Ukraine-Krieg, Krim

London: Russische Marine setzt mehr auf Kampfdelfine

23.06.2023 - 13:33:47

Bereits im Kalten Krieg hatte Russland MeeressĂ€uger fĂŒr die Marine eingesetzt. Die Tiere sollen etwa feindliche Taucher abhalten. Auch auf der Krim kommen jetzt offenbar vermehrt Delfine zum Einsatz.

Zum Schutz seiner Marinebasis auf der annektierten ukrainischen Halbinsel Krim setzt Russland nach Informationen britischer Geheimdienste stĂ€rker auf sogenannte Kampfdelfine. Aufnahmen des Hafens von Sewastopol, dem StĂŒtzpunkt der russischen Schwarzmeerflotte, zeigten, dass sich die Zahl schwimmender Gehege fast verdoppelt habe, teilte das britische Verteidigungsministerium am Freitag mit. Darin wĂŒrden höchstwahrscheinlich Große TĂŒmmler gehalten, die feindliche Taucher abwehren sollen.

Insgesamt seien die Sicherheitsvorkehrungen seit Sommer 2022 stark erhöht worden. «Dazu gehören mindestens vier Schichten von Netzen und Barrieren entlang der Hafeneinfahrt», teilte das Ministerium mit. Der Hafen von Sewastopol war wĂ€hrend des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine mehrmals Ziel mutmaßlicher ukrainischer Raketen- oder Drohnenangriffe. Ende April wurden dort mehrere Öltanks zerstört.

Zuvor war schon mehrfach ĂŒber den Einsatz trainierter Delfine durch Russland berichtet worden. Laut dem US Naval Institute entwickelte die sowjetische Marine wĂ€hrend des Kalten Krieges mehrere Programme mit MeeressĂ€ugern, darunter eines mit sogenannten Kampfdelfinen nahe Sewastopol. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion sei dieses an das ukrainische MilitĂ€r gegangen, als Folge der russischen Annexion der Halbinsel Krim 2014 dann aber unter Kontrolle der Marine Russlands geraten. Seither seien diese Programme ausgeweitet worden.

Russland habe Tiere fĂŒr eine Reihe von EinsĂ€tzen ausgebildet, hieß es nun in London. «In arktischen GewĂ€ssern setzt die Marine auch Belugawale und Robben ein.»

Das britische Verteidigungsministerium veröffentlicht seit Beginn des russischen Angriffskriegs vor 16 Monaten tÀglich Informationen zum Kriegsverlauf. Moskau wirft London Desinformation vor.

@ dpa.de