Corona-Variante XXB-Omikron macht China zu schaffen
26.05.2023 - 08:17:01Mit Zig-Millionen Infektionen pro Woche rollt gegenwĂ€rtig eine neue Corona-Welle durch China. Die Zahl der Ansteckungen steigt seit Wochen stetig an. Allein in Peking ist Covid-19 seit vier Wochen wieder das vorherrschende Virus unter allen Infektionskrankheiten, wie die Gesundheitskommission der Hauptstadt mitteilte. Schulen in einigen Teilen Chinas wurden aufgefordert, wachsam zu sein und VorbeugungsmaĂnahmen zu ergreifen.
Der fĂŒhrende chinesische Epidemiologe Zhong Nanshan erwartet fĂŒr Ende Juni mit rund 65 Millionen Neuinfektionen pro Woche den Höhepunkt der Welle. Der Anstieg sei «erwartet». Er geht laut Staatsmedien von gegenwĂ€rtig rund 40 Millionen Infektionen wöchentlich aus. Experten wiesen auf die nachlassende ImmunitĂ€t nach der massiven Corona-Welle im Dezember und Januar hin, als sich nach vagen SchĂ€tzungen 80 bis 90 Prozent der 1,4 Milliarden Chinesen infiziert hatten.
Krematorien ĂŒberfordert
Amtliche Daten zur Zahl der Toten im Winter liegen nicht vor. SchĂ€tzungen auslĂ€ndischer Experten gehen von rund einer Million aus. Das Verwaltungsministerium verschob nach Medienberichten die am Mittwoch erwartete regulĂ€re Veröffentlichung zur Zahl der SterbefĂ€lle im vierten Quartal 2022. Wegen der vielen Corona-Toten waren die Krematorien ĂŒberfordert gewesen.
Nach knapp drei Jahren hatte Chinas Regierung Anfang Dezember ihre strenge Null-Covid-Strategie mit Lockdowns, ZwangsquarantĂ€ne und Massentests abrupt aufgegeben - ohne dass KrankenhĂ€user darauf vorbereitet waren. Ein Ă€hnlich groĂe Welle wie damals wird jetzt allerdings nicht erwartet. Doch warnten die Gesundheitsbehörden, dass weiterhin Ă€ltere und kranke Menschen besonders gefĂ€hrdet seien.
China hinkt bei der Impfung hinterher
Vorherrschend sei die XXB-Omikron-Variante, die sich schneller verbreite und leichter der Immunabwehr entkomme. Es gebe aber keine wesentlichen VerÀnderungen im Krankheitsverlauf. Wer im Winter infiziert gewesen sei, könne bei einer neuerlichen Ansteckung mit milderen Symptomen rechnen, meinten Experten in Staatsmedien.
Kritiker wiesen darauf hin, dass die Impfkampagne seit dem Winter nicht mehr intensiv vorangetrieben wurde. Die Behörden berichteten, zwei Impfstoffe seien jetzt zugelassen worden, um speziell gegen die XXB-Variante vorzugehen. Wann sie auf den Markt kommen, war aber unklar. Es hieà nur «bald». Moderne mRNA-Impfstoffe aus dem Ausland sind in China weiter nicht zugelassen.


