Pentagon, Transmenschen

Pentagon will Transmenschen aus dem MilitĂ€r schmeißen

28.02.2025 - 01:29:10

Ausgrenzung per Erlass: Wer seine TransidentitÀt offen leben will, soll das US-MilitÀr verlassen - so will es PrÀsident Donald Trump. Das Pentagon leistet Folge. Menschenrechtsgruppen laufen Sturm.

Das US-Verteidigungsministerium will Transmenschen weitgehend vom MilitĂ€rdienst ausschließen – auch aktive Soldatinnen und Soldaten. «Der Dienst dieser Individuen ist nicht im besten Interesse der StreitkrĂ€fte und nicht eindeutig im Einklang mit den Interessen der nationalen Sicherheit» heißt es in einer Pentagon-Weisung, die auf Anordnung von PrĂ€sident Donald Trump erarbeitet wurde. Das Papier kam im Zuge einer Klage von LGBTQ-Gruppen gegen die US-Regierung als Teil von Gerichtsdokumenten an die Öffentlichkeit. LGBTQ steht fĂŒr Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans- und queere Menschen.

Transmenschen identifizieren sich nicht mit dem Geschlecht, das ihnen bei der Geburt zugeschrieben wurde. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft trans- und geschlechtsdiverse IdentitĂ€ten seit 2019 nicht mehr als psychische Erkrankung ein, um ein modernes VerstĂ€ndnis von GeschlechteridentitĂ€t widerzuspiegeln. Eine frĂŒhere Richtlinie des Pentagon untersagte die Diskriminierung aufgrund von GeschlechteridentitĂ€t.

Betroffene sollen gehen

Die neue Weisung fordert, dass Verantwortliche der einzelnen StreitkrĂ€ftezweige binnen 30 Tagen alle Personen mit einer Diagnose oder Vorgeschichte von «Geschlechtsdysphorie» identifizieren. Diese Menschen sollen dann vom MilitĂ€r ausgeschlossen und ehrenhaft entlassen werden – es sei denn, «ihre Akte rechtfertigt» Gegenteiliges. 

Ausnahmen sind nur erlaubt, wenn die Betroffenen «unmittelbar der KriegsfĂŒhrung» dienen. Sie mĂŒssten seit drei Jahren mit dem ihnen bei Geburt zugeschriebenen Geschlecht leben, «ohne klinisch signifikanten Leidensdruck», dĂŒrften ihr Geschlecht nie geĂ€ndert haben und mĂŒssten die geschlechtsspezifischen Vorschriften des MilitĂ€rs akzeptieren.

Das Pentagon erkennt laut der Weisung nur zwei Geschlechter an. Dienstmitglieder mĂŒssen Anreden wie «Sir» und «Ma’am» entsprechend ihrem bei der Geburt zugeschriebenen Geschlecht verwenden. Zudem sollen geschlechtsangleichende Behandlungen nicht mehr ĂŒber die MilitĂ€r-Gesundheitsvorsorge finanziert und geplante Operationen gestrichen werden.

Notwendig oder ideologisch motiviert?

Kritiker sehen darin eine diskriminierende Maßnahme, die die Einsatzbereitschaft der Truppe schwĂ€chen könnte, da erfahrene Soldatinnen und Soldaten aus dem Dienst gedrĂ€ngt wĂŒrden. Menschenrechtsorganisationen kritisieren, die Entscheidung sei nicht aus militĂ€rischer Notwendigkeit, sondern aus ideologischen Motiven getroffen worden.

Dank einer RegelĂ€nderung unter der Regierung des damaligen US-PrĂ€sidenten Barack Obama dĂŒrfen offen als Transmenschen lebende Personen seit 2016 im US-MilitĂ€r dienen. Ihre genaue Zahl in den StreitkrĂ€ften ist allerdings unklar, da einheitliche Studien fehlen und viele aus Angst vor Diskriminierung ihre IdentitĂ€t nicht offenlegen. SchĂ€tzungen gehen aber von einem niedrigen einstelligen Prozentsatz im aktiven Dienst aus.

Trump setzte sich bereits in seiner ersten Amtszeit fĂŒr den Ausschluss von Transmenschen aus dem MilitĂ€r ein und verschĂ€rft nun erneut die Regeln. Er behauptet, das MilitĂ€r sei von einer «radikalen Gender-Ideologie heimgesucht» worden, und beauftragte Verteidigungsminister Pete Hegseth mit der Erarbeitung neuer Richtlinien. Daraufhin zogen die LGBTQ-Gruppen vor Gericht.

@ dpa.de