Von der Leyen will 500 Milliarden fĂŒr Verteidigung ausgeben
27.06.2024 - 19:48:47Um die EU effizient vor Bedrohungen aus LĂ€ndern wie China oder Russland schĂŒtzen zu können, braucht es nach SchĂ€tzungen der EuropĂ€ischen Kommission im nĂ€chsten Jahrzehnt zusĂ€tzliche Investitionen in Höhe von rund 500 Milliarden Euro. WĂ€hrend China seine Verteidigungsausgaben im Zeitraum von 1999 bis 2021 um 600 Prozent erhöht habe und Russland um 300 Prozent, habe der Anstieg in der EU bei 20 Prozent gelegen, erklĂ€rte KommissionsprĂ€sidentin Ursula von der Leyen nach Angaben von Teilnehmern beim EU-Gipfel.
Den Anteil der MilitÀr- und Verteidigungsausgaben Russlands am Bruttoinlandsprodukts bezifferte sie auf zuletzt mehr als sieben Prozent. In Deutschland und vielen anderen EU-Staaten liegt er derzeit nur bei etwa zwei Prozent oder sogar deutlich darunter.
Als eine Option fĂŒr die mittelfristige Finanzierung der notwendigen Investitionen ĂŒber die EU nannte von der Leyen den Angaben zufolge eine mögliche Erhöhung der nationalen BeitrĂ€ge in den Gemeinschaftshaushalt oder sogenannte Eigenmittel, zu denen etwa Zölle auf Einfuhren in die EU und die EU-Plastiksteuer zĂ€hlen.
Berlin bislang dagegen
Wenn die Mitgliedstaaten kurzfristig groĂe Investitionen stemmen wollten, wĂ€re auch eine Kreditaufnahme möglich, die dann aber ebenso ĂŒber nationale BeitrĂ€ge und Eigenmittel zurĂŒckgezahlt werden mĂŒsste. Die Entscheidung mĂŒssten die Mitgliedstaaten treffen, sagte von der Leyen nach Angaben aus Teilnehmerkreisen. Unter anderem die Bundesregierung lehnt bislang eine gemeinsame Schuldenaufnahme fĂŒr Verteidigungsprojekte strikt ab.
Auf der anderen Seite stehen LĂ€nder wie Polen und die baltischen Staaten. Sie können sich gut vorstellen, beispielsweise fĂŒr eine bessere Sicherung der Grenzen zu Russland und Belarus EU-Kredite aufzunehmen.
GrundsĂ€tzlich sagte von der Leyen nach Angaben aus Teilnehmerkreisen, Sicherheit und Verteidigung seien gemeinsame öffentliche GĂŒter. Die Kosten fĂŒr die GewĂ€hrleistung von Sicherheit und Verteidigung seien nicht gröĂer als der Nutzen.


