Sonderermittler, Wiederaufnahme

Sonderermittler verlangt Wiederaufnahme von Trump-Verfahren

26.08.2024 - 22:40:06

Das Strafverfahren gegen Donald Trump in der Dokumenten-AffĂ€re wurde Mitte Juli eingestellt. Sonderermittler Smith legte Berufung ein - und begrĂŒndet nun seinen Schritt.

US-Sonderermittler Jack Smith hat ein Berufungsgericht dazu aufgefordert, das Strafverfahren gegen den frĂŒheren PrĂ€sidenten Donald Trump in der Dokumenten-AffĂ€re wieder aufzunehmen. Die zustĂ€ndige Richterin Aileen Cannon hatte das Verfahren Mitte Juli eingestellt. Sie begrĂŒndete das mit Zweifeln an der rechtmĂ€ĂŸigen Ernennung des Sonderermittlers. Smith legte dagegen Berufung ein - und begrĂŒndete seinen Schritt nun in einem Berufungsschreiben. 

Darin heißt es, die Entscheidung der Richterin stehe «im Widerspruch zu der weit verbreiteten und langjĂ€hrigen Ernennungspraxis» von Sonderermittlern. Sie widerspreche auch der eindeutigen Rechtsprechung, wonach der Justizminister befugt sei, einen Sonderermittler einzusetzen. Das Berufungsgericht mĂŒsse das Urteil der Richterin deshalb aufheben, forderte Smith. Justizminister Merrick Garland hatte den 55-JĂ€hrigen mit der Leitung der Ermittlungen in diesem und einem weiteren Fall beauftragt.

Hausdurchsuchung bei Trump vor zwei Jahren

Trump war in der Dokumenten-AffÀre im vergangenen Jahr in Miami im Bundesstaat Florida auf Bundesebene angeklagt worden. Ihm wird die gesetzeswidrige Aufbewahrung höchst sensibler Informationen aus seiner Zeit als PrÀsident (2017 bis 2021) vorgeworfen. 

Im August 2022 hatte die Bundespolizei FBI Trumps Villa in Florida durchsucht und mehrere als streng geheim eingestufte Dokumenten-SĂ€tze beschlagnahmt. Vorgeworfen wird Trump auch eine Verschwörung zur Behinderung der Ermittlungen: So soll er versucht haben, mithilfe von Mitarbeitern Material aus Überwachungskameras verschwinden und Kisten mit Dokumenten wegschaffen zu lassen. 

Ein erfolgreiches Berufungsverfahren könnte dazu fĂŒhren, dass das Verfahren wieder aufgenommen wird. Doch selbst wenn dies der Fall sein sollte, gilt es als praktisch unmöglich, dass es noch vor der PrĂ€sidentenwahl im November zum Prozess kommt. Die in dem Dokumenten-Verfahren zustĂ€ndige Richterin Cannon wurde einst von Trump ernannt. Kritiker warfen ihr vor, das Verfahren zu verschleppen.

@ dpa.de