AttentÀter von New Orleans war laut Biden IS-AnhÀnger
02.01.2025 - 03:41:55Der AttentĂ€ter von New Orleans ist laut eigenen Aussagen von der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) zu seinem Angriff bewegt worden. Das gehe aus Videos hervor, die der Mann nur wenige Stunden vor der Tat ins Internet gestellt habe, sagte US-PrĂ€sident Joe Biden unter Berufung auf Ermittlungen der Bundespolizeibehörde FBI. In dem Wagen, mit dem der 42-JĂ€hrige namens Shamsud-Din J. den Anschlag verĂŒbt hatte, wurde zudem eine Flagge des IS gefunden. In den Aufnahmen, die er in sozialen Netzwerken postete, lieĂ der TĂ€ter laut Biden erkennen, dass er getrieben sei «vom Verlangen, zu Töten».Â
TĂ€ter war US-StaatsbĂŒrger
Nach Angaben des FBI wurden bei dem Anschlag 15 Menschen getötet und Dutzende verletzt. Biden betonte, dass der TĂ€ter nach bisherigen Erkenntnissen der Ermittler im Bundesstaat Texas geboren wurde und US-StaatsbĂŒrger war. Er habe «viele Jahre» in der US-Armee gedient und sei danach noch jahrelang als Reservist gefĂŒhrt worden. Der US-PrĂ€sident bekrĂ€ftigte auĂerdem Erkenntnisse der Ermittler, dass im Pick-up-Truck, mit dem der Mann am Neujahrsmorgen in die Menschenmenge in New Orleans gerast war, sowie auĂerhalb des Fahrzeugs mögliche SprengsĂ€tze gefunden worden seien.
Untersucht wird laut Biden auch, ob die Tat in New Orleans in Zusammenhang mit der Explosion eines Tesla-Cybertrucks vor dem Trump International Hotel in Las Vegas steht, bei der wenige Stunden spĂ€ter ein Mensch in dem Fahrzeug ums Leben kam und sieben andere leicht verletzt wurden. Bisher gebe es darauf keine Hinweise, sagte Biden. Er warnte generell davor, voreilige SchlĂŒsse zu ziehen. Die Ermittler arbeiteten an einem umfassenden Bild und wĂŒrden es zu gegebener Zeit prĂ€sentieren, so Biden weiter.
Auch die Polizei in Las Vegas hat nach eigenen Angaben bislang keine Hinweise auf eine Verbindung zwischen der Explosion vor dem Hotel und dem IS, wie Sheriff Kevin McMahill auf einer Pressekonferenz betonte. Eine Parallele sei aber, dass beide Fahrzeuge ĂŒber dieselbe Vermittlungs-Webseite angemietet worden seien.
Tat traf Feiernde in beliebtem Ausgehviertel
In New Orleans war am Neujahrsmorgen wenige Stunden nach Mitternacht ein Pick-up-Truck durch die Menge feiernder Passanten im beliebten Ausgehviertel French Quarter gerast. Laut Polizei gab es neben den zahlreichen Todesopfern auch 35 Verletzte - wobei die Zahl der Toten nach Angaben des zustÀndigen Gerichtsmediziners noch steigen könnte. Der TÀter lieferte sich laut den Ermittlern nach der Fahrt einen Schusswechsel mit Polizisten. Zwei von ihnen seien verletzt worden, aber in stabilem Zustand. Der TÀter sei bei dem Gefecht ums Leben gekommen.
Am Mittag (Ortszeit) veröffentlichte das FBI dann erste Details zum möglichen Hintergrund des Anschlags. Sie erwĂ€hnten die IS-Flagge, die möglichen SprengsĂ€tze und die Ermittlungen zu Verbindungen mit der Terrororganisation, die in den vergangenen Jahren schon mehrere AnschlĂ€ge mit Fahrzeugen in verschiedenen LĂ€ndern fĂŒr sich reklamiert hat. Es werde derzeit geprĂŒft, ob die SprengsĂ€tze wirklich hĂ€tten gezĂŒndet werden können, hieĂ es.
Ob der TĂ€ter Komplizen hatte, ist noch unklar. Die Ermittler hatten zwischenzeitlich laut US-Medienberichten ein Ăberwachungsvideo mit einer verdĂ€chtigen Gruppe von vier Menschen geprĂŒft. Es sei zunĂ€chst vermutet worden, dass diese SprengsĂ€tze im betroffenen Stadtviertel platziert haben könnten. Kurze Zeit spĂ€ter wurden sie den Berichten zufolge jedoch als VerdĂ€chtige ausgeschlossen.
Biden und Scholz drĂŒcken MitgefĂŒhl aus
Biden sprach den Betroffenen des Terrors in New Orleans sein MitgefĂŒhl aus. «Ich weiĂ, dass ich fĂŒr alle Amerikaner sprechen kann, wenn ich sage, dass nach dieser verabscheuungswĂŒrdigen Tat in den frĂŒhen Morgenstunden unser Herz bei den Menschen von New Orleans ist», sagte Biden am Abend (Ortszeit) auf seinem Landsitz in Camp David. Er und das ganze Land seien in Gedanken bei den Angehörigen und den Opfern. «Wir sind an Ihrer Seite, wĂ€hrend Sie in den kommenden Wochen trauern und wĂ€hrend Sie heilen.»
Auch Bundeskanzler Olaf Scholz reagierte bestĂŒrzt auf den Anschlag. «Das sind schlimme Nachrichten aus New Orleans, die uns erreichen: Fröhlich feiernde Menschen werden durch sinnlosen Hass aus dem Leben gerissen oder verletzt», schrieb Scholz auf der Plattform X. «Wir trauern mit den Familien und Freunden der Opfer und wĂŒnschen allen Verletzten schnelle Genesung.»











