Russland nennt vor UN Bedingungen fĂŒr Waffenruhe
31.05.2025 - 00:01:36Russland hat im UN-Sicherheitsrat vor den fĂŒr Montag in der TĂŒrkei angesetzten Verhandlungen mit Vertretern der Ukraine seine Bereitschaft zu einer möglichen Waffenruhe erklĂ€rt. Russlands UN-Botschafter Wassili Nebensja nannte zugleich Bedingungen fĂŒr ein Ende der Kampfhandlungen. «FĂŒr die Dauer der Waffenruhe ist es zumindest erforderlich, dass die westlichen LĂ€nder die Waffenlieferungen an das Kiewer Regime einstellen und die Ukraine ihre Mobilmachung beendet», sagte Nebensja in seiner auch in Moskau vom AuĂenministerium verbreiteten Rede.
Eine Waffenruhe könne es dann im Weiteren ermöglichen, an einer nachhaltigen Lösung der ursprĂŒnglichen Ursachen des Konflikts zu arbeiten, sagte der Diplomat. Russland hatte bisher stets betont, erst den Konflikt grundsĂ€tzlich lösen zu wollen und dann eine Waffenruhe zu erwĂ€gen. Die Ukraine fordert hingegen bereits seit MĂ€rz auf Grundlage eines US-Vorschlags, dass es zuerst eine 30-tĂ€gige Waffenruhe geben solle, um dann an der Lösung des Konflikts zu arbeiten. Der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj verlangte, dass die Feuerpause ohne Vorbedingungen vereinbart werden mĂŒsse.
Nebensja nannte nun klar diese zwei Vorbedingungen. Die bisherigen ĂuĂerungen der Ukraine deuteten seiner Meinung nach darauf hin, dass sie sich nicht darauf einlasse. Russland wiederum wolle keine Situation, in der die Ukraine die Waffenruhe zum Durchatmen und KrĂ€ftesammeln in dem Krieg nutze. Russland sei bereit, bei den Verhandlungen an diesem Montag in Istanbul ĂŒber die Bedingungen fĂŒr einen Frieden zu reden. Die GesprĂ€che seien der «Lackmustest» fĂŒr beide Seiten, um zu zeigen, ob sie es ernst meinten mit einem Streben nach einem Ende der KĂ€mpfe.
Ukrainischer AuĂenminister wirft Russland Arroganz vor
In seiner Rede erklĂ€rte der russische UN-Vertreter auĂerdem, dass Moskaus StreitkrĂ€fte auch in der Lage seien, die Kampfhandlungen so lange wie nötig fortzusetzen. Schon jetzt könne sich jeder davon ĂŒberzeugen, dass die russische Armee praktisch an der gesamten Frontlinie vorankomme.
Der ukrainische AuĂenminister Andrij Sybiha warf Russland auf der Plattform X angesichts des Hinweises auf Moskaus militĂ€rische StĂ€rke Arroganz vor. «Das ist Russlands Schlag ins Gesicht all jener, die sich fĂŒr Frieden einsetzen», sagte er ĂŒber Nebensjas Rede. Nötig sei mehr Druck auf Russland. «Sie verstehen weder eine normale Haltung noch die diplomatische Sprache; es ist an der Zeit, mit ihnen in der Sprache der Sanktionen und der verstĂ€rkten UnterstĂŒtzung fĂŒr die Ukraine zu sprechen», sagte Sybiha.


