Trump, Regeln

Trump will Regeln fĂŒr US-Wahlen verschĂ€rfen

25.03.2025 - 23:03:56

Bis heute erkennt Donald Trump seine Wahlniederlage 2020 gegen Joe Biden nicht an. Nun will er Einfluss auf die Wahlgesetze der Bundesstaaten nehmen – und macht Druck mit dem Geldhahn.

US-PrĂ€sident Donald Trump will mit einer weitreichenden Anordnung die Regeln fĂŒr die Stimmabgabe in den Vereinigten Staaten deutlich verschĂ€rfen. In einem neuen Dekret wies der Republikaner mehrere Bundesbehörden an, Maßnahmen zu ergreifen, die auf eine restriktivere Handhabung von WĂ€hlerregistrierung, Briefwahl und WahlĂŒberwachung abzielen.

Ein US-PrĂ€sident kann Bundesstaaten nicht direkt zwingen, ihre Wahlgesetze zu Ă€ndern – deren Ausgestaltung fĂ€llt in ihre ZustĂ€ndigkeit. Um seine PlĂ€ne durchzusetzen, plant Trump deshalb finanziellen Druck auszuĂŒben: Bestimmte Bundesmittel sollen nur noch an Staaten fließen, die Folge leisten. 

Trump nennt Vorbilder - wie Deutschland

Die Anordnung sieht unter anderem strengere Nachweispflichten fĂŒr die US-StaatsbĂŒrgerschaft vor, verschĂ€rfte Maßnahmen zur BekĂ€mpfung von mutmaßlichem Wahlbetrug sowie EinschrĂ€nkungen bei der Briefwahl.

Als Vorbild fĂŒr verlĂ€sslichere Wahlregeln wird neben anderen LĂ€ndern auch Deutschland genannt, da in der Bundesrepublik - im Gegensatz zum «Flickenteppich von Wahlmethoden» in den USA - noch ĂŒber Papierzettel abgestimmt werde. Bei US-Wahlen kommen je nach Bundesstaat Wahlcomputer und digitale AuszĂ€hlungssysteme zum Einsatz.

Fachleute heben hervor, dass das US-Wahlsystem trotz seiner KomplexitĂ€t im Kern zuverlĂ€ssig funktioniert und FĂ€lle von Wahlbetrug rar sind. BĂŒrgerrechtler werfen Trump vor, den Zugang zur Wahl gezielt fĂŒr bestimmte Bevölkerungsgruppen erschweren zu wollen.

BĂŒrgerrechtler: Angriff auf demokratische Teilhabe

Der Republikaner gesteht bis heute seine Niederlage bei der PrĂ€sidentschaftswahl 2020 gegen den Demokraten Joe Biden nicht ein. Seine unbelegte Behauptung eines gewaltigen Wahlbetrugs war ein Hauptauslöser fĂŒr den gewaltsamen Sturm radikalisierter AnhĂ€nger auf das US-Kapitol am 6. Januar 2021. 

Experten rechnen damit, dass BĂŒrgerrechtsorganisationen juristisch gegen das Dekret vorgehen werden. Sie werten es als Angriff auf die demokratische Teilhabe, insbesondere von Minderheiten. Kritisch gesehen wird auch, dass Trump die Briefwahl ins Visier nimmt. Viele Menschen sind in den USA - einem großflĂ€chigen Land mit oft mangelhaftem Personennahverkehr - darauf angewiesen.

@ dpa.de