Menschen trauern weiter um Nawalny auf Friedhof in Moskau
02.03.2024 - 10:38:36 | dpa.deNach der Beerdigung des im Straflager gestorbenen Kremlgegners Alexej Nawalny haben sich auch heute trotz Polizeiaufgebots weiter Menschen an seinem Grab auf dem Friedhof Borissowskoje in Moskau von ihm verabschiedet. Die Polizei lieà die Trauernden ungehindert am Grab verweilen und Blumen niederlegen, wie unabhÀngige russische Medien meldeten.
Auf Bildern von der GrabstÀtte war ein Meer von Blumen und KrÀnzen zu sehen - und ein russisch-orthodoxes Kreuz mit einem Foto von einem lÀchelnden Alexej Nawalny. Der Gegner von Kremlchef Wladimir Putin war nach Behördenangaben am 16. Februar im Straflager in der Polarregion gestorben.
Nawalnys Team will nicht aufgeben
Nawalnys Team hatte am Freitagabend nach der Beerdigung noch einmal betont, dass der Kampf der ins Exil ins Ausland geflĂŒchteten Opposition gegen Korruption und Putins Machtapparat fortgesetzt werde. Nawalnys VermĂ€chtnis bleibe am Leben, «solange es in Russland und in der Welt Millionen Menschen gibt, denen das nicht gleichgĂŒltig ist. Deshalb darf man nicht aufgeben.»
Am Tag der Beerdigung Nawalnys hatte es landesweit Traueraktionen gegeben, dabei gab es Dutzende Festnahmen. Das BĂŒrgerrechtsportal ovd.info meldete am Morgen, dass die Zahl der Festnahmen bei mehr als 100 liege, verteilt auf 20 StĂ€dte, davon etwa allein etwa 20 Menschen in Nowosibirsk.
Tausende kommen zur Trauerfeier
In Moskau hatten sich am Freitag Tausende Menschen zur Trauerfeier an der Kirche und am Friedhof eingefunden. Viele skandierten «Putin ist ein Mörder!» und «Russland ohne Putin». Angehörige, UnterstĂŒtzer und auch Menschenrechtler werfen Putin die Ermordung seines Gegners im Straflager vor.
Nawalny starb am 16. Februar nach Behördenangaben im Straflager mit dem inoffiziellen Namen «Polarwolf» in der sibirischen Arktisregion Jamal. Die UmstĂ€nde seines Todes sind nicht geklĂ€rt. Der durch einen Giftanschlag 2020 und wiederholte Einzelhaft im Lager geschwĂ€chte Politiker soll bei einem Rundgang auf dem eisigen GefĂ€ngnishof zusammengebrochen und trotz Wiederbelebungsversuchen gestorben sein. Nach Angaben von Nawalnys Team ist im Totenschein von «natĂŒrlichen» Ursachen die Rede.
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