen in New York warnten 21 ĂŒberwiegend muslimische LĂ€nder in einer gemeinsamen ErklĂ€rung vor «schwerwiegenden Folgen» des beispiellosen Vorgehens Israels fĂŒr «den Frieden und die Sicherheit am Horn von Afrika und im Roten Meer» sowie fĂŒr die internationale Sicherheit. 

Israel hatte am Freitag als weltweit erstes Land die abtrĂŒnnige Region Somaliland als souverĂ€nen Staat anerkannt. Somaliland, eine muslimische Region im Norden Somalias mit nur wenigen Millionen Einwohnern, ist seit mehr als drei Jahrzehnten praktisch unabhĂ€ngig. Israels Vorgehen erfolgte wenige Tage, bevor Somalia turnusgemĂ€ĂŸ die PrĂ€sidentschaft im UN-Sicherheitsrat ĂŒbernimmt. Die somalische Regierung sprach von einem «vorsĂ€tzlichen» und «rechtswidrigen» Angriff Israels auf die SouverĂ€nitĂ€t des Landes. 

«Schwerwiegender Verstoß gegen das Völkerrecht»

Israels Anerkennung der abtrĂŒnnigen Region Somaliland als Staat stelle einen «schwerwiegenden Verstoß gegen die GrundsĂ€tze des Völkerrechts» dar, heißt es in der von Katar veröffentlichten ErklĂ€rung der 21 ĂŒberwiegend muslimischen LĂ€nder sowie der Organisation fĂŒr Islamische Zusammenarbeit. Man lehne zudem jegliche «potenzielle Verbindung» zwischen Israels Schritt und Versuchen ab, PalĂ€stinenser aus dem vom Krieg Israels gegen die islamistische PalĂ€stinenserorganisation Hamas verwĂŒsteten Gazastreifen zu vertreiben.

Somalilands Außenminister Abdirahman Dahir Adam sagte dem israelischen Fernsehsender Channel 12 am Samstag, dass die Anerkennung Somalilands als souverĂ€ner Staat durch Israel nichts mit dem Gaza-Konflikt zu tun habe. Laut dem BĂŒro des israelischen MinisterprĂ€sidenten Benjamin Netanjahu erfolgte der Schritt «im Geiste der Abraham-Abkommen». Diese Abkommen hatte US-PrĂ€sident Donald Trump 2020 in seiner ersten Amtszeit auf den Weg gebracht.

In der Folge normalisierten die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain, Marokko und der Sudan ihre Beziehungen zu Israel. Die «Times of Israel» hob hervor, dass die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain und Marokko nicht zu den Unterzeichnern der gemeinsamen ErklĂ€rung der 21 ĂŒberwiegend muslimischen LĂ€nder zu Israels Anerkennung Somalilands als Staat zĂ€hlten.

Auch Syrien ĂŒbt scharfe Kritik an Israel

Derweil verurteilte auch Syrien das Vorgehen des Nachbarlandes Israel als eine «klare Verletzung des internationalen Rechts und der UN-Charta». Die Anerkennung Somalilands als unabhĂ€ngiger Staat verletze «die SouverĂ€nitĂ€t, nationale Einheit und territoriale IntegritĂ€t» Somalias, heißt es in einer von der Staatsagentur Sana veröffentlichten ErklĂ€rung des syrischen Außenministeriums. Ein solches einseitiges Vorgehen stelle einen «gefĂ€hrlichen PrĂ€zedenzfall» dar, der die regionale Sicherheit und StabilitĂ€t bedrohe, heißt es.

@ dpa.de