Frank-Walter Steinmeier, China-Handelsstreit

China-Handelsstreit: Steinmeier sieht Bewegung durch Dialog

Veröffentlicht am: 01.11.2026 um 09:52 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS
Nach seiner China-Reise sieht BundesprĂ€sident Frank-Walter Steinmeier Chancen fĂŒr weitere GesprĂ€che mit Peking. Zugleich weist er Berichte ĂŒber geplante Ukraine-Verhandlungen zwischen China, Russland und den USA zurĂŒck.

Handelsbilanz und APEC-Treffen

  • Xi Jinping erkannte Europas Sorgen ĂŒber bestehende Handelsungleichgewichte an.
  • Steinmeier fĂŒhrte seine Aussagen im ARD-Format „Bericht aus Berlin“ aus.
  • Am Rand des APEC-Gipfels in Shenzhen ist ein GesprĂ€ch zwischen den USA, Russland und China vorgesehen.
  • Nach Steinmeiers Darstellung soll dieses Treffen nicht die Ukraine betreffen.
Frank-Walter Steinmeier (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Steinmeier sieht nach China-Reise Bewegung im Handelsstreit

BundesprĂ€sident Frank-Walter Steinmeier sieht nach seiner China-Reise vorsichtige Chancen fĂŒr eine Lösung der Handelskonflikte zwischen Europa und China durch Dialog. Chinas StaatsprĂ€sident Xi Jinping habe Europas Sorgen ĂŒber Handelsungleichgewichte anerkannt und weitere GesprĂ€che mit der EuropĂ€ischen Union unterstĂŒtzt, sagte Steinmeier im „Bericht aus Berlin“ des ARD-Hauptstadtstudios.

Europa setzt auf GesprÀche

Europa habe kein Interesse an einem Handelskrieg, sondern suche Lösungen im Austausch mit China, erklĂ€rte Steinmeier. Er sagte: „Wir haben kein Interesse an einem Handelskrieg, sondern wir suchen Lösungen im Dialog.“

Steinmeier weist Ukraine-Berichte zurĂŒck

Berichte ĂŒber mögliche Verhandlungen zwischen China, Russland und den USA zur Ukraine wies der BundesprĂ€sident nach seinem GesprĂ€ch mit Xi zurĂŒck. Der chinesische PrĂ€sident habe deutlich gemacht, dass es dafĂŒr keine entsprechenden Vorbereitungen gebe.

Europa soll eingebunden werden

Nach Steinmeiers Darstellung machte Xi zugleich deutlich, dass Europa bei einer möglichen Friedenslösung eingebunden werden mĂŒsse. Am Rand des APEC-Gipfels in Shenzhen soll es zwar ein GesprĂ€ch zwischen den USA, Russland und China geben, dabei solle es jedoch nicht um die Ukraine gehen.

Steinmeiers vorsichtiger Optimismus steht im Spannungsfeld zwischen wirtschaftlicher Verflechtung und wachsendem Druck auf China. Deutschland und die EU wollen ihre Handelsbeziehungen mit Peking erhalten, kritisieren aber zugleich ungleiche Wettbewerbsbedingungen, chinesische ÜberkapazitĂ€ten und den hohen ExportĂŒberschuss.

Die GrĂ¶ĂŸenordnung des Konflikts zeigt sich an der Handelsbilanz: 2025 lag das deutsche Defizit im Warenhandel mit China nach Angaben des Statistischen Bundesamts bei rund 90 Milliarden Euro. Chinesischen Exporten nach Deutschland von etwa 170 Milliarden Euro standen deutsche Ausfuhren von 81,3 Milliarden Euro gegenĂŒber. Damit betrifft der Streit nicht nur RegierungsgesprĂ€che, sondern auch Unternehmen und BeschĂ€ftigte in exportorientierten Branchen.

Dialog ohne schnelle Lösung

Der GesprĂ€chskanal zwischen Berlin, BrĂŒssel und Peking bleibt deshalb wirtschaftlich wichtig. Anerkennung europĂ€ischer Sorgen und die Bereitschaft zu weiteren GesprĂ€chen können den Konflikt entschĂ€rfen, ersetzen aber keine konkreten Schritte bei Marktzugang, Subventionen und Handelsbarrieren.

Auch die Ukraine-Frage verknĂŒpft Wirtschafts- und Sicherheitspolitik. Steinmeiers Hinweis auf eine mögliche Einbindung Europas unterstreicht, dass europĂ€ische Staaten bei GesprĂ€chen ĂŒber eine Friedenslösung nicht außen vor bleiben sollen. Das geplante Treffen am Rande des APEC-Gipfels erhĂ€lt damit vor allem diplomatische Bedeutung, wĂ€hrend der BundesprĂ€sident einen direkten Zusammenhang mit der Ukraine zurĂŒckweist.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

tagesschau: „Steinmeier in China: HandelsĂŒberschuss im Fokus“ (30.10.2026)

Der Beitrag bestĂ€tigt Steinmeiers Forderung nach ausgewogeneren Handelsbeziehungen und stellt die GrĂ¶ĂŸenordnung des deutschen Defizits mit China heraus. Anders als die aktuelle Meldung konzentriert er sich stĂ€rker auf die wirtschaftlichen Forderungen und auf die Verantwortung beider Staaten fĂŒr die internationale Ordnung.

ZDFheute: „Steinmeier in China: Warum der Besuch ein Balanceakt ist“ (30.10.2026)

Das ZDF ordnet die Reise als Balance zwischen wirtschaftlicher Partnerschaft und Kritik an Chinas Wirtschaftspolitik ein. Der Schwerpunkt liegt auf den strukturellen Spannungen und der deutschen China-Strategie, wÀhrend die aktuellen Aussagen zu weiteren GesprÀchen und zur Ukraine den konkreten Anlass ergÀnzen.

Übereinstimmung besteht beim schwierigen VerhĂ€ltnis aus Handelsinteressen und politischem Druck. Offen bleibt, ob dem Dialog konkrete Verbesserungen bei den Handelsungleichgewichten folgen.

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