Israel, Libanon

Israels Verteidigungsminister: Bleiben im Südlibanon

15.06.2026 - 10:53:35 | dpa.de

Das Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran erlebt seinen ersten Test. Israel wird sich laut Verteidigungsminister Katz nicht aus dem Südlibanon zurückziehen. Er droht auch direkt dem Iran.

Israels Verteidigungsminister Israel Katz lehnt einen Rückzug der Armee aus dem Südlibanon ab. Foto Archiv - Bild: Ariel Hermoni/Verteidigungsministerium/dpa
Israels Verteidigungsminister Israel Katz lehnt einen Rückzug der Armee aus dem Südlibanon ab. Foto Archiv - Bild: Ariel Hermoni/Verteidigungsministerium/dpa

Die israelische Armee wird sich laut Verteidigungsminister Israel Katz vorerst nicht aus den besetzten Gebieten im Südlibanon zurückziehen. Katz reagierte damit auf eine Rahmenvereinbarung zwischen den USA und dem Iran, die am Freitag in Genf unterzeichnet werden soll. Israel rechnet damit, dass eine Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran auch mit einem Ende der Kämpfe gegen die libanesische Hisbollah-Miliz verknüpft wird.

Katz erklärte weiter, er sei sich mit Ministerpräsident Benjamin Netanjahu einig, dass die israelische Armee ohne zeitliche Begrenzung in den «Sicherheitszonen» im Libanon, in Syrien und im Gazastreifen verbleibe, um von dort aus die Grenze und die israelischen Gemeinden zu schützen. 

Katz bezeichnete die «Sicherheitszonen» als die «größten Errungenschaften» der Armee in diesem Krieg. Israel lehne einen Rückzug aus dem Libanon ab, trotz aller bestehenden und noch kommenden Druckversuche.

Katz warnte zudem, dass Israel mit «voller Wucht» zurückschlagen werde, sollte der Iran das Land wegen «der Ereignisse im Libanon» angreifen.

Der israelische Finanzminister Bezalel Smotrich erklärte auf X, das Abkommen mit dem Iran sei schlecht für Israel und die gesamte freie Welt. Israel müsse «die Kampagne zum Sturz des Regimes» im Iran selbst und auf kreative Weise fortsetzen und dafür sorgen, dass der Iran niemals Atomwaffen besitze.

Der rechtsextreme Polizeiminister Itamar Ben-Gvir erklärte auf X: «Wir sind keine Partner dieses Abkommens, das unsere Sicherheit nicht gewährleistet und für uns keinerlei bindende Wirkung hat.» Israel dürfe sich mit nichts weniger als der Auflösung der libanesischen Hisbollah zufriedengeben.

de | ausland | 69543062 |

Weitere Meldungen

Die Stolpersteine beim Abkommen zwischen den USA und Iran Die Umsetzung des Gaza-Abkommens steckt fest, Israel will seine Truppen nicht aus dem Libanon abziehen. (Ausland, 15.06.2026 - 12:00) weiterlesen...

Wadephul sieht US-Iran-Deal als Chance für die gesamte Region Außenminister Johann Wadephul (CDU) hat die Friedensvereinbarung zwischen den USA und dem Iran begrüßt."Ich glaube, es gibt eine ernsthafte Bereitschaft auf beiden Seiten, diese Waffenruhe jetzt wirksam werden zu lassen und diese Chance jetzt zu vertieften Verhandlungen in den nächsten 60 Tagen auch Wirklichkeit werden zu lassen", sagte Wadephul am Montag vor einem Treffen mit seinen EU-Amtskollegen in Luxemburg. (Ausland, 15.06.2026 - 09:48) weiterlesen...

Libanon: Israel setzt Luftangriffe im Süden fort Die israelische Armee hat ihre Angriffe im südlichen Libanon nach dortigen Angaben trotz des verkündeten Rahmenabkommens im Iran-Krieg vorerst fortgesetzt. (Boerse, 15.06.2026 - 09:14) weiterlesen...

Von der Leyen drängt auf echten Waffenstillstand im Libanon Nach der Einigung zwischen den USA und dem Iran auf ein Rahmenabkommen für ein Ende des Krieges drängt die EU auch auf einen "echten Waffenstillstand" im Libanon."Natürlich kann es keinen Frieden im Nahen Osten geben, solange der Libanon in Flammen steht", sagte EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen am Montag. (Ausland, 15.06.2026 - 08:55) weiterlesen...

'kein Urteilsvermögen' US-Präsident Donald Trump hat den Gegenangriff Israels im Libanon verurteilt. (Boerse, 14.06.2026 - 20:04) weiterlesen...

US-Iran-Deal auf der Kippe? Trump verurteilt neue Angriffe Eine neue Eskalation im Krieg zwischen Israel und der Hisbollah wirbelt den möglichen Abschluss des Rahmenabkommens zwischen den USA und dem Iran durcheinander. (Ausland, 14.06.2026 - 18:17) weiterlesen...