Teilnahme, US-Vorwahl

Teilnahme an US-Vorwahl: Trump wendet sich an Supreme Court

03.01.2024 - 23:36:05

Darf Donald Trump erneut als PrÀsident antreten? Die Frage beschÀftigt die Gerichte in den USA - Trump will eine Entscheidung von ganz oben.

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  • AnhĂ€nger von Donald Trump hatten am 6. Januar 2021 gewaltsam den Parlamentssitz in Washington gestĂŒrmt. - Foto: Godofredo A. VĂĄsquez/AP

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Mehr zum Thema in KĂŒrze. - Foto: ---/dpa-Infografik/dpaAnhĂ€nger von Donald Trump hatten am 6. Januar 2021 gewaltsam den Parlamentssitz in Washington gestĂŒrmt. - Foto: Godofredo A. VĂĄsquez/AP

Der frĂŒhere US-PrĂ€sident Donald Trump will den juristischen Streit ĂŒber seine Teilnahme an den anstehenden Vorwahlen vor dem Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten austragen.

Er wandte sich an den Supreme Court in Washington, um seine Teilnahme an der PrĂ€sidentschaftsvorwahl im Bundesstaat Colorado durchzusetzen, wie sein Wahlkampfteam mitteilte. Trump will mit dem Schritt eine Entscheidung des höchsten Gerichtes in Colorado kippen, wonach er sich wegen seiner Rolle beim Sturm auf das Kapitol 2021 fĂŒr die Vorwahl in dem Bundesstaat disqualifiziert habe.

Eine Ă€hnliche Entscheidung hatte auch die oberste Wahlaufseherin im Bundesstaat Maine getroffen. Auch dagegen hat Trump bereits Einspruch eingelegt, allerdings zunĂ€chst in einer unteren Instanz. Es war erwartet worden, dass die heikle politische Frage am Ende vor dem Obersten Gerichtshof der USA landen dĂŒrfte.

Der Supreme Court könnte die Frage theoretisch auch abweisen. Rechtsexperten rechnen aber damit, dass sich das Gericht der Sache annimmt, um rechtliches Chaos im Wahljahr zu vermeiden.

Worum es geht

Hintergrund der Auseinandersetzung ist die beispiellose Attacke auf den US-Parlamentssitz vor fast genau drei Jahren: AnhĂ€nger Trumps hatten am 6. Januar 2021 gewaltsam das Kapitol in Washington gestĂŒrmt. Dort war der Kongress zusammengekommen, um den Sieg des Demokraten Joe Biden bei der PrĂ€sidentenwahl von 2020 formal zu bestĂ€tigen.

Trump hatte seine AnhĂ€nger zuvor bei einer Rede durch unbelegte Behauptungen aufgewiegelt, dass ihm der Wahlsieg durch massiven Betrug gestohlen worden sei. Infolge der Krawalle kamen damals fĂŒnf Menschen ums Leben. Trump muss sich wegen seiner Handlungen rund um die Abstimmung wegen versuchten Wahlbetrugs vor Gericht verantworten.

Auf Grundlage dieser Ereignisse versuchen diverse KlĂ€ger in verschiedenen US-Bundesstaaten seit geraumer Zeit auch, Trumps Namen von Wahlzetteln fĂŒr die PrĂ€sidentschafts-Vorwahlen streichen zu lassen. Konkret geht es um das sogenannte Aufstandsverbot im 14. Verfassungszusatz. Es besagt, dass niemand ein höheres Amt im Staat bekleiden darf, der sich zuvor als AmtstrĂ€ger an einem Aufstand gegen den Staat beteiligt hat. Zwar werden in der Passage fĂŒr solche höheren Ämter einige Beispiele genannt, nicht explizit aufgefĂŒhrt wird aber das Amt des PrĂ€sidenten.

Antrag von Trumps AnwÀlten

Wer in den USA als PrĂ€sidentschaftskandidat fĂŒr die Republikaner oder die Demokraten antreten will, muss sich zunĂ€chst in parteiinternen Vorwahlen durchsetzen. In Bundesstaaten wie Michigan und Minnesota scheiterten KlĂ€ger mit ihren Versuchen, Trump aus dem Vorwahl-Rennen zu nehmen. In anderen Bundesstaaten stehen Entscheidungen noch aus. In Maine und Colorado fielen jedoch BeschlĂŒsse gegen Trump.

In Colorado hatte das Oberste Gericht im Dezember geurteilt, dass der Republikaner wegen seiner Rolle beim Sturm auf das Kapitol nicht fĂŒr das PrĂ€sidentenamt geeignet sei und daher nicht an der Vorwahl teilnehmen könne.

In dem Antrag von Trumps AnwĂ€lten beim Supreme Court wird nun laut US-Medien argumentiert, der Oberste Gerichtshof von Colorado habe seine Befugnisse ĂŒberschritten - die Frage nach der Tauglichkeit eines PrĂ€sidenten sei eine Angelegenheit fĂŒr den US-Kongress und nicht fĂŒr staatliche Gerichte. Der Verfassungszusatz, wonach Personen von Wahlen ausgeschlossen sind, die einen «Aufstand» gegen die Verfassung angezettelt haben, sei außerdem im Falle Trumps nicht anwendbar.

Trumps AnwĂ€lte hatten am Dienstag bereits formalen Einspruch gegen die Entscheidung in Maine eingelegt - allerdings zunĂ€chst vor einem Gericht in dem Bundestaat. Die beiden Entscheidungen in Colorado und Maine waren in Erwartung von Trumps Einspruch vorerst ausgesetzt worden. Die BeschlĂŒsse haben also zunĂ€chst keine Konsequenzen, solange das Berufungsprozedere lĂ€uft und noch keine finale KlĂ€rung vorliegt.

Warum es eilig ist

Die Zeit drÀngt. Am 15. Januar beginnen die Vorwahlen der Republikaner mit der ersten Abstimmung im Bundesstaat Iowa. Die Vorwahlen der Republikaner in Colorado und Maine stehen am 5. MÀrz an, dem sogenannten Super Tuesday, wenn in einer ganzen Reihe von US-Bundesstaaten abgestimmt wird. Die Wahlzettel allerdings werden mit einigem Vorlauf gedruckt.

Trump will bei der PrĂ€sidentenwahl im November wieder fĂŒr die Republikaner antreten, und in Umfragen liegt er im Feld der republikanischen Bewerber bislang mit großem Abstand vorne. FĂŒr die Demokraten will Biden fĂŒr eine zweite Amtszeit ins Rennen gehen. Er hat dabei keine ernstzunehmende interne Konkurrenz.

Neben der juristischen Auseinandersetzung ĂŒber seine Teilnahme an den Vorwahlen stehen Trump in den kommenden Monaten auch mehrere große Gerichtsverfahren wegen diverser strafrechtlicher VorwĂŒrfe bevor - unter anderem wegen des Kapitol-Sturmes und seiner Versuche, den Ausgang der PrĂ€sidentenwahl 2020 nachtrĂ€glich umzukehren.

@ dpa.de