Netanjahu erfolgreich operiert - VerstÀrkte Angriffe in Gaza
30.12.2024 - 05:15:36Der israelische MinisterprĂ€sident Benjamin Netanjahu hat sich erfolgreich einer Prostata-Operation unterzogen. Das Hadassah-Krankenhaus in Jerusalem teilte mit, der 75-JĂ€hrige sei nach dem Eingriff in Vollnarkose wieder aufgewacht und in gutem Zustand. In den kommenden Tagen werde er unter Beobachtung bleiben. Am Samstag hatte Netanjahus BĂŒro bekanntgegeben, dass Netanjahu operiert werden mĂŒsse.Â
Der Regierungschef war in der Vergangenheit öfter wegen gesundheitlicher Probleme im Krankenhaus. Zuletzt war er Ende MÀrz wegen eines Leistenbruchs operiert worden. Im Sommer vergangenen Jahres wurde ihm ein Herzschrittmacher eingesetzt. Gerichtstermine in Netanjahus Korruptionsprozess wurden wegen der Operation in der kommenden Woche gestrichen. Die geplanten Anhörungen wurden auf den 6. Januar und die darauffolgenden Tage verschoben.
Israelische Armee erhöht Druck auf Hamas
Derweil erhöhte die israelische Armee fast 15 Monate nach Beginn des Gaza-Kriegs den Druck auf die islamistische Hamas in dem KĂŒstenstreifen. Nach palĂ€stinensischen Berichten wurden bei neuen heftigen Angriffen im Norden und zentralen Abschnitt des Gazastreifens mehr als 20 Menschen getötet. Militante PalĂ€stinenser feuerten derweil den dritten Tag in Folge Raketen auf Israel ab. Die Angaben lieĂen sich zunĂ€chst nicht unabhĂ€ngig ĂŒberprĂŒfen.Â
Im Gazastreifen seien eine Waffenruhe und ein Geiselabkommen noch nicht zustande gekommen, weil die Hamas «nicht will, dass es ein Abkommen gibt», betonte Netanjahu am Sonntag vor seiner Operation bei einem Regierungstreffen. «Die Situation ist weniger optimistisch», zitierte die «Jerusalem Post» teilnehmende Minister. Die Botschaft laute, dass die Verhandlungen ĂŒber das Geiselabkommen festgefahren seien, da die Hamas «stĂ€ndig versucht, die Richtung der GesprĂ€che zu Ă€ndern».
Raketensalve auf israelische Grenzstadt Sderot
FĂŒnf Geschosse militanter PalĂ€stinenser seien vom nördlichen Gazastreifen auf israelisches Gebiet geflogen, berichtete die israelische Armee. Die Raketenabwehr habe zwei davon abgefangen, der Rest sei in offenen Gebieten eingeschlagen. Zuvor hatte es in der Grenzstadt Sderot Raketenalarm gegeben. Nach Polizeiangaben schlugen Raketenteile an zwei Orten in der Stadt ein.
Der israelische TV-Sender N12 berichtete, die Hamas könnte versuchen, in Beit Hanun verbliebene Raketen zu «verschieĂen», bevor die Armee sie dort finde. In der Ortschaft hatte zuvor ein neuer Einsatz des MilitĂ€rs begonnen. Ziel des militĂ€rischen Drucks sei es auĂerdem, die Hamas zu einer Waffenruhe und der Freilassung von Geiseln im Gegenzug fĂŒr palĂ€stinensische HĂ€ftlinge zu bewegen, berichtete der Sender. Die Hamas wirft Israel jedoch vor, mit immer neuen Bedingungen bei indirekten Verhandlungen unter Vermittlung der USA, Ăgyptens und Katars eine solche Einigung zu torpedieren.Â
Israel beschieĂt Krankenhaus in der Stadt Gaza
Die israelischen StreitkrĂ€fte beschossen das Al-Wafa-Krankenhaus im Osten der Stadt Gaza. Bei dem Angriff seien sieben PalĂ€stinenser getötet worden, teilte der von der Hamas kontrollierte Katastrophenschutz in Gaza mit. Ein israelisches Geschoss habe den fĂŒnften Stock der Klinik getroffen. Augenzeugen berichteten, das GebĂ€ude sei panikartig gerĂ€umt worden, als der Angriff begann.Â
Nach Darstellung der israelischen Armee sei das Krankenhaus zum Zeitpunkt des Angriffs nicht in Betrieb gewesen. Vielmehr soll sich darin die Kommandozentrale einer Luftabwehreinheit der Hamas befunden haben. Dieser habe der Beschuss mit PrĂ€zisionsmunition gegolten. Auch diese Angaben lieĂen sich nicht unabhĂ€ngig ĂŒberprĂŒfen.Â
Wiederholte Angriffe auf KrankenhÀuser
Israel greift immer wieder KrankenhĂ€user im Gazastreifen an und begrĂŒndet dies damit, dass sich dort Stellungen, Waffenlager und KĂ€mpfer der Hamas befinden wĂŒrden. Erst am Samstag beendete das MilitĂ€r einen dreitĂ€gigen Einsatz im Kamal-Adwan-Krankenhaus in der nördlichen Stadt Beit Lahia. Dabei nahm es eigenen Angaben zufolge 240 KĂ€mpfer der Terrororganisationen Hamas und Islamischer Dschihad fest. «WĂ€hrend des Einsatzes wurden rund 20 Terroristen getötet», teilte das MilitĂ€r mit. Das Gebiet nahe der Klinik sei «eine aktive Kampfzone», Terroristen hĂ€tten dort Sprengfallen und Bomben gelegt.Â
Die Patienten wurden evakuiert, die Klinik stellte den Betrieb ein, die GebĂ€ude brannten teilweise aus. Seit Kriegsbeginn am 7. Oktober 2023 mussten nach Angaben des palĂ€stinensischen Gesundheitsministeriums 33 KrankenhĂ€user im Gazastreifen kriegsbedingt schlieĂen.
Die palĂ€stinensische Nachrichtenagentur Wafa berichtete, beim Beschuss des FlĂŒchtlingsviertels Nuseirat im zentralen Abschnitt des umkĂ€mpften KĂŒstenstreifens seien neun Menschen getötet und 15 weitere verletzt worden. Darunter seien auch Frauen und Kinder. Eine israelische Armeesprecherin sagte dagegen, Angriffe in dem Gebiet seien ihr nicht bekannt.Â
Wafa berichtete zudem, in Beit Hanun im Norden des Gazastreifens seien sieben weitere Menschen ums Leben gekommen. Die Armeesprecherin sagte, man prĂŒfe die Berichte.Â
Soldat bei KÀmpfen im Gazastreifen getötet
Bei KĂ€mpfen im Norden des Gazastreifens wurde nach Angaben der israelischen Armee ein 22-jĂ€hriger Soldat getötet. Bei dem Ăberfall der Hamas und anderer Extremisten aus dem Gazastreifen auf Israel mit 1.200 Toten und 250 Verschleppten am 7. Oktober 2023 und bei den darauffolgenden KĂ€mpfen wurden damit nach Angaben der Armee bisher 824 Soldaten und Soldatinnen getötet.
Nach Angaben der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde sind seit Beginn des Krieges mehr als 45.500 PalÀstinenser im Gazastreifen getötet und mehr als 108.100 weitere verletzt worden. Die Angaben unterscheiden nicht zwischen Zivilisten und Kombattanten.









