Audi-US-Werk, Hubert Aiwanger

Audi baut US-Werk: Aiwanger nennt Investition alternativlos

Veröffentlicht am: 26.10.2026 um 18:38 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS
Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger hĂ€lt Audis Milliardenprojekt in den Vereinigten Staaten trotz Arbeitsplatzverlusten in Deutschland fĂŒr notwendig. Er fordert von Bund und EU bessere Bedingungen fĂŒr die heimische Autoindustrie.

Audis US-PlÀne und Aiwangers Forderungen

  • Audi plant ein eigenes Werk in den USA und will damit nĂ€her am dortigen Absatzmarkt produzieren.
  • Aiwanger verlangt höchstens 25 Prozent Unternehmenssteuern und ein Ende der CO2-Bepreisung.
  • Der Minister fordert außerdem die Aufhebung des Verbrennerverbots und niedrigere Energiepreise.
  • Er verteidigt den Auftritt von Audi-Chef Gernot Döllner mit Donald Trump als sachlich begrĂŒndet.
Audi (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Audi investiert in den USA – Aiwanger sieht keinen Ausweg

Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger hat Audis Entscheidung verteidigt, Milliarden in ein US-Werk zu investieren, wĂ€hrend in Deutschland ArbeitsplĂ€tze verloren gehen. Dem Fernsehsender „Welt“ sagte der Freie-WĂ€hler-Politiker, Audi mĂŒsse wegen steigender US-Importzölle dort produzieren, wo der Konzern seine Fahrzeuge verkauft.

Minister fordert bessere Bedingungen

Aiwanger erklĂ€rte, der Schritt sei fĂŒr die Stabilisierung des Konzerns „leider Gottes alternativlos“. Zugleich wĂŒnsche er sich eine stĂ€rkere UnterstĂŒtzung der Werke in Deutschland und Bayern.

DafĂŒr mĂŒsse die Bundespolitik gemeinsam mit Europa die Rahmenbedingungen verbessern. Aiwanger nannte niedrigere Energiepreise, geringere Steuern und weniger Vorschriften als zentrale Voraussetzungen, um weitere Verlagerungen von ArbeitsplĂ€tzen zu verhindern.

Forderungen zu Steuern und Antrieben

Konkret verlangte der Minister Unternehmenssteuern von maximal 25 Prozent, ein Ende der CO2-Bepreisung und die Aufhebung des Verbrennerverbots. Außerdem sprach er sich fĂŒr flexiblere Arbeitszeiten und deutlich gĂŒnstigere Energiepreise aus.

Deutschland sei international derzeit nicht mehr wettbewerbsfÀhig, sagte Aiwanger. Investitionen im Ausland könnten nach seiner EinschÀtzung dennoch ArbeitsplÀtze in Deutschland sichern, wenn Gewinne aus auslÀndischen GeschÀften heimische Werke mitfinanzierten.

Kritik an Trump-Auftritt zurĂŒckgewiesen

Als Beispiel nannte Aiwanger auch mittelstĂ€ndische Unternehmen, die in Osteuropa produzierten, um ihre Gesamtbilanz auszugleichen und Hauptwerke in Deutschland zu stĂŒtzen. Er sei nicht ĂŒberzeugt, dass es Volkswagen und Audi ohne Investitionen in den USA langfristig besser gehen wĂŒrde.

Die Kritik am gemeinsamen Auftritt von Audi-Chef Gernot Döllner und US-PrĂ€sident Donald Trump wies Aiwanger zurĂŒck. Politiker stellten sich weltweit bei Werkseröffnungen und InvestitionsankĂŒndigungen neben Unternehmensvertreter, sagte er.

Die Audi-Entscheidung steht im Zusammenhang mit dem wachsenden Druck auf europĂ€ische Autohersteller, Produktion stĂ€rker an die AbsatzmĂ€rkte anzupassen. Das geplante Werk in Georgia soll rund 4.500 ArbeitsplĂ€tze schaffen und eine KapazitĂ€t von bis zu 200.000 Fahrzeugen pro Jahr erreichen. Audi wĂŒrde damit erstmals eine eigene FertigungsstĂ€tte in den USA errichten.

FĂŒr den Konzern ist der Schritt zugleich eine Reaktion auf die Bedeutung des US-Marktes und auf handelspolitische Risiken. Höhere Importzölle verteuern Fahrzeuge, die aus Europa in die Vereinigten Staaten eingefĂŒhrt werden. Eine lokale Produktion kann diese Belastung reduzieren und die Position des Unternehmens im amerikanischen Markt stĂ€rken.

Standortpolitik unter Druck

In Deutschland verschĂ€rft die Investition die Debatte ĂŒber die WettbewerbsfĂ€higkeit des Industriestandorts. Aiwanger verbindet die Sicherung heimischer BeschĂ€ftigung mit niedrigeren Energie- und Unternehmenskosten, weniger Regulierung und grĂ¶ĂŸerer FlexibilitĂ€t bei Arbeitszeiten und Antrieben. Seine Argumentation folgt dem Muster, dass AuslandsgeschĂ€fte Gewinne erwirtschaften können, die auch deutsche Werke stabilisieren.

Gleichzeitig bleibt die Verteilung der Investitionen ein politisch sensibler Punkt. Neue Stellen in den USA entstehen zusĂ€tzlich, wĂ€hrend Audi und Volkswagen in Deutschland mit hohen Kosten und strukturellem Anpassungsdruck umgehen mĂŒssen. FĂŒr BeschĂ€ftigte und Zulieferer wird entscheidend sein, ob die US-Produktion deutsche Standorte ergĂ€nzt oder langfristig Teile der Wertschöpfung verlagert.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

SWR Aktuell: „Audi baut eigenes Werk in den USA“ (25.10.2026)

Der Beitrag hebt die geplanten rund 4.500 ArbeitsplĂ€tze und die KapazitĂ€t von 200.000 Fahrzeugen jĂ€hrlich hervor. Im Mittelpunkt steht außerdem die mögliche Bedeutung der Investition fĂŒr den Standort Neckarsulm.

Bayerischer Rundfunk: „Auf Wahlkampftour: Trump kĂŒndigt erstes Audi-Werk in den USA an“ (25.10.2026)

Der Bericht ordnet die Investition als erstes eigenes Audi-Werk in den USA ein und nennt ein Volumen von 4,2 Milliarden Dollar. Anders als der SWR richtet sich der Schwerpunkt stĂ€rker auf die öffentliche AnkĂŒndigung durch Donald Trump wĂ€hrend einer Wahlkampfveranstaltung.

Beide BeitrĂ€ge bestĂ€tigen Umfang und Standort des Vorhabens, setzen aber unterschiedliche Akzente: Im Vordergrund stehen einerseits regionale BeschĂ€ftigungseffekte, andererseits die politische Inszenierung der AnkĂŒndigung.

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