Russland, Ukraine

Ukraine-GesprÀche: US- und Selenskyj-Berater in Berlin

14.12.2025 - 12:46:40

Ankunft im Minutentakt: Berlin ist Schauplatz intensiver BemĂŒhungen um einen Waffenstillstand in der Ukraine. Es geht darum, zwischen den USA, Europa und der Ukraine Positionen abzustimmen.

  • Die US-Delegation traf am Vormittag in Berlin ein.   - Foto: Kay Nietfeld/dpa

    Kay Nietfeld/dpa

  • Die Ukrainer trafen zunĂ€chst am Kanzleramt ein. - Foto: Michael Kappeler/dpa

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Die US-Delegation traf am Vormittag in Berlin ein.   - Foto: Kay Nietfeld/dpaDie Ukrainer trafen zunÀchst am Kanzleramt ein. - Foto: Michael Kappeler/dpa

Delegationen aus den USA und der Ukraine sind in Berlin eingetroffen, um ĂŒber einen möglichen Waffenstillstand in der Ukraine zu beraten. Wie ein Fotograf der Deutschen Presse-Agentur beobachtete, trafen der US-Sondergesandte Steve Witkoff und der Schwiegersohn von US-PrĂ€sident Donald Trump, Jared Kushner, am Vormittag in einem Hotel im Zentrum der Bundeshauptstadt ein. Aus Moskau blickt man negativ auf die Beratungen. An den GesprĂ€chen nimmt auch der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj teil.

Zu den Ukrainern in Uniform und Zivil, die am Vormittag in Berlin ankamen und am Kanzleramt von GĂŒnter Sautter, dem außen- und sicherheitspolitischen Berater von Kanzler Friedrich Merz (CDU), begrĂŒĂŸt wurden, zĂ€hlte nach Angaben von dpa-Reportern Ex-Verteidigungsminister Rustem Umjerow. Er fuhr gemeinsam mit Sautter zu dem Hotel, in dem zuvor die US-Delegation abgestiegen war. Umjerow ist Selenskyjs ChefunterhĂ€ndler sowie SekretĂ€r des Rates fĂŒr Nationale Sicherheit und Verteidigung der Ukraine. 

GesprÀche zunÀchst auf Beraterebene

Geplant war, dass die zwischen Vertretern der USA und der Ukraine gefĂŒhrten GesprĂ€che ĂŒber ein Ende des russischen Angriffskriegs zunĂ€chst mit europĂ€ischer Beteiligung auf Beraterebene fortgesetzt werden - unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Nicht öffentlich bekannt ist bislang, welche konkreten VorschlĂ€ge aktuell auf dem Tisch liegen. 

Selenskyj will bei seinem Treffen in Berlin mit Witkoff vor allem seine letzten VorschlĂ€ge zum Friedensplan von PrĂ€sident Donald Trump erörtern. Er habe bisher keine US-Reaktion auf seine jĂŒngsten ÄnderungsvorschlĂ€ge erhalten, antwortete Selenskyj laut ukrainischen Medien auf Fragen von Journalisten. Vorab hatte Selenskyj erklĂ€rt, dass er die Ukraine in einer starken Verhandlungsposition sehe.

Selenskyj: Plan muss gerecht und effektiv sein

Ein Friedensplan werde nicht so aussehen, dass er allen gefalle, meinte Selenskyj. Es gebe KompromissvorschlĂ€ge. «Das Allerwichtigste ist, dass der Plan möglichst gerecht ist, vor allem fĂŒr die Ukraine. Das Wichtigste ist, dass er effektiv ist», sagte er. Weil nicht alle eine Mitgliedschaft der Ukraine in der Nato unterstĂŒtzten, gebe es einen Kompromissvorschlag fĂŒr Sicherheitsgarantien des Landes vor neuen russischen Angriffen. Details nannte er nicht.

Nach Berlin kam auch der amerikanische Vier-Sterne-General Alexus Grynkewich. Nach Angaben seines Sprechers reiste der Oberbefehlshaber der Nato-StreitkrĂ€fte in Europa als ranghoher Vertreter des US-MilitĂ€rs an, um den US-Verhandlern militĂ€rischen Rat zu geben – im Rahmen von PrĂ€sident Trumps BemĂŒhungen um Frieden.

Merz empfÀngt Selenskyj

Selenskyj teilte auch mit, dass er Kanzler Merz und andere AnfĂŒhrer europĂ€ischer Staaten treffen werde in Berlin. Regierungssprecher Stefan Kornelius hatte am Freitag mitgeteilt, dass Merz den ukrainischen Staatschef am Montag zunĂ€chst zu deutsch-ukrainischen WirtschaftsgesprĂ€chen empfangen werde. 

Anfang Dezember hatte sich Witkoff mit Russlands PrÀsident Wladimir Putin getroffen. Putin zeigte sich danach zwar weiterhin zu Verhandlungen bereit, betonte aber, dass Russland auf dem Schlachtfeld die strategische Initiative habe - und seine Kriegsziele auch mit militÀrischer Gewalt durchsetzen könne, falls eine diplomatische Einigung scheitern sollte.

Kreml schaut negativ auf Berliner Treffen

Russland blickt eher argwöhnisch auf die Verhandlungen. Die BeitrĂ€ge der EuropĂ€er und der Ukraine zum Friedensplan von US-PrĂ€sident Donald Trump wĂŒrden «wohl kaum konstruktiv sein», wie der außenpolitische Berater von Kremlchef Wladimir Putin, Juri Uschakow, vor Beginn der GesprĂ€che in Berlin dem russischen Staatsfernsehen sagte. 

«Darin liegt das Problem», sagte Uschakow.  Zugleich lobte er, dass die US-Seite die russische Position verstehe. Uschakow machte deutlich, dass Russland vor allem nicht von seinen Territorialforderungen fĂŒr eine friedliche Lösung des Konflikts abrĂŒcke. Moskau verlangt, dass Kiew seine Truppen auch aus jenen Gebieten im umkĂ€mpften Industriegebiet Donbass abzieht, die Russland bisher nicht erobern konnte und die von der Ukraine weiter kontrolliert werden.

Kreml: Amerikaner verstehen russische Position

Russland lehne Änderungen an den Punkten zu Gebietsfragen ab, sagte Uschakow. «Die Frage der Gebiete wurde insgesamt in Moskau aktiv diskutiert. Die Amerikaner kennen nicht nur unsere Position, sondern verstehen sie auch», sagte Uschakow, der unter anderem mit Witkoff und Putin etwa fĂŒnf Stunden ĂŒber Trumps Friedensplan gesprochen hatte. 

Die US-Regierung hatte auf Betreiben von PrĂ€sident Donald Trump im November einen Friedensplan vorgelegt, ĂŒber den seitdem in verschiedenen Runden verhandelt wurde. Trump fordert von der Ukraine, einem Friedensabkommen zuzustimmen. Er sieht das von westlicher UnterstĂŒtzung abhĂ€ngige Land militĂ€risch im Nachteil gegenĂŒber dem Angreifer Russland.

Was nach den Konsultationen zwischen den Ukrainern und EuropĂ€ern nun in dem Plan stehe, sei Russland bisher nicht bekannt, sagte Uschakow. «Es wird wohl kaum etwas Gutes sein», meinte er. Seine jetzt veröffentlichten Äußerungen waren bereits am Freitag aufgezeichnet worden. 

US-Teilnahme war erst noch offen gewesen 

Merz hatte am Mittwoch gemeinsam mit dem französischen PrĂ€sidenten Emmanuel Macron und dem britischen Regierungschef Keir Starmer mit Trump zur Lage in der Ukraine telefoniert. Er habe aus dem Telefonat mit Trump «den festen Eindruck mitgenommen, dass er bereit ist, diesen Weg mit uns zu gehen, weil er weiß, dass die EuropĂ€er hier auch mit ihren eigenen Interessen gehört werden mĂŒssen», sagte Merz am Donnerstag.

@ dpa.de

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