OECD-Studie: Bildungsniveau auf Allzeithoch - Barrieren bleiben
09.09.2025 - 11:17:20Im Jahr 2023 hatten nur 26 Prozent der jungen Erwachsenen aus weniger gebildeten Familien einen tertiĂ€ren Abschluss, verglichen mit 70 Prozent aus hochgebildeten Haushalten. Finanzielle HĂŒrden und begrenzte akademische sowie soziale UnterstĂŒtzung hindern oft benachteiligte Studenten. Niedrige Abschlussquoten im tertiĂ€ren Bereich untergruben zudem die Rendite öffentlicher Investitionen, verschĂ€rften den FachkrĂ€ftemangel und hemmen die Entwicklungschancen. In 32 OECD- und PartnerlĂ€ndern schlossen nur 43 Prozent der Bachelor-Studenten ihr Studium pĂŒnktlich ab, wobei sich die Quote innerhalb von drei zusĂ€tzlichen Jahren auf nur 70 Prozent erhöhte. MĂ€nner hatten mit 63 Prozent eine niedrigere Abschlussquote als Frauen mit 75 Prozent. Der Bericht unterstreicht zudem, wie wichtig hochqualifizierte LehrkrĂ€fte fĂŒr leistungsstarke Bildungssysteme auf allen Ebenen sind und wie der Lehrermangel die Einstellung und Bindung gut ausgebildeter PĂ€dagogen erschwert. Eine hohe Fluktuation unter LehrkrĂ€ften erschwert die Personalbeschaffung. In den meisten LĂ€ndern, fĂŒr die Daten vorliegen, gehen jĂ€hrlich ein bis drei Prozent der LehrkrĂ€fte in den Ruhestand. Die Ergebnisse aus dem LĂ€nderbericht fĂŒr Deutschland wurden am Dienstagvormittag in Berlin vorgestellt. Die Bundesrepublik zeigt demnach im internationalen Vergleich ĂŒberdurchschnittliche Ergebnisse bei beruflicher Bildung und BeschĂ€ftigungsfĂ€higkeit junger Menschen. 59?Prozent der 18- bis 24-JĂ€hrigen befinden sich in Ausbildung oder Studium, deutlich mehr als der OECD-Durchschnitt von 53?Prozent. Nur zehn?Prozent sind weder in Bildung noch BeschĂ€ftigung, deutlich weniger als der OECD-Wert von 14?Prozent. Die Jugendarbeitslosigkeit liegt mit 2,7?Prozent ebenfalls unter dem OECD-Durchschnitt. Bemerkenswert ist auch der vergleichsweise hohe Anteil an MINT-AbschlĂŒssen: 35?Prozent der Hochschulabsolventen schlieĂen in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften oder Technik ab - ein Spitzenwert weltweit. Zudem investiert Deutschland mit rund 19.500 US-Dollar pro Studierendem mehr als der OECD-Durchschnitt in die Hochschulbildung. Trotz der Fortschritte bleiben Herausforderungen: Die Nichterwerbsquote bei geringqualifizierten Erwachsenen ist weiterhin hoch, und nach wie vor bestehen soziale Ungleichheiten beim Zugang zu frĂŒhkindlicher Bildung. Bundesforschungsministerin Dorothee BĂ€r (CSU) zeigte sich erfreut ĂŒber die Ergebnisse, wonach Deutschland "MINT-Weltmeister" ist. "Das ist der groĂe Standortvorteil Deutschlands", sagte sie. "Dieses Potenzial gilt es, weiter zu heben - mit der Weiterentwicklung des MINT-Aktionsplans, mit Mission-MINT sowie durch eine groĂe BAföG-Reform, die die Reichweite der Förderung ausbaut und die Leistungen verbessert."


