Krieg gegen die Ukraine: So ist die Lage
02.03.2024 - 09:00:23Bei einem russischen Angriff auf die ukrainische Stadt Wilnjansk in der Region Saporischschja sind am Samstag nach offiziellen Angaben mindestens sieben Menschen ums Leben gekommen, unter ihnen auch Kinder. Weitere 31 Personen seien bei dem Raketenangriff verletzt worden, teilte der Zivilschutz in der Nacht zum Sonntag mit. «Leider könnte die Zahl der Opfer noch steigen», schrieb PrÀsident Wolodymyr Selenskyj auf der Plattform X.
Bei dem Angriff wurden nach Angaben des regionalen MilitÀrverwalters Iwan Fjodorow ein nicht nÀher beschriebenes «Objekt der kritischen Infrastruktur» sowie mehrere WohnhÀuser beschÀdigt. Auf einem von ihm verbreiteten Video waren mehrere brennende GebÀude in einem Wohngebiet zu erkennen.
Das russische Verteidigungsministerium sprach dagegen von einem Angriff gegen ein militĂ€risches Ziel. Bei Saporischschja sei ein Bahnhof mit ballistischen Iskander-Raketen angegriffen worden, zitierte die Agentur Interfax aus der Mitteilung der Behörde in Moskau. Dabei sei ein mit militĂ€rischen GĂŒtern beladener Zug getroffen worden, behauptete die russische MilitĂ€rfĂŒhrung. Die Angaben konnten nicht unabhĂ€ngig geprĂŒft werden.
Erst am Freitag war die Industriestadt Dnipro zum Ziel russischer Raketen geworden. Bei dem Angriff starb mindestens ein Mensch, weitere zwölf wurden verletzt. «Unsere StÀdte und Kommunen leiden tÀglich unter diesen russischen Angriffen», klagte Selenskyj. Als Gegenmittel «vernichten wir die Terroristen dort, wo sie stehen, eliminieren russische Raketenabschussrampen, treffen sie mit weitreichenden Waffen und erhöhen die Zahl moderner Flugabwehrsysteme in der Ukraine», erklÀrte er.
Die Ukraine verteidigt sich seit mehr als zwei Jahren gegen den russischen Angriffskrieg. Auch in der Nacht zum Sonntag herrschte wieder vielerorts Luftalarm, vor allem im Osten des Landes.
Selenskyj erfreut ĂŒber Freilassung von AnfĂŒhrer der Krimtataren
Selenskyj feierte am Samstag die RĂŒckkehr von Ukrainern aus russischer Gefangenschaft. «Zehn Zivilisten, zudem sind in dieser Woche auch 90 Soldaten aus der Gefangenschaft entlassen worden», sagte er in einer Videoansprache. Insgesamt seien bereits 3310 Menschen aus russischer Gefangenschaft in die Ukraine zurĂŒckgekehrt. «Und wir mĂŒssen alle unsere Leute finden und in die Ukraine zurĂŒckbringen, jeden einzelnen von ihnen, der in Gefangenschaft ist oder deportiert wurde - Erwachsene und Kinder, MilitĂ€rs und Zivilisten.»
Am Freitag waren zehn ukrainische Zivilisten aus russischer Gefangenschaft freigelassen worden. Unter ihnen war Nariman Dscheljal, ein AnfĂŒhrer der Krimtataren. Selenskyj empfing Dscheljal, den er zuletzt im Jahr 2021 getroffen hatte, am Samstag zu einem kurzen GesprĂ€ch.
Dscheljal war kurz nach dem Treffen 2021, also vor der russischen Invasion in die Ukraine, auf der schon seit 2014 von Russland annektierten Krim festgenommen und spĂ€ter zu 17 Jahren Haft verurteilt worden. Angeblich soll er eine Gasleitung gesprengt haben.Â
Ukraine weist VorwĂŒrfe aus Minsk ĂŒber Provokationen zurĂŒck
Die Ukraine hat BefĂŒrchtungen im Nachbarland Belarus ĂŒber mögliche VorstöĂe ĂŒber die gemeinsame Grenze widersprochen. Die Ukraine stelle keine Bedrohung dar, sondern verstĂ€rke vielmehr ihre Verteidigungslinien entlang der Grenze, teilte am Samstag Grenzschutz-Sprecher Andrij Demtschenko in Kiew mit. Es gebe keine Provokationen. «Wahrscheinlich sind sie selbst verwirrt», wurde er von der Agentur Unian zitiert.
«Die eigentliche Bedrohung geht von Belarus aus, dort sind genug russische Truppen stationiert», sagte Andrij Kowalenko, Leiter des Zentrums zur BekĂ€mpfung von Desinformation im Nationalen Sicherheitsrat. Vielmehr versuche das russische MilitĂ€r damit, ukrainische KrĂ€fte an der Grenze zu Belarus zu binden.Â
Die Grenztruppen der autoritĂ€r gefĂŒhrten Ex-Sowjetrepublik Belarus (frĂŒher WeiĂrussland) haben nach eigenen Angaben zusĂ€tzliche Einheiten an der Grenze zur Ukraine aufgestellt. BegrĂŒndet wurde die MaĂnahme mit angeblichen Spionage- und Sabotagevorbereitungen durch die Ukraine. Belarus ist Russlands engster VerbĂŒndeter.





















































































































































































































































































































































