USA, Venezuela

SPD kritisiert US-Angriff auf Venezuela scharf

03.01.2026 - 16:23:15

Anders als der Koalitionspartner hat die SPD die US-MilitÀroperation in Venezuela und die Gefangennahme von PrÀsident Maduro scharf kritisiert.

"Dieses Vorgehen ist inakzeptabel und stellt einen gravierenden Bruch des Völkerrechts dar", sagte SPD-Fraktionsvize und Verteidigungspolitikerin Siemtje Möller dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland". Es sei zutiefst besorgniserregend, dass die Vereinigten Staaten damit "offenkundig internationale Regeln missachten", erklĂ€rte die Sozialdemokratin. Die US-Attacken seien "ein weiterer alarmierender Schritt im fortschreitenden Niedergang einer einst stabilen demokratischen FĂŒhrungsmacht". Die stellvertretende SPD-Fraktionschefin warf dem US-PrĂ€sidenten innenpolitische Motive vor.

"Trump will offenbar von den vielen innenpolitischen Problemen, den letzten Wahlniederlagen und schlechten Umfragewerten ablenken", sagte sie dem RND. "DafĂŒr ist ihm offenkundig jedes Mittel recht, auch das Einreißen des Regelwerks, das ĂŒber Jahrzehnte das Zusammenspiel der Staaten geordnet hat." Es bleibe zu hoffen, "dass es nicht zu einer weiteren Eskalation kommt", so Möller. Die FDP-Verteidigungspolitikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann hat das Vorgehen von US-PrĂ€sident Donald Trump in Venezuela mit dem des russischen Machthabers Wladimir Putin in der Ukraine verglichen. Beide steckten ihre jeweiligen Einflussbereiche ab, sagte sie den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. "Dabei missachten sie das Völkerrecht offen und gewĂ€hren einander offenkundig den nötigen Handlungsspielraum." Strack-Zimmermann wertete Trumps Vorgehen zugleich als "unmissverstĂ€ndliche Drohbotschaft" an DĂ€nemark und Grönland. Sie zeige, wozu Trump bereit sei, wenn er seine Ziele nicht auf freiwilligem Wege erreiche. "Europa darf daher keine Zeit mehr verlieren, eine gemeinsame Außenpolitik sowie eine belastbare und durchsetzungsfĂ€hige Sicherheitspolitik zu entwickeln", forderte die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im EU-Parlament. "Entweder wir EuropĂ€er nehmen Platz am weltpolitischen Tisch - oder wir stehen auf der Speisekarte." BSW-GrĂŒnderin Sahra Wagenknecht verurteilte das US-Vorgehen scharf. "Trumps MilitĂ€rschlag gegen Venezuela und die Festnahme Maduros sind ein eklatanter Bruch aller Regeln des Völkerrechts, um sich nach Wildwestmanier den Zugang zu den venezolanischen Ölquellen zu sichern", sagte Wagenknecht den Funke-Zeitungen. "Das ist nichts anderes als Staatsterrorismus, den die Bundesregierung scharf verurteilen und mit allen diplomatischen Mitteln zurĂŒckweisen muss." Wagenknecht rief die Bundesregierung dazu auf, unverzĂŒglich den GeschĂ€ftstrĂ€ger der US-Botschaft in Berlin einzubestellen. @ dts-nachrichtenagentur.de

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