Trump, Biden-Regierung

Trump vergleicht Biden-Regierung mit der Gestapo

05.05.2024 - 17:13:36

Bei einer Spendenveranstaltung teilt der Republikaner einmal mehr heftig gegen US-PrĂ€sident Biden aus und bedient sich dabei radikaler Rhetorik. Ungewöhnlich ist das fĂŒr den 77-JĂ€hrigen keineswegs.

Der ehemalige US-PrÀsident Donald Trump hat die derzeitige Regierung unter PrÀsident Joe Biden mit der Gestapo verglichen. «Diese Leute leiten eine Gestapo-Regierung», sagte Trump am Samstag (Ortszeit) bei einer privaten Spendenveranstaltung in seinem Anwesen Mar-a-Lago in Florida, wie US-Medien unter Berufung auf Audioaufnahmen und Zeugenaussagen berichteten. Die Geheime Staatspolizei (Gestapo) war in den Jahren 1933 bis 1945 die politische Polizei des Nazi-Regimes.

Der Nazi-Vergleich soll demnach Teil einer lĂ€ngeren Schimpftirade gewesen sein, in der Trump der Biden-Regierung vorwarf, hinter den mittlerweile vier Strafverfahren zu stecken, die in verschiedenen Bundesstaaten gegen ihn im Gang sind. «Dies ist ihrer Meinung nach die einzige Möglichkeit zu gewinnen», habe Trump (77) hinzugefĂŒgt. 

So rechtfertigt Trump seine Wortwahl

Trump will im November erneut bei der PrĂ€sidentenwahl antreten, gegen den demokratischen Amtsinhaber Biden (81) sein. Im Wahlkampf bedient sich Trump regelmĂ€ĂŸig radikaler Rhetorik, benutzt hasserfĂŒllte und entmenschlichende Sprache, tut sich mit rassistischen Aussagen hervor und hetzt gegen Minderheiten. Er rechtfertigt seine Wortwahl und behauptet, sie bringe die Menschen zum Nachdenken ĂŒber wichtige Themen. 

Der republikanische Gouverneur des US-Bundesstaats North Dakota, Doug Burgum, der selbst PrĂ€sidentschaftsambitionen hatte und nun als einer der möglichen VizeprĂ€sidentenkandidaten Trumps gilt, verteidigte seinen Parteikollegen. Burgum war bei der Veranstaltung in Mar-a-Lago anwesend und sagte dem Fernsehsender CNN am Sonntag, die kurze Äußerung Trumps sei mitten in einer 90 Minuten langen Rede ohne Teleprompter gefallen und nicht wirklich zentral gewesen fĂŒr die Ansprache. Burgum argumentierte, es sei verstĂ€ndlich, dass Trump sich angesichts der juristischen Verfahren gegen ihn unfair behandelt fĂŒhle und «etwas Frustration» darĂŒber empfinde.

Mehrere juristische Verfahren gegen Trump

Trump steht derzeit im Zusammenhang mit Schweigegeldzahlungen an einen Pornostar in New York vor Gericht. Es ist der erste Strafprozess gegen einen ehemaligen US-PrĂ€sidenten in der Geschichte der Vereinigten Staaten. Der 77-JĂ€hrige ist auch in anderen FĂ€llen - mit weit schwerwiegenderen VorwĂŒrfen - angeklagt und wertet jedes juristische Vorgehen gegen ihn als politisch motiviert. Auch nach einer möglichen Verurteilung und selbst im Falle einer GefĂ€ngnisstrafe dĂŒrfte Trump bei der PrĂ€sidentenwahl antreten.

Derzeit ist der Republikaner noch damit beschĂ€ftigt, auszuwĂ€hlen, mit welchem Vize an seiner Seite er in die Wahl gehen will. Bei der Veranstaltung in Mar-a-Lago versammelte Trump diverse möglicher Kandidaten um sich. Nach Angaben seines Wahlkampfteams waren dort unter anderem Burgum, die Senatoren Tim Scott und J.D. Vance, die Abgeordnete Elise Stefanik und der frĂŒhere PrĂ€sidentschaftsbewerber Vivek Ramaswamy mit ihm auf der BĂŒhne. 

@ dpa.de