Festnahmen, Protesten

Weitere Festnahmen bei Protesten an US-Unis

02.05.2024 - 14:14:12

An den US-Hochschulen kochen die Proteste um den Gaza-Konflikt weiter hoch. PropalÀstinensische Camps werden errichtet und von der Polizei gerÀumt. Es kommt zu Gewalt und Festnahmen.

An mehreren US-Hochschulen sind bei propalÀstinensischen Protesten erneut Dutzende Menschen festgenommen worden. Am Dartmouth College im Bundesstaat New Hampshire kam es nach Angaben der Polizei der Stadt Hanover zu 90 Festnahmen. Ihnen wurde unerlaubtes Betreten und Widerstand gegen die Staatsgewalt vorgeworfen, nachdem unerlaubterweise Zelte auf dem GelÀnde errichtet worden waren. Bei den Festgenommenen handelte es sich laut Polizei nur zum Teil um Dartmouth-Studierende oder Lehrende.

In Dallas nahm die Polizei bei der RÀumung eines Protestcamps auf dem GelÀnde der UniversitÀt von Texas mindestens 20 Menschen in Gewahrsam, die die Nacht im GefÀngnis verbringen sollten, wie der Sender Fox4 berichtete.

Eine zunĂ€chst friedlich begonnene Demonstration auf ihrem GelĂ€nde sei ausgeartet, teilte auch die Stony Brook UniversitĂ€t in New York mit. Zelte seien errichtet, andere Studierende eingeschĂŒchtert und belĂ€stigt worden. 29 Protestler seien daraufhin festgenommen worden, darunter neben Studierenden und Mitarbeitern demnach auch Nicht-Angehörige der Hochschule.

An der UCLA stehen sich Protestierende und Polizei gegenĂŒber

Auch in Los Angeles hat die Polizei ein Zeltlager auf dem Campus der University of California in Los Angeles (UCLA) gerĂ€umt. Der US-Sender CNN zeigte Bilder der Überreste des Camps auf dem GelĂ€nde. Zuvor hatten die Beamten demnach aufgestellte Barrikaden niedergerissen und Dutzende Demonstranten festgenommen und abgefĂŒhrt.

Die Behörden hatten das Camp auf dem GelĂ€nde der UCLA als «rechtswidrige Versammlung» deklariert. Um das verbarrikadierte Zeltlager hatten sich nach Angaben der «Los Angeles Times» in der Folge mehrere Tausend Protestierende eingefunden, die sich den EinsatzkrĂ€ften entgegenstellten und sie zunĂ€chst von dem Camp zurĂŒckgedrĂ€ngt hatten. Schon in der vorangegangenen Nacht war es zu Gewalt gekommen, als AnhĂ€nger der Gegenseite eigenhĂ€ndig versucht hatten, das Protestcamp einzureißen.

Proteste gegen das Vorgehen Israels im Gaza-Krieg und fĂŒr eine SolidaritĂ€t mit den PalĂ€stinensern sind in den vergangenen Wochen an diversen US-Hochschulstandorten hochgekocht. Meist geht es dabei um die Forderung an Hochschulen und Unternehmen, finanzielle Beziehungen zu Israel zu kappen. WĂ€hrend einige jĂŒdische Studierende an diesen Protesten teilnehmen, fĂŒhlen sich andere bedroht und bleiben den Campussen fern.

Kritiker werfen insbesondere dem radikalen Teil der Protestbewegung Antisemitismus und die Verharmlosung der Hamas vor - die Islamistenorganisation spricht Israel das Existenzrecht ab und hat den Gaza-Krieg mit einem beispiellosen Massaker am 7. Oktober ausgelöst. Ihnen gegenĂŒber stehen vielerorts Proteste, die sich mit der israelischen Seite solidarisieren und eine Freilassung der von der Hamas noch immer gefangen gehaltenen Geiseln fordern. Antisemitische Taten waren seit dem 7. Oktober an den Campussen angestiegen. Islamophobe Übergriffe ebenfalls.

@ dpa.de