Russland, Ukraine

Ukraine-GesprÀche: US-Delegation und Selenskyj in Berlin

14.12.2025 - 15:40:55

Berlin ist Schauplatz intensiver BemĂŒhungen um einen Waffenstillstand in der Ukraine. Es geht darum, zwischen den USA, Europa und der Ukraine Positionen abzustimmen. Auch PrĂ€sident Selenskyj ist da.

  • Vor dem Treffen auf Beraterebene ging es fĂŒr die US-Delegation erst in ein Berliner Hotel.  - Foto: Kay Nietfeld/dpa

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  • Herzlich begrĂŒĂŸt Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) den Gast aus Kiew. - Foto: Michael Kappeler/dpa

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Vor dem Treffen auf Beraterebene ging es fĂŒr die US-Delegation erst in ein Berliner Hotel.  - Foto: Kay Nietfeld/dpaHerzlich begrĂŒĂŸt Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) den Gast aus Kiew. - Foto: Michael Kappeler/dpa

Der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj ist zu Beratungen ĂŒber einen Waffenstillstand im russischen Krieg gegen sein Land in Berlin eingetroffen. Im Kanzleramt wurde er nach Angaben eines dpa-Reporters von Kanzler Friedrich Merz (CDU) bei seiner Ankunft herzlich begrĂŒĂŸt. Zuvor war dort eine US-Delegation mit dem Schwiegersohn von US-PrĂ€sident Donald Trump, Jared Kushner, angekommen. Aus Moskau blickt man negativ auf die Beratungen in Berlin. 

Die US-Delegation, zu der auch der Sondergesandte Steve Witkoff gehört, hatte am Vormittag zunĂ€chst GesprĂ€che in einem Berliner Hotel gefĂŒhrt. Zu den Ukrainern in Uniform und Zivil, die am Vormittag in Berlin ankamen und am Kanzleramt von GĂŒnter Sautter, dem außen- und sicherheitspolitischen Berater von Merz, begrĂŒĂŸt wurden, zĂ€hlten nach Angaben von dpa-Reportern Ex-Verteidigungsminister Rustem Umjerow und Generalstabschef Andrij Hnatow. 

Umjerow fuhr gemeinsam mit Sautter zu dem Hotel, in dem zuvor die US-Delegation abgestiegen war. Der Ex-Minister ist Selenskyjs ChefunterhĂ€ndler sowie SekretĂ€r des Rates fĂŒr Nationale Sicherheit und Verteidigung der Ukraine. 

GesprÀche zunÀchst auf Beraterebene

Geplant war, dass die zwischen Vertretern der USA und der Ukraine gefĂŒhrten GesprĂ€che ĂŒber ein Ende des russischen Angriffskriegs zunĂ€chst mit europĂ€ischer Beteiligung auf Beraterebene fortgesetzt werden - unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Nicht öffentlich bekannt ist bislang, welche konkreten VorschlĂ€ge aktuell auf dem Tisch liegen. 

Selenskyj will bei seinem Treffen in Berlin mit Witkoff vor allem seine letzten VorschlĂ€ge zum Friedensplan von PrĂ€sident Donald Trump erörtern. Er habe bisher keine US-Reaktion auf seine jĂŒngsten ÄnderungsvorschlĂ€ge erhalten, antwortete Selenskyj laut ukrainischen Medien auf Fragen von Journalisten. Vorab hatte Selenskyj erklĂ€rt, dass er die Ukraine in einer starken Verhandlungsposition sehe.

Selenskyj: Plan muss gerecht und effektiv sein

Ein Friedensplan werde nicht so aussehen, dass er allen gefalle, meinte Selenskyj. Es gebe KompromissvorschlĂ€ge. «Das Allerwichtigste ist, dass der Plan möglichst gerecht ist, vor allem fĂŒr die Ukraine. Das Wichtigste ist, dass er effektiv ist», sagte er. Weil nicht alle eine Mitgliedschaft der Ukraine in der Nato unterstĂŒtzten, gebe es einen Kompromissvorschlag fĂŒr Sicherheitsgarantien des Landes vor neuen russischen Angriffen. Details nannte er nicht.

Nach Berlin kam auch der amerikanische Vier-Sterne-General Alexus Grynkewich. Nach Angaben seines Sprechers reiste der Oberbefehlshaber der Nato-StreitkrĂ€fte in Europa als ranghoher Vertreter des US-MilitĂ€rs an, um den US-Verhandlern militĂ€rischen Rat zu geben – im Rahmen von PrĂ€sident Trumps BemĂŒhungen um Frieden.

Anfang Dezember hatte sich Witkoff mit Russlands PrÀsident Wladimir Putin getroffen. Putin zeigte sich danach zwar weiterhin zu Verhandlungen bereit, betonte aber, dass Russland auf dem Schlachtfeld die strategische Initiative habe - und seine Kriegsziele auch mit militÀrischer Gewalt durchsetzen könne, falls eine diplomatische Einigung scheitern sollte.

Kreml schaut negativ auf Berliner Treffen

Russland blickt eher argwöhnisch auf die Verhandlungen. Die BeitrĂ€ge der EuropĂ€er und der Ukraine zum Friedensplan von US-PrĂ€sident Donald Trump wĂŒrden «wohl kaum konstruktiv sein», wie der außenpolitische Berater von Kremlchef Wladimir Putin, Juri Uschakow, vor Beginn der GesprĂ€che in Berlin dem russischen Staatsfernsehen sagte. 

«Darin liegt das Problem», sagte Uschakow. Zugleich lobte er, dass die US-Seite die russische Position verstehe. Uschakow machte deutlich, dass Russland vor allem nicht von seinen Territorialforderungen fĂŒr eine friedliche Lösung des Konflikts abrĂŒcke. Moskau verlangt, dass Kiew seine Truppen auch aus jenen Gebieten im umkĂ€mpften Industriegebiet Donbass abzieht, die Russland bisher nicht erobern konnte und die von der Ukraine weiter kontrolliert werden.

Kreml: Amerikaner verstehen russische Position

Russland lehne Änderungen an den Punkten zu Gebietsfragen ab, sagte Uschakow. «Die Frage der Gebiete wurde insgesamt in Moskau aktiv diskutiert. Die Amerikaner kennen nicht nur unsere Position, sondern verstehen sie auch», sagte Uschakow, der unter anderem mit Witkoff und Putin etwa fĂŒnf Stunden ĂŒber Trumps Friedensplan gesprochen hatte. 

Die US-Regierung hatte auf Betreiben von PrĂ€sident Donald Trump im November einen Friedensplan vorgelegt, ĂŒber den seitdem in verschiedenen Runden verhandelt wurde. Trump fordert von der Ukraine, einem Friedensabkommen zuzustimmen. Er sieht das von westlicher UnterstĂŒtzung abhĂ€ngige Land militĂ€risch im Nachteil gegenĂŒber dem Angreifer Russland.

Was nach den Konsultationen zwischen den Ukrainern und EuropĂ€ern nun in dem Plan stehe, sei Russland bisher nicht bekannt, sagte Uschakow. «Es wird wohl kaum etwas Gutes sein», meinte er. Seine jetzt veröffentlichten Äußerungen waren bereits am Freitag aufgezeichnet worden. 

Weitere GesprÀche am Montag in Berlin

Merz hatte am Mittwoch gemeinsam mit dem französischen PrĂ€sidenten Emmanuel Macron und dem britischen Regierungschef Keir Starmer mit Trump zur Lage in der Ukraine telefoniert. Er habe aus dem Telefonat mit Trump «den festen Eindruck mitgenommen, dass er bereit ist, diesen Weg mit uns zu gehen, weil er weiß, dass die EuropĂ€er hier auch mit ihren eigenen Interessen gehört werden mĂŒssen», sagte Merz am Donnerstag.

Auch am Montag bleibt Berlin VerhandlungsbĂŒhne. Merz und Selenskyj wollen am Abend mit weiteren westlichen Spitzenpolitikern, darunter Macron und Starmer, sowie Spitzen von EU und Nato beraten.

@ dpa.de

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