EU fordert nach PrÀsidentenwahl in Venezuela Transparenz
29.07.2024 - 22:31:34Die EU hat scharfe Kritik am Ablauf der PrĂ€sidentenwahl in Venezuela geĂŒbt. «GlaubwĂŒrdige Berichte von inlĂ€ndischen und internationalen Beobachtern deuten darauf hin, dass die Wahlen von zahlreichen MĂ€ngeln und UnregelmĂ€Ăigkeiten ĂŒberschattet wurden», teilte der EU-AuĂenbeauftragte Josep Borrell mit. Hindernisse fĂŒr die Teilnahme von Oppositionskandidaten, MĂ€ngel im WĂ€hlerregister und ein ungleicher Zugang zu den Medien hatten zu ungleichen Wahlbedingungen beigetragen.
Dazu, dass der Nationale Wahlrat (CNE) Amtsinhaber NicolĂĄs Maduro zum Wahlsieger erklĂ€rte, sagte Borrell: «Die Wahlergebnisse wurden nicht verifiziert und können nicht als reprĂ€sentativ fĂŒr den Willen des venezolanischen Volkes angesehen werden, bis alle offiziellen Aufzeichnungen der Wahllokale veröffentlicht und ĂŒberprĂŒft wurden». Die EU fordere den Wahlrat auf, sofort Zugang zu den Wahldokumenten jedes Wahllokals und der Veröffentlichung der aufgeschlĂŒsselten Wahlergebnisse zu gewĂ€hren. Zudem mĂŒssten alle nach der Wahl eingereichten Beschwerden und MissstĂ€nde vollstĂ€ndig von den Behörden untersucht werden.
Ungarn verhindert ErklÀrung im Namen aller EU-Staaten
Ob sich die EU-Staaten im Fall von anhaltenden Zweifeln darauf verstĂ€ndigen können, das kommunizierte Wahlergebnis geschlossen nicht anzuerkennen, ist derzeit allerdings fraglich. Nach Angaben von Diplomaten verhinderte Ungarn, dass die ErklĂ€rung des EU-AuĂenbeauftragten im Namen aller EU-Staaten veröffentlicht werden konnte. Warum Ungarn ein Veto einlegte, blieb zunĂ€chst unklar. Die Regierung des rechtspopulistischen MinisterprĂ€sidenten Viktor Orban hatte zuletzt mehrfach kritische ErklĂ€rungen gegen Drittstaaten blockiert - zum Beispiel zugunsten von Russland und Israel.
Bei der umstrittenen PrÀsidentenwahl im Krisenstaat Venezuela erhielt der autoritÀre Amtsinhaber Nicolås Maduro nach offiziellen Angaben vom Montag 51,2 Prozent der Stimmen. Der Oppositionskandidat Edmundo Gonzålez Urrutia  bekam demnach 44,2 Prozent. Die Opposition erkannte das offizielle Ergebnis nicht an und warf der Regierung Wahlbetrug vor. Auch die US-Regierung und eine Reihe lateinamerikanischer Staaten meldeten Zweifel an dem offiziellen Wahlergebnis an. Zuvor hatten mehrere Umfragen einen deutlichen Sieg der Opposition prognostiziert.





