Johann Wadephul, Sergej Lawrow

Wadephul trifft Lawrow in New York: Erstes GesprÀch seit Beginn des Ukraine-Kriegs

Veröffentlicht am: 26.09.2026 um 17:26 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Bundesaußenminister Johann Wadephul und sein russischer Kollege Sergej Lawrow haben sich in New York erstmals seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine bilateral getroffen. Das rund 20-minĂŒtige GesprĂ€ch fand am Rande der UN-Generaldebatte statt.

  • Die ersten direkten GesprĂ€che seit Jahren: Wadephul hat Lawrow getroffen. - Bild: Michael Kappeler/dpa
    Die ersten direkten GesprÀche seit Jahren: Wadephul hat Lawrow getroffen. - Bild: Michael Kappeler/dpa
  • 20 Minuten dauerte das GesprĂ€ch der beiden Außenminister in New York. - Bild: Michael Kappeler/dpa
    20 Minuten dauerte das GesprĂ€ch der beiden Außenminister in New York. - Bild: Michael Kappeler/dpa
  • Ein Handschlag und 20 Minuten GesprĂ€ch: Lawrow und Wadephul treffen sich ĂŒberraschend zu GesprĂ€chen in New York. - Bild: Michael Kappeler/dpa
    Ein Handschlag und 20 Minuten GesprĂ€ch: Lawrow und Wadephul treffen sich ĂŒberraschend zu GesprĂ€chen in New York. - Bild: Michael Kappeler/dpa
Die ersten direkten GesprĂ€che seit Jahren: Wadephul hat Lawrow getroffen. - Bild: Michael Kappeler/dpa 20 Minuten dauerte das GesprĂ€ch der beiden Außenminister in New York. - Bild: Michael Kappeler/dpa Ein Handschlag und 20 Minuten GesprĂ€ch: Lawrow und Wadephul treffen sich ĂŒberraschend zu GesprĂ€chen in New York. - Bild: Michael Kappeler/dpa

Bundesaußenminister Johann Wadephul hat sich in New York mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow getroffen.

Erstes bilaterales Treffen seit 2022

Das GesprÀch fand am Rande der UN-Generaldebatte in einem Besprechungszimmer der russischen Seite im UN-GebÀude statt. Es dauerte gut 20 Minuten und endete mit einem Handschlag der beiden Minister.

Nach Angaben der Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, habe die deutsche Seite um das Treffen gebeten. Seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine 2022 hatte es kein bilaterales GesprĂ€ch der Außenminister beider LĂ€nder mehr gegeben.

Treffen vor dem Hintergrund des Ukraine-Kriegs

Wadephul und Lawrow hielten sich wegen der Generaldebatte der Vereinten Nationen in New York auf. Welche konkreten Themen sie besprachen, war zunÀchst nicht bekannt.

Wadephul hatte wenige Tage zuvor vor einer weiteren Eskalation gewarnt. Bei einer Sitzung des UN-Sicherheitsrats sagte der CDU-Politiker, Russlands hybride Angriffe gegen diejenigen, die die Ukraine und das Völkerrecht unterstĂŒtzten, hĂ€tten eine neue Stufe erreicht.

Streit ĂŒber Drohnenvorfall und Sanktionen

Die Bundesregierung macht Russland fĂŒr einen versuchten Drohnenanschlag am Flughafen Leipzig/Halle verantwortlich und hat einen Sanktionskatalog gegen Moskau angekĂŒndigt. Dazu zĂ€hlt die KĂŒndigung des Vertrags fĂŒr den Betrieb des Russischen Hauses in Berlin, dem die Bundesregierung eine mögliche Nutzung fĂŒr Spionagezwecke vorwirft.

Moskau weist die VorwĂŒrfe zurĂŒck und kĂŒndigte Gegenmaßnahmen an. Russland ordnete unter anderem die Schließung der Goethe-Institute im Land an.

Medwedew droht mit Angriffen

Der Vizechef des russischen nationalen Sicherheitsrates, Dmitri Medwedew, erklĂ€rte, Deutschland habe sich mit seiner russlandfeindlichen Politik eine Bestrafung verdient. Als mögliche Ziele nannte der frĂŒhere PrĂ€sident RĂŒstungsbetriebe in Deutschland, die MilitĂ€rgĂŒter an die Ukraine liefern.

Deutschland gehört zu den wichtigsten UnterstĂŒtzern der Ukraine. Nach dem RĂŒckgang der US-UnterstĂŒtzung unter PrĂ€sident Donald Trump hat die Bedeutung Europas und insbesondere Deutschlands fĂŒr die militĂ€rische und finanzielle Hilfe an Kiew zugenommen.

Diplomatischer Kanal bleibt offen

Das GesprĂ€ch markiert trotz seiner kurzen Dauer eine politische Ausnahmesituation: Seit dem Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine 2022 hatten sich die Außenminister Deutschlands und Russlands bilateral nicht getroffen. Der Kontakt auf Ministerebene war damit ĂŒber Jahre weitgehend eingefroren, wĂ€hrend beide Staaten bei internationalen Foren weiterhin aufeinandertrafen.

Der Ort und der Rahmen unterstreichen den multilateralen Charakter des Austauschs. Die UN-Generaldebatte bringt auch in Zeiten schwerer Konflikte Vertreter gegnerischer Staaten zusammen und schafft Gelegenheiten fĂŒr direkte Kontakte, ohne dass daraus bereits Verhandlungen oder eine AnnĂ€herung folgen mĂŒssen. Ein Handschlag nach rund 20 Minuten ist deshalb vor allem ein Signal, dass der GesprĂ€chskanal wieder genutzt wird.

GesprÀch vor dem Hintergrund wachsender Spannungen

Inhaltlich steht das Treffen zwischen gegensĂ€tzlichen Positionen. Wadephul hatte russischen Stellen eine neue Eskalationsstufe hybrider Angriffe gegen europĂ€ische UnterstĂŒtzer der Ukraine vorgeworfen; Moskau weist die Verantwortung fĂŒr den von Berlin zugeschriebenen Drohnenvorfall am Flughafen Leipzig/Halle zurĂŒck. Zugleich hatte Wadephul einen Waffenstillstand und die RĂŒckkehr zu Verhandlungen gefordert, wĂ€hrend Lawrow im UN-Sicherheitsrat erklĂ€rt hatte, Russland werde seine Angriffe nicht unterbrechen.

FĂŒr Deutschland ist der Kontakt auch deshalb relevant, weil die Bundesregierung ihre UnterstĂŒtzung fĂŒr die Ukraine fortsetzt und zugleich mit Russland ĂŒber Sicherheitsrisiken in Europa konfrontiert ist. Ob das Treffen praktische Folgen hat, hĂ€ngt davon ab, ob weitere GesprĂ€che, konkrete Vereinbarungen oder Fortschritte bei humanitĂ€ren Fragen folgen.

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