Donald Trump, CNN

CNN von Trump-Reise nach Tennessee ausgeschlossen

Veröffentlicht am: 26.09.2026 um 04:15 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

US-Präsident Donald Trump schließt CNN von der Berichterstattung über seine Reise nach Tennessee aus, obwohl ein Richter den Zugang des Senders zum Weißen Haus wiederhergestellt hatte. Stattdessen soll ein Trump-naher Online-Sender den TV-Pool vertreten.

Andere Medien solidarisierten sich mit den geschassten Journalisten. - Bild: Jose Luis Magana/FR159526 AP/AP/dpa
Andere Medien solidarisierten sich mit den geschassten Journalisten. - Bild: Jose Luis Magana/FR159526 AP/AP/dpa

US-Präsident Donald Trump lässt CNN nicht als Vertreter des TV-Pools auf seiner Reise in den Bundesstaat Tennessee mitreisen.

Pool-Aufgabe kurzfristig gestrichen

In dem Pool wechseln sich fünf große US-Fernsehsender bei der täglichen Berichterstattung über den Präsidenten ab. Die Vertreter reisen meist mit Trump und haben gewöhnlich direkten Zugang zu seinen Auftritten.

CNN wäre am Samstag an der Reihe gewesen, die TV-Berichterstattung über Trumps Reise zu übernehmen. Nach Angaben des Senders wurde dieser Einsatz ohne Begründung gestrichen.

Trump legt sich erneut mit Medien an

Die Entscheidung verschärft Trumps Konflikt mit Medien, deren Berichterstattung er ablehnt. Zugleich stellt sie den Präsidenten erneut in Konfrontation mit einer richterlichen Anordnung.

Ein Richter hatte verfügt, dass CNN, der Sender MS NOW und Journalisten des Nachrichtenportals Politico zunächst wieder aus dem Weißen Haus berichten dürfen. Trump hatte den drei Medien zuvor wegen ihrer Berichterstattung den Zugang versperren lassen.

Lindell TV soll CNN ersetzen

Die vier anderen Sender hatten sich aus Solidarität mit CNN zeitweise geweigert, Termine des Präsidenten zu filmen. Dadurch gab es unter anderem beim Besuch des chinesischen Staatschefs Xi Jinping weniger Videobilder als üblich.

Für Samstag ist nun der Online-Sender Lindell TV als Vertretung des TV-Pools aufgeführt. Der Sender gehört dem Trump-freundlichen Kissen-Unternehmer Mike Lindell.

Neue Auseinandersetzung vor Gericht möglich

Der Rechtsexperte Eli Honig sagte bei CNN, der Richter habe wörtlich genommen nur die Wiederherstellung der Zugangspässe zum Weißen Haus angeordnet. Zugleich könne man argumentieren, dass die Ausladung von CNN als Pool-Vertreter den Geist dieser Anordnung verletze.

Honig rechnet damit, dass sich CNN-Anwälte erneut an das Gericht wenden könnten.

Konflikt um Zugang und Kontrolle

Der Streit berührt eine zentrale Frage der US-Präsidentschaft: Wer entscheidet, welche Medien den Präsidenten bei öffentlichen Terminen begleiten und Bildmaterial für andere Sender bereitstellen? Der TV-Pool bündelt diese Aufgabe seit Jahrzehnten. Seine Aufnahmen werden von weiteren Fernsehsendern genutzt, sodass der Ausschluss eines Vertreters nicht nur ein einzelnes Unternehmen betrifft.

Die richterliche Zwischenentscheidung gilt zunächst für 14 Tage und verpflichtet die Regierung, den betroffenen Journalisten den Zugang zum Weißen Haus wieder zu ermöglichen. Der Richter begründete dies damit, dass der Entzug der Presseausweise wahrscheinlich ohne ausreichendes Verfahren erfolgt sei. Damit ist der juristische Streit jedoch nicht beendet: Es geht weiterhin um die Reichweite präsidentieller Haus- und Zugangsregeln sowie um den Schutz kritischer Berichterstattung.

Bedeutung für die Berichterstattung

Die Ausladung von CNN auf einer Reise verschiebt den Konflikt vom Zugang zum Weißen Haus auf die praktische Medienversorgung bei Terminen außerhalb Washingtons. Wenn ein regierungsnaher Online-Sender den Pool ersetzt, kann sich die Auswahl der Bilder und die journalistische Unabhängigkeit der gemeinsamen Berichterstattung verändern. Die zeitweise Verweigerung der übrigen Sender, Termine zu filmen, zeigt zudem, dass der Streit unmittelbare Folgen für die Öffentlichkeit haben kann.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

tagesschau: „Nach Richterspruch - Weißes Haus lässt CNN-Reporter wieder zu“ (24.09.2026)

Der Bericht bestätige, dass CNN und weitere zuvor ausgeschlossene Medien wieder Zugang zum Weißen Haus erhalten hätten. Anders als die aktuelle Meldung konzentriere er sich auf die Umsetzung der richterlichen Anordnung und die Solidaritätsaktion anderer Sender; offen bleibe dort die spätere Ausladung von CNN von der Tennessee-Reise.

Berliner Zeitung: „Trotz Gerichtsbeschluss: Weißes Haus weist Journalisten erneut ab“ (24.09.2026)

Der Artikel schildere, der Ausschluss von CNN, MS NOW und Politico sei vorläufig aufgehoben worden, während Journalisten zunächst erneut abgewiesen worden seien. Er setze einen stärkeren Schwerpunkt auf die verfassungsrechtlichen Argumente, die Rolle des Richters und die Solidarität der Medienbranche, während die aktuelle Meldung die Konsequenzen für den TV-Pool hervorhebe.

Beide Berichte bestätigten den juristischen und politischen Grundkonflikt um den Medienzugang. Unterschiede lägen vor allem in der zeitlichen Perspektive und der Schwerpunktsetzung; die weitere Reaktion des Gerichts auf die Ausladung von CNN bleibe offen.

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