USA, Regierung

Gouverneur stellt indirekt Trumps geistige Fitness infrage

28.11.2025 - 19:21:49 | dpa.de

Auf Truth Social setzt der US-Präsident eine ganze Reihe drastischer Botschaften ab, und greift dabei auch den Gouverneur von Minnesota an. Der Demokrat reagiert prompt.

Der Gouverneur von Minnesota gilt als scharfer Trump-Kritiker. (Archivbild) - Foto: Jerry Holt/Star Tribune via AP/dpa
Der Gouverneur von Minnesota gilt als scharfer Trump-Kritiker. (Archivbild) - Foto: Jerry Holt/Star Tribune via AP/dpa

Der Gouverneur des US-Bundesstaates Minnesota hat scharf auf einen verbalen Angriff von US-Präsident Donald Trump reagiert. Auf der Plattform X forderte der Demokrat Tim Walz, die MRT-Befunde des Republikaners offenzulegen - und stellte damit indirekt Trumps geistige Fitness infrage. 

MRT ist die Abkürzung für Magnetresonanztomographie. Sie liefert Aufnahmen des Körperinneren; erkannt werden können etwa Gelenkschäden, Herzinfarkte oder Tumore. Ende Oktober hatte Trump erklärt, sich einer MRT-Untersuchung unterzogen zu haben. Die Ergebnisse seien «perfekt» gewesen, sagte der 79 Jahre alte Präsident. Veröffentlicht wurden sie jedoch nicht, was Spekulationen darüber anfachte, was auf den Scans zu sehen sein könnte.

Trump nutzt diskriminierende Sprache

Auslöser der Auseinandersetzung zwischen Walz und Trump war eine Tirade des US-Präsidenten auf seiner Plattform Truth Social. Darin griff er Menschen aus «Dritte-Welt-Ländern» an, die in den USA leben, warf ihnen pauschal Kriminalität vor und beleidigte Walz. Trump verwendete dabei einen Ausdruck, der einst für Menschen mit Behinderungen benutzt wurde, heute aber als diskriminierend gilt. Auch die Bezeichnung «Dritte Welt» gilt als überholt.

In seinen Ausführungen sprach Trump zudem von der Notwendigkeit einer «Reverse Migration» (zu Deutsch etwa: umgekehrte Migration) - eine Formulierung, die stark an das von Rechtsextremisten in Deutschland und anderen Ländern verwendete Wort «Remigration» erinnert. Gemeint ist damit in der Regel, dass eine große Zahl von Menschen ausländischer Herkunft das jeweilige Land verlassen soll, auch unter Zwang.

Trump-Regierung reagiert hart auf Angriff in Washington

Hintergrund ist der Angriff auf zwei Nationalgardisten in der Hauptstadt Washington. Eine Soldatin verstarb, der andere Soldat liegt schwer verletzt im Krankenhaus. Die Trump-Regierung hatte in der Folge des Angriffs scharfe Maßnahmen gegen Menschen aus Afghanistan angekündigt - dem Herkunftsland des mutmaßlichen Täters. Geplant sind umfassende Überprüfungen von afghanischen Flüchtlingen in den USA. Auch Menschen aus anderen Staaten, vor allem solchen mit anhaltenden Konflikten, gerieten in den Fokus.

Menschenrechtsorganisationen warnten eindringlich davor, die Tat eines Einzelnen zu instrumentalisieren und ganze Bevölkerungsgruppen zu diskreditieren.

Trump hatte schon vor dem Angriff in Washington angekündigt, ein Programm zum vorübergehenden Schutz von Flüchtlingen aus Somalia zu beenden. Minnesota ist Heimat einer großen somalischen Diaspora. In seinem Schwall an Posts griff Trump neben Gouverneur Walz - der bei der Präsidentschaftswahl 2024 als Vizekandidat neben Kamala Harris antrat - auch die somalisch-stämmige Kongressabgeordnete Ilhan Omar mit diskriminierender Rhetorik an. Die 43-Jährige vertritt einen Wahlkreis in Minnesota.

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