Toter, Protesten

Ein Toter bei Protesten gegen Wahlergebnis in Venezuela

30.07.2024 - 07:47:58

Das offizielle Ergebnis der PrĂ€sidentenwahl in Venezuela kĂŒrt NicolĂĄs Maduro erneut zum PrĂ€sidenten - im In- und Ausland wird dies angezweifelt. Die Stimmung auf den Straßen ist aufgeheizt.

  • SicherheitskrĂ€fte gingen teils hart gegen Demonstranten vor.  - Foto: Matias Delacroix/AP/dpa

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  • Demonstranten protestieren gegen das Ergebnis der PrĂ€sidentenwahl. - Foto: Jeampier Arguinzones/dpa

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  • Demonstranten wollen das offizielle Ergebnis der PrĂ€sidentenwahl nicht anerkennen. - Foto: Jacinto Oliveros/AP

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  • Menschen protestieren mit Töpfen und Pfannen gegen das Ergebnis der PrĂ€sidentenwahl. - Foto: Cristian Hernandez/AP/dpa

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SicherheitskrÀfte gingen teils hart gegen Demonstranten vor.  - Foto: Matias Delacroix/AP/dpaDemonstranten protestieren gegen das Ergebnis der PrÀsidentenwahl. - Foto: Jeampier Arguinzones/dpaDemonstranten wollen das offizielle Ergebnis der PrÀsidentenwahl nicht anerkennen. - Foto: Jacinto Oliveros/APMenschen protestieren mit Töpfen und Pfannen gegen das Ergebnis der PrÀsidentenwahl. - Foto: Cristian Hernandez/AP/dpa

Bei Protesten gegen das Wahlergebnis in Venezuela hat es nach Angaben einer Nichtregierungsorganisation mindestens einen Toten gegeben. Zudem seien 46 Menschen in verschiedenen StĂ€dten und Bundesstaaten des sĂŒdamerikanischen Landes festgenommen worden, teilte die NGO Foro Penal auf der Plattform X mit. Den Toten gab es demnach im Bundesstaat Yaracuy, weitere Details waren zunĂ€chst nicht bekannt. Lokale Medien berichteten von mindestens zwei Toten.

Der Nationale Wahlrat hat den seit 2013 regierenden Nicolås Maduro offiziell zum Sieger der PrÀsidentschaftswahl erklÀrt. Demnach kam der linke Staatschef bei der Abstimmung am Sonntag auf 51,2 Prozent der Stimmen, der Oppositionskandidat Edmundo Gonzålez Urrutia erhielt 44,2 Prozent. Die Opposition erkennt das offizielle Ergebnis nicht an und spricht von Wahlbetrug. 

Die Regierungsgegner hĂ€tten Zugang zu 73 Prozent der Ergebnislisten, die einen uneinholbaren Vorsprung des Herausforderers belegten, sagte OppositionsfĂŒhrerin MarĂ­a Corina Machado vor Medienvertretern am Montag. GonzĂĄlez habe in allen Bundesstaaten gewonnen und ĂŒber 6,2 Millionen Stimmen erhalten, Maduro hingegen nur 2,7 Millionen. Auch die US-Regierung und eine Reihe lateinamerikanischer Staaten meldeten Zweifel am offiziellen Wahlergebnis an. Maduro wĂŒrde im Januar 2025 seine dritte sechsjĂ€hrige Amtszeit antreten. 

Teils heftige Auseinandersetzungen - weitere Proteste angekĂŒndigt

Landesweit war es nach der umstrittenen Wahl zu Protesten mit teils heftigen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und SicherheitskrĂ€ften gekommen. Im Fernsehen war zu sehen, wie Polizisten TrĂ€nengas einsetzen und vereinzelt auf Menschen einschlagen. Außerdem wurden SchĂŒsse auf Demonstranten abgegeben, die zum PrĂ€sidentenpalast in der Hauptstadt Caracas zogen, wie die Zeitung «El Nacional» berichtete und in einem Video zu sehen war. 

Bei den SchĂŒtzen könnte es sich um sogenannte Colectivos handeln - regierungsnahe paramilitĂ€rische Gruppen, die die Agenda der Regierung mit Gewalt durchsetzen. Das Video zeigt, wie Polizisten beim Angriff auf die Demonstranten nicht eingreifen, um diesen zu verhindern.

FĂŒr heute rief die Opposition zu einer Großdemonstration gegen die Regierung auf. Auch das Regierungslager will seine AnhĂ€nger auf die Straße bringen.

Venezuela leidet unter Missmanagement, Korruption und internationalen Sanktionen. Mehr als 80 Prozent der Bevölkerung leben unter der Armutsgrenze. Über sieben Millionen Menschen - rund ein Viertel der Bevölkerung - haben das ölreiche Land nach UN-Angaben in den vergangenen Jahren wegen Armut und Gewalt verlassen.

@ dpa.de