Meta, Facebook

Meta verschÀrft Kontrolle von Inhalten nach Hamas-Attacke

14.10.2023 - 00:52:10

Auch bei Facebook, Instagram und Threads ist die Zahl der Falschinformationen und Darstellungen von Gewalt seit dem Hamas-Angriff auf Israel gestiegen. Wie geht der Meta-Konzern dagegen vor?

Der Facebook-Konzern Meta ergreift nach der Attacke der islamistischen Hamas auf Israel zusĂ€tzliche Maßnahmen gegen die Verbreitung illegaler und irrefĂŒhrender Inhalte im Netz.

Allein in den ersten drei Tagen nach dem Angriff am Samstag vergangener Woche seien 795.000 BeitrÀge auf Arabisch und HebrÀisch entfernt oder als verstörend markiert worden, teilte Meta gestern mit. In dieser Zeit seien in diesen Sprachen tÀglich sieben Mal mehr BeitrÀge als im Durchschnitt der vergangenen zwei Monate gelöscht worden.

Zu den weiteren Schritten gehöre, auf Hinweis jene BeitrĂ€ge zu löschen, bei denen mutmaßliche Geiseln klar zu erkennen seien. FĂŒr eine Reihe von Schlagwörtern (Hashtags) bei Instagram, unter denen es zahlreiche VerstĂ¶ĂŸe gegen Inhalte-Regeln gegeben habe, sei die Suchfunktion deaktiviert worden. Bei Live-Video lasse Meta besondere Vorsicht walten, auch angesichts von Drohungen der Hamas, Geiseln zu zeigen. FĂŒr einige Nutzer, die zuvor gegen Regeln verstoßen hĂ€tten, sei die Funktion deaktiviert worden.

Mahnung von EU-Kommissar

Meta verwies auch darauf, dass der Konzern 2021 ein Netzwerk von Profilen mit Verbindung zur Hamas aufgespĂŒrt und entfernt habe. Diese Fake-Accounts hĂ€tten versucht, auf die Plattform zurĂŒckzukehren.

Der Konzern veröffentlichte die Informationen nach einer Mahnung des EU-Kommissars Thierry Breton. Er wolle unverzĂŒglich ĂŒber Einzelheiten der Maßnahmen informiert werden, die Facebook unternommen habe, um schĂ€dliche Inhalte einzudĂ€mmen, schrieb Breton in einem Brief am Mittwoch. Nachdem Elon Musks Online-Plattform X auf eine Ă€hnliche Aufforderung mit sehr allgemeinen Informationen reagiert hatte, bekam der Dienst einen offiziellen Fragenkatalog der EU-Kommission. Breton hatte auf Hinweise verwiesen, dass bei X manipulierte Bilder und Mitschnitte aus Videospielen im Umlauf waren, die als echte Aufnahmen ausgegeben wurden.

Die Lage rund um den Hamas-Angriff ist der erste große Test fĂŒr das neue EU-Gesetz DSA (Digital Services Act), das Online-Plattformen zu einem strikten Vorgehen unter anderem gegen Hassrede verpflichtet.

@ dpa.de