Tote, Luftangriff

Viele Tote bei israelischem Luftangriff in Rafah

27.05.2024 - 04:31:39 | dpa.de

Bei einem israelischen Luftangriff in Gaza gibt es Dutzende Opfer. Vor allem GeflĂŒchtete sollen unter den Toten sein - aber auch zwei ranghohe Hamas-Terroristen. Die News im Überblick.

  • Der Internationale Gerichtshof hatte Israel verpflichtet, den MilitĂ€reinsatz in Rafah zu beenden. - Foto: Jehad Alshrafi/APA Images via ZUMA Press Wire/dpa
    Der Internationale Gerichtshof hatte Israel verpflichtet, den MilitÀreinsatz in Rafah zu beenden. - Foto: Jehad Alshrafi/APA Images via ZUMA Press Wire/dpa
  • Dieser Ausschnitt aus einem im SĂŒden Israels aufgenommenen Video zeigt Flammen und Rauch, die nach einem israelischen Luftangriff im Gazastreifen aufsteigen, wie palĂ€stinensische SanitĂ€ter berichten. - Foto: Josphat Kasire/AP/dpa
    Dieser Ausschnitt aus einem im SĂŒden Israels aufgenommenen Video zeigt Flammen und Rauch, die nach einem israelischen Luftangriff im Gazastreifen aufsteigen, wie palĂ€stinensische SanitĂ€ter berichten. - Foto: Josphat Kasire/AP/dpa
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Bei einem israelischen Luftangriff in der Stadt Rafah im Gazastreifen sind nach Angaben der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde 35 Menschen getötet und Dutzende verletzt worden. Die Behörde sprach in der Nacht zum Montag von einem «Massaker». Die meisten der Toten seien Frauen und Kinder. Die Angaben ließen sich zunĂ€chst nicht unabhĂ€ngig ĂŒberprĂŒfen. Nach Angaben des PalĂ€stinensischen Roten Halbmonds wurden bei dem Angriff Zelte geflĂŒchteter Zivilisten getroffen. 

Das israelische MilitĂ€r bestĂ€tige auf der Plattform X, dass es einen Luftangriff auf ein GelĂ€nde der islamistischen Hamas gegeben habe. Neben Jassin Rabia, dem maßgeblichen Kopf hinter den TerroraktivitĂ€ten der Islamistenorganisation im Westjordanland, sei auch das ranghohe Hamas-Mitglied Chaled Nagar getötet worden. Der Luftangriff sei im Einklang mit internationalem Recht erfolgt, erklĂ€rte das MilitĂ€r weiter. Die Berichte, dass infolge des Luftangriffs ein Feuer ausgebrochen sei, bei dem Unbeteiligte zu Schaden gekommen seien, wĂŒrden ĂŒberprĂŒft.

Der Rote Halbmond erklĂ€rte, das getroffene Gebiet sei eine der ausgewiesenen humanitĂ€ren Zonen fĂŒr jene Menschen, die wegen der israelischen Kampfhandlungen zur Evakuierung gezwungen gewesen seien. 

Der Internationale Gerichtshof (IGH) hatte Israel am Freitag verpflichtet, den MilitĂ€reinsatz in Rafah unverzĂŒglich zu beenden. Entscheidungen des Weltgerichts sind bindend. Allerdings besitzen die UN-Richter keine Machtmittel, um einen Staat zur Umsetzung zu zwingen. 

Erstmals seit Monaten Raketenalarm in Tel Aviv

Am Sonntag hatte die Hamas erstmals seit vier Monaten wieder Raketen auf den Großraum Tel Aviv gefeuert - nach Armeeangaben handelte es sich um acht Geschosse, die aus Rafah abgefeuert wurden. Die Raketenabwehr habe einige davon abfangen können. Im Stadtzentrum von Tel Aviv waren mehrere Explosionen zu hören. In mehreren StĂ€dten im Großraum der KĂŒstenmetropole gab es ebenfalls Raketenalarm. Der militĂ€rische Hamas-Arm reklamierte die Angriffe fĂŒr sich. Zwei Frauen wurden nach Angaben von SanitĂ€tern leicht verletzt, als sie in SchutzrĂ€ume eilten. Zuletzt war Tel Aviv am 29. Januar mit Raketen aus dem Gazastreifen angegriffen worden.

Am Sonntagabend begleiteten dann mehrere tausend Menschen in Tel Aviv den Beerdigungszug einer israelischen Geisel, deren Leiche israelische Soldaten vergangene Woche im Gazastreifen geborgen hatten. Der zweifache Vater hatte am 7. Oktober vergangenen Jahres das Supernova-Musikfestival besucht und war dort wĂ€hrend des beispiellosen Massakers der Hamas und anderer Terroristen in die FĂ€nge der Islamisten geraten. Seine Familie lud die Öffentlichkeit ein, mit der Teilnahme an der Trauerprozession still fĂŒr die RĂŒckkehr aller Geiseln zu demonstrieren.

Um die Verhandlungen ĂŒber eine Freilassung der Geiseln sollte es am Sonntagabend auch auf einer Sitzung des Kriegskabinetts von Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu gehen. Vor der Sitzung hatte Netanjahu in einer Stellungnahme erklĂ€rt, er lehne die Hamas-Forderung nach einer Beendigung des Krieges und dem Abzug der israelischen Truppen aus dem Gazastreifen weiterhin ab.

Israelische Soldaten erschossen derweil nach Armeeangaben am Sonntag in der NĂ€he von Hebron im Westjordanland einen PalĂ€stinenser, der einen Messerangriff auf einen Armeeposten ausfĂŒhren wollte. Soldaten seien nicht verletzt worden, hieß es. Das Gesundheitsministerium der palĂ€stinensischen Autonomiebehörde teilte mit, es sei von den israelischen Sicherheitsbehörden ĂŒber den Tod des erst 14 Jahre alten Angreifers informiert worden. Seit Beginn des Gaza-Kriegs wurden bei Konfrontationen zwischen PalĂ€stinensern und israelischen SicherheitskrĂ€ften, versuchten AnschlĂ€gen sowie Angriffen militanter Siedler fast 500 PalĂ€stinenser im Westjordanland getötet.

200 Lkw mit HilfsgĂŒtern rollen in Gazastreifen

Erstmals seit einer Vereinbarung zwischen Ägypten und den USA wurden unterdessen Hilfslieferungen fĂŒr den Gazastreifen vom gesperrten Ă€gyptischen GrenzĂŒbergang Rafah ĂŒber die israelische Passagierstelle Kerem Schalom umgeleitet. Der staatsnahe Ă€gyptische Fernsehsender Al-Kahira News berichtete am Sonntag, 200 Lastwagen mit humanitĂ€ren HilfsgĂŒtern seien von Rafah nach Kerem Schalom gefahren, die Einfahrt in den blockierten Gazastreifen habe begonnen.

Auf dem Demokratiefest in Berlin kam es am Sonntag bei einer Veranstaltung mit Außenministerin Annalena Baerbock zu lautstarken Protesten. Aus Wut ĂŒber den Umgang der Bundesregierung mit dem Gaza-Krieg störten mehrere Teilnehmer mit lauten Rufen und Bannern eine Debatte der GrĂŒnen-Politikerin mit BĂŒrgern. Sie forderten Baerbock unter anderem auf, Waffenlieferungen an Israel sofort zu stoppen. Baerbock versuchte, die Fragen ruhig zu beantworten und forderte die Störer auf, Drohungen zu unterlassen.

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