EU, DĂ€nemark

EU-Parlament berĂ€t ĂŒber Antwort auf Trumps Grönland-Drohungen

21.01.2026 - 11:07:54

Das EU-Parlament hat am Mittwoch ĂŒber mögliche Reaktionen auf die Annexionsdrohungen von US-PrĂ€sident Donald Trump gegenĂŒber der zum Königreich DĂ€nemark gehörenden Insel Grönland beraten.EU-KommissionsprĂ€sidentin Ursula von der Leyen (CDU/EVP) sieht Europa an einem Scheideweg.

"Europa bevorzugt Dialog und Lösungen", sagte sie. "Aber wir sind uneingeschrÀnkt bereit zu handeln, sollte das nötig sein. Geeint, schnell, entschlossen."

Trumps Drohung mit neuen Zöllen sei schlichtweg falsch. "Wenn wir jetzt in eine gefĂ€hrliche AbwĂ€rtsspirale innerhalb des BĂŒndnisses geraten, wĂŒrde dies eben jene Gegner ermutigen, die wir beide so eindeutig aus unserer strategischen Landschaft fernhalten wollen", so von der Leyen.

FĂŒr EVP-Fraktionschef Manfred Weber (CSU) steht die Zoll-Einigung mit den USA aus dem vergangenen Jahr auf dem Spiel. "FĂŒr uns als EVP, fĂŒr alle Abgeordneten ist klar, dass es keine Ratifizierung geben wird, keine Null-Prozent-Zölle, Zugang fĂŒr US-Produkte in die EU, bis wir die Frage der VerlĂ€sslichkeit geklĂ€rt haben", sagte der Christdemokrat. "Wir möchten neue Partner in der Welt finden und Europa fĂŒr die Zukunft rĂŒsten."

Iratxe Garcia Perez, Vorsitzende der S&D-Fraktion, brachte das EU-Anti-Zwangsinstrument ins Spiel, das nicht nur die Möglichkeit fĂŒr höhere Zölle gegen bestimmte LĂ€nder bietet, sondern beispielsweise auch den Zugang zu öffentlichen AuftrĂ€gen fĂŒr bestimmte LĂ€nder beschrĂ€nkt. "Europa muss mit einer eindeutigen Sprache der Macht antworten und Europa hat ja Macht", sagte die Sozialdemokratin. "Wir mĂŒssen die Verhandlungen ĂŒber ein Handelsabkommen mit den USA aussetzen und das Anti-Zwangsinstrument einsetzen und unsere MilitĂ€rprĂ€senz auf Grönland verstĂ€rken." Die Liberalen und die GrĂŒnen im EU-Parlament sprachen sich ebenfalls fĂŒr eine Nutzung des Anti-Zwangsinstruments aus.

Perez verwies zudem auf Artikel 42 Absatz 7 das EU-Vertrags, wonach im Falle eines bewaffneten Angriffs auf das Hoheitsgebiet eines Mitgliedstaats die anderen Mitgliedstaaten ihm alle in ihrer Macht stehende Hilfe und UnterstĂŒtzung schulden. "Wir mĂŒssen einen Plan vorbereiten, damit die EuropĂ€ische Union tatsĂ€chlich in der Lage ist, zur reagieren, wenn DĂ€nemark um UnterstĂŒtzung nach Artikel 42 Absatz 7 das EU-Vertrags bittet", sagte sie. "Grönland ist nicht nur eine Nato-Frage. Es ist auch eine Frage, die die EuropĂ€ische Union betrifft, und wir mĂŒssen auf diese Frage eingehen können."

@ dts-nachrichtenagentur.de

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