Selenskyj, MilitÀr

Selenskyj lobt MilitĂ€r fĂŒr Vormarsch in Westrussland

20.08.2024 - 22:19:46

Das Gesetz zum Verbot einer mit Moskau verbandelten Kirche ist durch das ukrainische Parlament gegangen. Nun Ă€ußert sich der PrĂ€sident zu der Entscheidung - und zur gewandelten militĂ€rischen Lage.

Nach dem umstrittenen Verbot eines moskautreuen Ablegers der orthodoxen Kirche hat der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj das Parlament fĂŒr diese Entscheidung ausdrĂŒcklich gelobt. «Ich möchte heute die Arbeit der Werchowna Rada hervorheben, die das Gesetz fĂŒr unsere geistliche UnabhĂ€ngigkeit verabschiedet hat», sagte Selenskyj in seiner tĂ€glichen Videobotschaft - diesmal aus der zentralukrainischen Industriestadt Kropywnytzkyj. Lob bekam zudem das eigene MilitĂ€r - vor allem fĂŒr den Vormarsch im westrussischen Gebiet Kursk. Dagegen bleibt die Lage an den Frontabschnitten in der Ukraine selbst schwierig fĂŒr Kiew, wie Selenskyj einrĂ€umte. 

Das ukrainische Parlament hatte zuvor nach langen Beratungen entschieden, die jahrzehntelang dem Moskauer Patriarchat unterstehende ukrainisch-orthodoxe Kirche zu verbieten. BegrĂŒndet wurde das Verbot mit der UnterstĂŒtzung des Moskauer Patriarchats fĂŒr den Angriffskrieg gegen die Ukraine. Dem Ableger dieser Kirche in der Ukraine wird vorgeworfen, die Verbrechen gegen das eigene Volk zu rechtfertigen oder sogar mit dem Feind zu paktieren. Allerdings hat sich die Kirche offiziell von Moskau losgesagt, Vertreter dementieren eine Zusammenarbeit mit dem Kriegsgegner. Das Gesetz ist umstritten - nicht nur in der Ukraine, sondern auch im Ausland. 

Selenskyj kĂŒndigte ein baldiges GesprĂ€ch mit Vertretern des Patriarchen von Konstantinopel, BartholomĂ€us I., an. BartholomĂ€us gilt als Ehren-Oberhaupt der orthodoxen Christen. Im Streit mit Moskau hatte der Patriarch vor sechs Jahren der Orthodoxen Kirche der Ukraine die kirchliche EigenstĂ€ndigkeit (Autokephalie) gewĂ€hrt. Kiew setzt nun auf seine weitere UnterstĂŒtzung.

Daneben kam Selenskyj auch auf den Kriegsverlauf zu sprechen. Die Lage im Osten der Ukraine speziell im Raum um die StÀdte Pokrowsk und Torezk sei schwierig, bekannte der PrÀsident. «Die Verteidiger tun alles, um die Okkupanten zu vernichten», sagte er, ging aber nicht nÀher darauf ein. Stattdessen hob er die Fortschritte im Gebiet Kursk hervor, wo die ukrainische Armee weiter GelÀndegewinne erziele. Die Ukraine erreiche ihre Ziele, PrioritÀt habe die Gefangennahme russischer Soldaten, um sie spÀter gegen ukrainische Gefangene auszutauschen, betonte Selenskyj.

In der russischen Grenzregion Kursk lĂ€uft seit zwei Wochen eine ukrainische Gegenoffensive. Dabei wurden nach Angaben des ukrainischen Oberbefehlshabers Olexander Syrskyj inzwischen mehr als 1260 Quadratkilometer und 93 Ortschaften eingenommen. MilitĂ€rbeobachter sehen fĂŒr russische Truppen sĂŒdlich des Flusses Sejm die Gefahr einer Einkesselung, nachdem dort drei wichtige BrĂŒcken gesprengt wurden.

 

@ dpa.de