China-USA-Beziehungen, KI-Sicherheit

China und USA richten KI-Kommunikationskanal fĂŒr ZwischenfĂ€lle ein

Veröffentlicht am: 26.09.2026 um 15:18 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

China und die USA wollen nach dem Treffen von Xi Jinping und Donald Trump einen Kommunikationskanal fĂŒr ZwischenfĂ€lle im Zusammenhang mit KĂŒnstlicher Intelligenz einrichten. SpĂ€testens im November soll der regelmĂ€ĂŸige Dialog ĂŒber Chancen und Risiken der Technologie beginnen.

Chinas Staatschef Xi Jinping (l) reiste fĂŒr drei Tage zu US-PrĂ€sident Donald Trump nach Washington. - Bild: Jacquelyn Martin/AP/dpa
Chinas Staatschef Xi Jinping (l) reiste fĂŒr drei Tage zu US-PrĂ€sident Donald Trump nach Washington. - Bild: Jacquelyn Martin/AP/dpa

China und die USA wollen nach dem Besuch des chinesischen Staatschefs Xi Jinping in Washington einen Kommunikationskanal fĂŒr ZwischenfĂ€lle im Zusammenhang mit KĂŒnstlicher Intelligenz einrichten.

RegelmĂ€ĂŸiger Dialog ĂŒber Risiken und Chancen

Darauf verstĂ€ndigten sich Xi und US-PrĂ€sident Donald Trump bei ihrem Treffen, wie das Weiße Haus mitteilte. Auch chinesische Staatsmedien meldeten eine entsprechende Vereinbarung.

Beide LĂ€nder wollen regelmĂ€ĂŸig ĂŒber die mit der Technologie verbundenen Risiken und Vorteile sprechen. Das nĂ€chste GesprĂ€ch soll spĂ€testens im November stattfinden.

Begriff „Superintelligenz“ statt KĂŒnstlicher Intelligenz

Nach Angaben des Weißen Hauses einigten sich die Seiten zudem auf den von Trump verwendeten Begriff „Superintelligenz“. Die Bezeichnung KĂŒnstliche Intelligenz lasse die Technologie „fake“ erscheinen, begrĂŒndete der US-PrĂ€sident seinen Vorstoß.

Details des Kanals noch offen

Wie der Kommunikationskanal konkret ausgestaltet werden soll und welche Behörden daran beteiligt sein werden, ist bisher nicht bekannt. Offen bleibt damit auch, nach welchen Verfahren die beiden Staaten ZwischenfÀlle melden und bewerten wollen.

China und die USA gelten als fĂŒhrende KI-MĂ€chte und stehen in einem harten Wettbewerb um die globale TechnologiefĂŒhrerschaft. Zugleich wĂ€chst in beiden LĂ€ndern die Sorge vor den Gefahren immer leistungsfĂ€higerer KI.

Staatsbesuch in Washington

Xi war von Mittwoch bis Freitag zu einem Staatsbesuch in den USA. Der geplante KI-Dialog ist ein Ergebnis der GesprÀche zwischen den beiden Staatschefs.

Ein neuer Kanal im hÀrtesten Technologiewettbewerb

Der vereinbarte Kommunikationskanal fĂ€llt in eine Phase, in der China und die USA zugleich kooperieren und um die technologische FĂŒhrungsrolle ringen. KĂŒnstliche Intelligenz gilt in beiden Staaten als wirtschaftlicher SchlĂŒsselbereich und als sicherheitspolitischer Faktor. Fragen zu leistungsfĂ€higeren Modellen berĂŒhren deshalb nicht nur Forschung und Unternehmen, sondern auch militĂ€rische StabilitĂ€t, Cyberrisiken und den Schutz kritischer Infrastruktur.

Ein regelmĂ€ĂŸiger Austausch ĂŒber ZwischenfĂ€lle kann helfen, MissverstĂ€ndnisse schneller aufzuklĂ€ren und Warnungen zwischen den beiden Machtzentren zu ĂŒbermitteln. Entscheidend wird sein, ob der Dialog ĂŒber politische AbsichtserklĂ€rungen hinausgeht und konkrete Verfahren erhĂ€lt: etwa feste Ansprechpartner, gemeinsame Begriffe fĂŒr riskante VorfĂ€lle und Regeln fĂŒr Krisensituationen.

Begrenzte AnnÀherung trotz offener Konflikte

Die Vereinbarung beendet den Wettbewerb nicht. Beide Regierungen versuchen weiterhin, den Zugang zu Spitzenchips, Rechenleistung und strategischer Technologie zu kontrollieren. Auch bei Handel, Taiwan und Sicherheitsfragen bestehen grundlegende GegensÀtze. Der geplante Austausch ist daher eher als SchutzgelÀnder innerhalb der RivalitÀt einzuordnen als als umfassendes Abkommen zur KI-Regulierung.

FĂŒr Europa bleibt relevant, ob sich aus dem US-chinesischen Dialog internationale Mindeststandards entwickeln. Ein Kanal zwischen den beiden fĂŒhrenden KI-MĂ€chten könnte spĂ€tere GesprĂ€che mit weiteren Staaten erleichtern. Ohne Transparenz ĂŒber ZustĂ€ndigkeiten und Ergebnisse dĂŒrfte seine praktische Wirkung allerdings zunĂ€chst schwer einzuschĂ€tzen sein.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

Merkur: „Pomp und Machtspiel im Weißen Haus: Trump und Xi verfolgen ganz eigene Gipfelziele“ (25.09.2026)

Der Bericht ordne die KI-Frage in die umfassendere RivalitÀt zwischen Washington und Peking ein. Er hebe hervor, Xi habe auf menschliche Kontrolle gedrÀngt, wÀhrend Trump zusÀtzliche Regulierung ablehne; der konkrete Kommunikationskanal stehe dabei nicht im Mittelpunkt.

n-tv: „Dreiertreffen mit Putin? Xi lĂ€dt Trump zu Gegenbesuch nach China ein“ (25.09.2026)

Der Artikel bestĂ€tige die Bedeutung des Treffens und berichte ergĂ€nzend ĂŒber weitere geplante Kontakte zwischen Xi und Trump. Er betone die politische AnnĂ€herung und Trumps Verwendung des Begriffs „Superintelligenz“, wĂ€hrend die konkrete Ausgestaltung des KI-Kommunikationskanals offenbleibe.

Beide Berichte stellten die Vereinbarung in den Zusammenhang einer vorsichtigen AnnÀherung trotz fortbestehender GegensÀtze. Unterschiede ergÀben sich beim Schwerpunkt: Der Merkur-Artikel betone die politischen Konfliktlinien, n-tv die geplanten Folgetreffen und die diplomatische Dynamik.

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