Moskau listet Dunzowa als «auslÀndische Agentin»
31.05.2024 - 22:45:15Mehr als zwei Monate nach der von BetrugsvorwĂŒrfen geprĂ€gten PrĂ€sidentenwahl ist in Russland die oppositionelle Bewerberin Jekaterina Dunzowa von den Behörden als vermeintliche «auslĂ€ndische Agentin» gebrandmarkt worden.
Der Name der 41-JĂ€hrigen tauchte in einem entsprechenden Register des russischen Justizministeriums auf, in dem mittlerweile viele Kremlgegner stehen. Neben Dunzowa wurden nun auch weitere Personen und Organisationen neu in das Register aufgenommen - darunter die Aktivistin Maria Andrejewa, die sich fĂŒr die RĂŒckkehr mobilisierter MĂ€nner aus dem Kriegsgebiet einsetzt, sowie mehrere kritische Medien.
Die Einstufung als «auslĂ€ndischer Agent» geht fĂŒr die Betroffenen oft mit groĂen beruflichen Nachteilen bis hin zu Risiken fĂŒr ihre Sicherheit einher. Insbesondere seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine gilt das Verfahren als Mittel politischer Repression, um im eigenen Land Kritiker mundtot zu machen.
Die frĂŒhere Journalistin und Kriegsgegnerin Dunzowa hatte bei der PrĂ€sidentenwahl am 17. MĂ€rz gegen Langzeitmachthaber Wladimir Putin antreten wollen. Russlands Wahlkommission aber warf sie unter Verweis auf angebliche Formfehler in ihren UnterstĂŒtzerunterschriften vorzeitig aus dem Rennen. Ein Ă€hnliches Schicksal traf wenig spĂ€ter auch den Oppositionellen Boris Nadeschdin, dem ebenfalls eine offizielle Registrierung als PrĂ€sidentschaftskandidat verwehrt wurde. Viele Beobachter zeigten sich ĂŒberzeugt, dass beide Opfer politischer Repression wurden.
Letztendlich stand Putin, der bereits seit rund einem Vierteljahrhundert in Russland an der Macht ist, bei der Abstimmung kein einziger echter Oppositionskandidat gegenĂŒber. Nach der Wahl, die als eine der unfreisten in der jĂŒngeren russischen Geschichte galt, lieĂ Putin sich mit angeblich mehr als 87 Prozent der Stimmen im Amt bestĂ€tigen.


