Donald Trump, Wahlbetrug

Anklage in Georgia: Trump plÀdiert auf «nicht schuldig»

31.08.2023 - 17:54:51

Auch im US-Bundesstaat Georgia ist Trump im Zusammenhang mit versuchtem Wahlbetrug angeklagt. Wieder weist der Republikaner alle VorwĂŒrfe zurĂŒck. Zur Anklageverlesung wird er nicht vor Gericht erscheinen.

Washington/Atlanta - Der frĂŒhere US-PrĂ€sident Donald Trump hat nach einer Anklage im Bundesstaat Georgia im Zusammenhang mit versuchtem Wahlbetrug auf «nicht schuldig» plĂ€diert. Das geht aus einem am Donnerstag veröffentlichten Gerichtsdokument hervor. Darin macht er auch deutlich, von seinem Recht Gebrauch zu machen, fĂŒr die Verlesung der Anklage nicht vor Gericht zu erscheinen. Als Termin dafĂŒr war der 6. September festgelegt worden.

In Georgia ist Trump gemeinsam mit 18 anderen Beschuldigten wegen seiner Versuche, den Ausgang der PrĂ€sidentenwahl 2020 in dem Bundesstaat zu beeinflussen, angeklagt worden. Am vergangenen Donnerstag hatte der Republikaner bereits im BezirksgefĂ€ngnis von Atlanta erscheinen mĂŒssen, um sich dort wegen der Anklage formal den Behörden zu stellen und seine Personalien aufnehmen zu lassen. Dort wurde auch ein Polizeifoto des republikanischen PrĂ€sidentschaftsbewerbers gemacht. Das historisch genannte Polizeifoto eines ehemaligen US-PrĂ€sidenten ging um die Welt.

Trump weist alle VorwĂŒrfe zurĂŒck

Die 98 Seiten lange Anklageschrift in Georgia listet verschiedene Anklagepunkte auf - darunter ist ein Tatbestand, der ĂŒblicherweise bei FĂ€llen organisierter KriminalitĂ€t zum Einsatz kommt.

FĂŒr Trump ist es bereits die vierte Anklage. Dass ein Ex-PrĂ€sident wegen einer Straftat vor Gericht kommt, hatte es in der Geschichte der USA zuvor ĂŒberhaupt noch nicht gegeben. Der Republikaner, der bei der PrĂ€sidentenwahl 2024 erneut antreten will, weist alle VorwĂŒrfe zurĂŒck und wertet die Strafverfolgung gegen ihn als Versuch seiner Gegner, ihn an einem Wiedereinzug ins Weiße Haus zu hindern.

Trump hatte die PrĂ€sidentenwahl 2020 gegen den Demokraten Joe Biden verloren. Er weigert sich aber bis heute, seine Niederlage einzugestehen. Der 77-JĂ€hrige behauptet stattdessen unbeirrt, er sei durch massiven Wahlbetrug um einen Sieg gebracht worden. Weder Trump noch seine AnwĂ€lte haben Beweise fĂŒr diese Behauptungen vorgelegt.

Dutzende Klagen des Trump-Lagers wurden nach der Wahl von Gerichten abgeschmettert, auch vom obersten US-Gericht. Trumps Feldzug gegen den Wahlausgang gipfelte am 6. Januar 2021 in einem Sturm seiner AnhÀnger auf das Kapitol in Washington.

Georgia spielt eine SchlĂŒsselrolle

Georgia gehörte zu den Bundesstaaten, die fĂŒr den Wahlausgang 2020 eine SchlĂŒsselrolle spielten. Biden gewann in dem Bundesstaat damals mit etwa 12.000 Stimmen Vorsprung. Trump bemĂŒhte sich, seine Wahlniederlage dort - wie auch in anderen Bundesstaaten - nachtrĂ€glich noch Ă€ndern zu lassen.

Unter anderem rief Trump damals in einem einstĂŒndigen Telefonat den obersten Wahlaufseher Georgias, seinen republikanischen Parteikollegen Brad Raffensperger, dazu auf, genĂŒgend Stimmen fĂŒr ihn «zu finden», um das Ergebnis «nachzuberechnen» und zu drehen.

@ dpa.de