Weber erwartet Zeitenwende im VerhÀltnis zu den USA
03.11.2024 - 08:19:09"Wir dĂŒrfen uns nicht an der Schulter der Amerikaner ausruhen, sondern mĂŒssen eigenstĂ€ndig und souverĂ€n unsere Aufgaben erledigen." Weber stellte sich hinter Trumps Forderung, die europĂ€ischen Nato-Mitglieder mĂŒssten mehr fĂŒr Verteidigung ausgeben. "Trump trifft einen wunden Punkt Europas. Es werden nicht dauerhaft gut 330 Millionen Amerikaner 450 Millionen EuropĂ€er verteidigen", sagte er. "Die Kernfrage ist: Schafft es Europa endlich, das militĂ€rische Gewicht aufzubauen, das dieser Kontinent lĂ€ngst haben mĂŒsste? Wir sind bei dem Nato-Ziel, zwei Prozent der Wirtschaftsleistung fĂŒr Verteidigung auszugeben, vorangekommen." Auf die Nachfrage, ob zwei Prozent reichten, entgegnete Weber: "Mittelfristig nein, aber der schnelle Ausbau einer europĂ€ischen Verteidigung, die diesen Namen verdient, scheitert aktuell weniger am Geld als an den ProduktionskapazitĂ€ten." Die EU-Staaten mĂŒssten "zusammenarbeiten beim Aufbau moderner Systeme wie einer Raketenabwehr oder vielleicht auch einmal einem FlugzeugtrĂ€ger" Der EVP-Chef forderte: "Wir mĂŒssen endlich unsere Lektion lernen und ein europĂ€isches RĂŒckgrat fĂŒr die Nato aufbauen." Nach dem Wechsel von Trump zu Biden 2020 habe sich Europa "wieder zurĂŒckgelehnt und zu wenig Ambition gezeigt", kritisierte Weber. "Umso mehr mĂŒssen wir jetzt in die GĂ€nge kommen." Auch wenn Trump gewĂ€hlt werde, mĂŒsse die EuropĂ€ische Union schnell die Partnerschaft zur neuen US-Administration suchen. "Die Bundesregierung ist in den vergangenen Jahren sehr ideologisch aufgetreten", so der EVP-Chef. Das habe Deutschland in eine schwierige Situation gebracht. "Trump sieht die Ampelregierung als einen der Hauptgegner in Europa", so Weber. Eine eigene Position sei wichtig, aber Ideologie fĂŒhre zu nichts. "Jetzt brauchen wir die ausgestreckte Hand zu den USA."


