Ausland, Bildung

OECD-Studie: Bildungsniveau auf Allzeithoch - Barrieren bleiben

09.09.2025 - 11:17:20

Das Bildungsniveau in den OECD-LÀndern hat einen neuen Höchststand erreicht.

Rund die HĂ€lfte (48 Prozent) der jungen Erwachsenen in den OECD-LĂ€ndern schließt heute eine tertiĂ€re Ausbildung ab, gegenĂŒber nur 27 Prozent im Jahr 2000, heißt es in einer neuen Studie der OECD, die am Dienstag vorgestellt wurde. Absolventen genießen in der Regel höhere Einkommen, stabilere BeschĂ€ftigung und bessere Gesundheit. Trotz des allgemeinen Wachstums im tertiĂ€ren Bildungsbereich beeinflusst der familiĂ€re Hintergrund weiterhin stark, wer eine höhere Ausbildung verfolgt.

Im Jahr 2023 hatten nur 26 Prozent der jungen Erwachsenen aus weniger gebildeten Familien einen tertiĂ€ren Abschluss, verglichen mit 70 Prozent aus hochgebildeten Haushalten. Finanzielle HĂŒrden und begrenzte akademische sowie soziale UnterstĂŒtzung hindern oft benachteiligte Studenten. Niedrige Abschlussquoten im tertiĂ€ren Bereich untergruben zudem die Rendite öffentlicher Investitionen, verschĂ€rften den FachkrĂ€ftemangel und hemmen die Entwicklungschancen. In 32 OECD- und PartnerlĂ€ndern schlossen nur 43 Prozent der Bachelor-Studenten ihr Studium pĂŒnktlich ab, wobei sich die Quote innerhalb von drei zusĂ€tzlichen Jahren auf nur 70 Prozent erhöhte. MĂ€nner hatten mit 63 Prozent eine niedrigere Abschlussquote als Frauen mit 75 Prozent. Der Bericht unterstreicht zudem, wie wichtig hochqualifizierte LehrkrĂ€fte fĂŒr leistungsstarke Bildungssysteme auf allen Ebenen sind und wie der Lehrermangel die Einstellung und Bindung gut ausgebildeter PĂ€dagogen erschwert. Eine hohe Fluktuation unter LehrkrĂ€ften erschwert die Personalbeschaffung. In den meisten LĂ€ndern, fĂŒr die Daten vorliegen, gehen jĂ€hrlich ein bis drei Prozent der LehrkrĂ€fte in den Ruhestand. Die Ergebnisse aus dem LĂ€nderbericht fĂŒr Deutschland wurden am Dienstagvormittag in Berlin vorgestellt. Die Bundesrepublik zeigt demnach im internationalen Vergleich ĂŒberdurchschnittliche Ergebnisse bei beruflicher Bildung und BeschĂ€ftigungsfĂ€higkeit junger Menschen. 59?Prozent der 18- bis 24-JĂ€hrigen befinden sich in Ausbildung oder Studium, deutlich mehr als der OECD-Durchschnitt von 53?Prozent. Nur zehn?Prozent sind weder in Bildung noch BeschĂ€ftigung, deutlich weniger als der OECD-Wert von 14?Prozent. Die Jugendarbeitslosigkeit liegt mit 2,7?Prozent ebenfalls unter dem OECD-Durchschnitt. Bemerkenswert ist auch der vergleichsweise hohe Anteil an MINT-AbschlĂŒssen: 35?Prozent der Hochschulabsolventen schließen in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften oder Technik ab - ein Spitzenwert weltweit. Zudem investiert Deutschland mit rund 19.500 US-Dollar pro Studierendem mehr als der OECD-Durchschnitt in die Hochschulbildung. Trotz der Fortschritte bleiben Herausforderungen: Die Nichterwerbsquote bei geringqualifizierten Erwachsenen ist weiterhin hoch, und nach wie vor bestehen soziale Ungleichheiten beim Zugang zu frĂŒhkindlicher Bildung. Bundesforschungsministerin Dorothee BĂ€r (CSU) zeigte sich erfreut ĂŒber die Ergebnisse, wonach Deutschland "MINT-Weltmeister" ist. "Das ist der große Standortvorteil Deutschlands", sagte sie. "Dieses Potenzial gilt es, weiter zu heben - mit der Weiterentwicklung des MINT-Aktionsplans, mit Mission-MINT sowie durch eine große BAföG-Reform, die die Reichweite der Förderung ausbaut und die Leistungen verbessert."

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