Russische Truppen dringen in der Ostukraine vor
31.01.2025 - 04:55:36In der Ostukraine greifen russische Truppen weiter unablĂ€ssig an und setzen die Verteidiger unter Druck. Der ukrainische Generalstab verzeichnete in seinem Abendbericht 125 russische Angriffe am Donnerstag. Der Schwerpunkt lag ein weiteres Mal bei der Stadt Pokrowsk im Gebiet Donezk, wo es demnach 51 Gefechte gab. Die Bergbaustadt, die vor dem Krieg etwa 60.000 Einwohner hatte, ist seit Monaten umkĂ€mpft.Â
Allerdings haben sich die Russen darauf verlegt, die Stadt nicht direkt einzunehmen, sondern sĂŒdlich an ihr vorbei vorzustoĂen. Den Karten ukrainischer MilitĂ€rbeobachter zufolge ist dort nur noch das Dorf Udatschne unbesetzt. Dahinter beginnt das ukrainische Verwaltungsgebiet Dnipropetrowsk, das russische Truppen in den fast drei Jahren ihres Angriffskriegs noch nicht erreicht haben.
Der armeenahe russische MilitÀrblog Rybar berichtete, dass russische Truppen weitere Teile der Stadt Tschassiw Jar unter ihre Kontrolle gebracht hÀtten. Ein völliger Verlust der Stadt wird von ukrainischen Quellen aber dementiert.
Russische und ukrainische Drohnen am Nachthimmel
In der Nacht auf Freitag wurde beginnend von Osten in einer ukrainischen Region nach der anderen Luftalarm ausgelöst, weil russische Kampfdrohnen am Himmel geortet wurden. Das russische Verteidigungsministerium in Moskau wiederum sprach davon, dass vor Mitternacht ĂŒber Russland 17 ukrainische Drohnen abgefangen worden seien.Â
Am Donnerstagmorgen hatte eine russische Drohne in der nordukrainischen Stadt Sumy ein Hochhaus getroffen, mindestens 9 Menschen getötet und 13 verletzt. «Jeder dieser russischen SchlÀge braucht eine Antwort der Welt, Terror darf nicht ungestraft bleiben», sagte der PrÀsident Wolodymyr Selenskyj in einer Videoansprache. Bei russischem Beschuss auf die ostukrainische Stadt Kramatorsk wurden mindestens 13 Menschen verletzt.
Milliardenschwere MilitÀrhilfe aus Schweden
Das Nato-Neumitglied Schweden prĂ€sentierte sein 18. und bislang gröĂtes militĂ€risches UnterstĂŒtzungspaket fĂŒr die Ukraine. Es hat nach Regierungsangaben einen Wert von 13,5 Milliarden schwedischen Kronen (knapp 1,2 Mrd. Euro). Dies bedeutet unter anderem eine Verdopplung der bereits zuvor gespendeten 16 Transportboote vom Typ StridsbĂ„t 90 sowie 1.500 Panzerabwehrraketen und 146 Lastwagen. Das Paket umfasst auĂerdem Investitionen zur UnterstĂŒtzung der ukrainischen RĂŒstungsindustrie.
Tschechien will wieder Munitionskauf organisierenÂ
Nach einen von Tschechien organisierten Kauf von Artilleriemunition fĂŒr die Ukraine 2024 wirbt die Regierung in Prag bei anderen EU-Staaten um UnterstĂŒtzung fĂŒr eine erneute Munitionsinitiative. «Es ist eine Frage des politischen Willens, und wenn sich wieder viele EU-Mitgliedstaaten unserer Initiative anschlieĂen, können wir viel fĂŒr die Ukraine erreichen», sagte AuĂenminister Jan Lipavsky dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). «Wir prĂŒfen derzeit, wie wir die neue Munitionsinitiative finanzieren können, und werden dann sehen, wie viel Schuss Munition wir fĂŒr das Geld bekommen können.» Auf eine konkrete Menge an Munition wollte er sich nicht festlegen.Â
Tschechien habe vergangenes Jahr das erklĂ€rte Ziel von 1,5 Millionen Schuss Munition fĂŒr die Ukraine erfĂŒllt. Etwa ein Drittel davon sei vom Kaliber 155 mm gewesen. «Das hat eine wichtige Rolle gespielt, um auf dem Schlachtfeld in der Ukraine ParitĂ€t herzustellen», sagte Lipavsky.
Atominspektoren im AKW Saporischschja hören GefechtslĂ€rmÂ
Die internationalen Atominspektoren im russisch besetzten Kernkraftwerk Saporischschja in der Ukraine hören nach IAEA-Angaben fast tĂ€glich GefechtslĂ€rm im Umfeld. Am Donnerstag habe es mehrere Explosionen in der NĂ€he des AKW gegeben, teilte die Internationale Atomenergiebehörde IAEA in Wien mit. Es sei aber kein Schaden am Werk gemeldet worden. Behördenleiter Rafael Grossi verknĂŒpfte seinen Bericht ĂŒber die Arbeit der Inspektoren mit der AnkĂŒndigung, am Dienstag (4.2.) wieder Kiew zu besuchen.Â
Beobachter der IAEA sind in allen aktiven Atomkraftwerken der Ukraine sowie im stillgelegten Werk Tschernobyl prĂ€sent. Sie berichteten jeden Tag ĂŒber Luftalarm oder Drohnen in der NĂ€he ihrer Anlagen, sagte Grossi. Das AKW Saporischschja, die gröĂte Atomanlage Europas, liegt direkt am Fluss Dnipro; er bildet dort auch die Front. Russische und ukrainische Truppen bekĂ€mpfen einander ĂŒber den Fluss hinweg mit Artillerie und Kampfdrohnen.





