Scholz, Notlagenbeschluss

Scholz will sofortigen Notlagenbeschluss zur Ukraine-UnterstĂŒtzung

13.02.2025 - 18:54:14

Angesichts der von US-PrĂ€sident Donald Trump und Russlands PrĂ€sident Wladimir Putin am Mittwoch angekĂŒndigten Verhandlungen zur Zukunft der Ukraine drĂ€ngt Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) auf eine sofortige Aussetzung und Reform der Schuldenbremse.

"Nicht zu handeln, hieße, die Sicherheit unseres Landes und unseres Kontinents auf Spiel zu setzen. Und das lasse ich in dieser fĂŒr unser Land kritischen Phase nicht zu", sagte Scholz in einem kurzfristig anberaumten Statement am Donnerstag. Damit Europa fĂŒr die USA ein VerbĂŒndeter auf Augenhöhe sei, mĂŒsse man erheblich mehr leisten fĂŒr die Sicherheit, um weiter in Frieden leben können.

Durch die Ereignisse der letzten 24 Stunden und die Äußerung der US-Regierung könne die Antwort auf Finanzierungsfrage nicht lĂ€nger vertagt werden. "Wir mĂŒssen sie geben - und zwar jetzt", sagte der Kanzler. Wie viel mehr man fĂŒr die Verteidigung ausgeben werde, mĂŒsse sich daraus ableiten, welche FĂ€higkeiten man brauche, um Deutschland und die Nato vor jedem möglichen Angriff zu schĂŒtzen, forderte Scholz. "Unsere Verteidigungsausgaben mĂŒssen weiter deutlich aufwachsen. Allein um das Zwei-Prozent-Ziel der Nato zu halten, brauchen wir ab 2028 30 Milliarden zusĂ€tzlich aus dem Bundeshaushalt. Jedes weitere Prozent, dass wir zusĂ€tzlich fĂŒr unsere Verteidigung ausgeben, entspricht - Stand jetzt - noch einmal 43 Milliarden Euro mehr", sagte er. "Das sind gewaltige BetrĂ€ge. Bis Ende des die dieses Jahrzehnts reden wir ĂŒber dreistellige Milliardensummen." Jeder, der behaupte, solche Summen könne man durch "Einsparung von 2 Milliarden hier und einer halben Milliarde dort aus dem Laufenden Haushalt heraussparen", der streue den BĂŒrgern Sand in die Augen, sagte der SPD-Spitzenkandidat. "Schlimmer noch: Der drĂŒckt sich um die wichtigste Zukunftsfrage herum, die es ĂŒberhaupt gibt. Die Frage nĂ€mlich, ob wir auch kĂŒnftig in Frieden leben werden oder nicht." Scholz begrĂŒndete seinen Vorstoß mit den Aussagen der US-Regierung am Vortag. "PrĂ€sident Trump hat GesprĂ€che mit PrĂ€sident Putin ĂŒber ein Ende des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine aufgenommen", sagte er. Zeitgleich habe der US-Verteidigungsminister "der Ukraine Gebietsabtretungen nahegelegt", so Scholz. "Und er hat auch ĂŒber die Entsendung von Truppen gesprochen. Zudem hat er klare Erwartungen an uns EuropĂ€er formuliert." Der SPD-Politiker forderte zum einen eine Reform der Schuldenbremse, um Investitionen in Sicherheit und Verteidigung davon auszunehmen. "Zweitens, der Bundestag sollte schnellstmöglich an Beschluss fassen, wonach der Krieg in der Ukraine und seine schwerwiegenden Folgen fĂŒr die Sicherheit Deutschlands und Europas als Notlage im Sinne des Artikel 115 Absatz 2 des Grundgesetzes eingestuft werden." Das fĂŒhre dazu, dass die "UnterstĂŒtzung fĂŒr die Ukraine, die heute wichtiger ist denn je, nicht lĂ€nger zu Lasten der anderen Aufgaben geht", die der deutsche Staat gegenĂŒber den eigenen BĂŒrgern zu erfĂŒllen habe, sagte er. "Drittens, wir werden die Diskussion innerhalb der EuropĂ€ischen Union voranbringen, wie wir Investitionen in unsere Verteidigung und den Aufbau einer starken europĂ€ischen Verteidigungsindustrie wirklich hinbekommen", so Scholz. Er habe als Bundeskanzler den Eid geschworen, Schaden vom deutschen Volk abzuwerten. "Am 24. Februar 2022 habe ich deshalb tiefgreifende Entscheidungen getroffen, um kraftvoll auf die Zeitenwende zu reagieren, die Russlands Angriffskrieg bedeutet", sagte Scholz. Heute stehe man erneut an solch einem Punkt. "Heute mĂŒssen wir uns der RealitĂ€t stellen, die das Handeln und die AnkĂŒndigung der US-Regierung fĂŒr die Ukraine, fĂŒr Europa und fĂŒr die Welt bedeuten."

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