Medwedew droht befreiten russischen Oppositionellen
04.08.2024 - 13:42:27 | dpa.deDer frĂŒhere Kremlchef Dmitri Medwedew hat den ausgetauschten politischen Gefangenen aus Russland Drohungen hinterhergeschickt. Er nannte die Regierungsgegner VerrĂ€ter, die «fĂŒr das heutige Russland eine existenzielle Gefahr darstellen», wie er auf seinem Telegram-Blog schrieb. «Sie sollen die VergĂ€nglichkeit ihres Daseins in dieser Welt nicht vergessen.» Der jetzige Vizechef des russischen Sicherheitsrates riet ihnen, sich immer vorsichtig umzuschauen.Â
Bei einem groĂen AustauschgeschĂ€ft zwischen Russland und dem Westen waren am Donnerstag auch acht politische HĂ€ftlinge aus russischen GefĂ€ngnissen freigelassen und ausgeflogen worden. Dazu zĂ€hlten Wladimir Kara-Mursa, Ilja Jaschin und Oleg Orlow. Moskau erhielt dafĂŒr den in Deutschland wegen Mordes verurteilten Geheimdienstler Wadim Krassikow zurĂŒck.Â
Krassikow hatte 2019 in Berlin in mutmaĂlich staatlichem Auftrag einen Georgier tschetschenischer Herkunft erschossen. PrĂ€sident Wladimir Putin begrĂŒĂte ihn und mehrere aus westlicher Haft entlassene russische Spione bei ihrer Ankunft in Moskau.
Das bessere GeschĂ€ft fĂŒr Moskau?
Russland habe bei dem Austausch das bessere GeschĂ€ft gemacht, erklĂ€rte Medwedew. SchlieĂlich seien Leute nach Moskau zurĂŒckgekehrt, «die fĂŒr das Vaterland gearbeitet haben». Sie seien «Patrioten ihrer Heimat». Russland habe dagegen neben Spionen und kriminellen AuslĂ€ndern Gefangene abgegeben, die ihr Vaterland hassten und es zerstören wollten.Â
Medwedew galt in seiner Zeit als PrĂ€sident als liberaler HoffnungstrĂ€ger. In der jetzigen Konfliktsituation mit dem Westen tut er sich mit hetzerischen ĂuĂerungen hervor. Den russischen Oppositionellen rief er hinterher, sie sollen «in der Hölle schmoren».
Die USA bekamen bei dem Austausch den Reporter Evan Gershkovich und den Ex-Soldaten Paul Whelan zurĂŒck, die beide in Russland wegen angeblicher Spionage verurteilt waren. Insgesamt kamen bei dem gröĂten Gefangenenaustausch seit Ende des Kalten Krieges 26 Menschen frei. Moskau entlieĂ 16 HĂ€ftlinge und erhielt 10 russische StaatsbĂŒrger zurĂŒck.
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