Netanjahu: ZunĂ€chst mĂŒssen wir die Geiseln befreien
30.06.2025 - 03:42:18Israels Angriffe im Iran haben nach Aussagen des israelischen MinisterprĂ€sidenten Benjamin Netanjahu «weitreichende regionale Möglichkeiten» eröffnet, einschlieĂlich der Befreiung der Geiseln im Gazastreifen. «ZunĂ€chst einmal mĂŒssen wir die Geiseln befreien», sagte Netanjahu laut Medien beim Besuch einer Einrichtung des Inlandsgeheimdienstes. Seine ĂuĂerung wurde laut der «Times of Israel» von heimischen Medien so interpretiert, dass Netanjahu jetzt die RĂŒckkehr der Geiseln priorisiert - vor allem anderen wie dem Sieg ĂŒber die Hamas.
«NatĂŒrlich mĂŒssen wir auch das Gaza-Problem lösen und die Hamas besiegen, aber ich glaube, dass wir beide Aufgaben bewĂ€ltigen werden», wurde Netanjahu zitiert. Hintergrund seiner ĂuĂerungen sei, dass sich Israel zunehmendem Druck seitens der USA ausgesetzt sehe, eine Einigung zur Beendigung des seit mehr als 20 Monaten andauernden Krieges zu erzielen, schrieb die «Times of Israel». US-PrĂ€sident Donald Trump hatte gesagt, er gehe davon aus, dass in dieser Woche eine Waffenruhe erreicht werden könne.Â
Netanjahu leitete am Sonntagabend laut israelischen Medienberichten eine Kabinettssitzung in einem Hauptquartier der StreitkrĂ€fte, um ĂŒber den Krieg im Gazastreifen und die BemĂŒhungen um einen Austausch der von der Hamas weiter festgehaltenen Geiseln gegen palĂ€stinensische HĂ€ftlinge aus israelischen GefĂ€ngnissen zu beraten. Die Sitzung sei ohne eine Entscheidung beendet worden, weitere GesprĂ€che seien fĂŒr heute angesetzt, hieĂ es.Â
Ebenfalls heute will sich nach Informationen der «Times of Israel» Israels Minister fĂŒr strategische Angelegenheiten, Ron Dermer, in Washington mit US- Beamten treffen, um sich mit den USA vor einer weiteren Runde an VermittlungsgesprĂ€chen in Kairo ĂŒber ein mögliches Gaza-Abkommen abzustimmen. Dermer werde von Trumps Regierung unter Druck gesetzt werden, den Krieg in Gaza zu beenden, zitierte die Zeitung einen arabischen Diplomaten und einen mit der Angelegenheit vertrauten US-Beamten. Die USA, Ăgypten und Katar fungieren als Vermittler zwischen Israel und der Hamas.Â
Eine Gruppe Angehöriger der Geiseln richtete unterdessen einen Online-Appell an Trump und bat ihn darin auf Englisch, alles in seiner Macht Stehende zu tun, die Verschleppten zurĂŒckzuholen. Nach offiziellen israelischen Angaben werden noch 22 lebende EntfĂŒhrte in Gaza festgehalten. Bei 28 weiteren geht es demnach nur noch um die Ăbergabe ihrer sterblichen Ăberreste. Auslöser des Kriegs war der Ăberfall der Hamas und anderer islamistischer Terrororganisationen auf Israel am 7. Oktober 2023, bei dem rund 1.200 Menschen getötet und mehr als 250 als Geiseln nach Gaza verschleppt wurden.


