UN-MenschenrechtsbĂŒro, Israels

UN-MenschenrechtsbĂŒro kritisiert Israels Vorgehen im Westjordanland

28.08.2024 - 16:01:03

Das UN-MenschenrechtsbĂŒro (OHCHR) hat am Mittwoch die militĂ€rischen AktivitĂ€ten der israelischen SicherheitskrĂ€fte (ISF) im Westjordanland scharf kritisiert.

Diese wĂŒrden gegen Völkerrecht verstoßen und die Gefahr bergen, eine bereits explosive Situation weiter anzuheizen. Man sei besorgt, dass sich die Lage im Westjordanland "dramatisch verschlechtern könnte, wenn die ISF weiterhin systematisch rechtswidrige tödliche Gewalt anwenden und die von Siedlern ausgeĂŒbte Gewalt ignorieren". Das UN-MenschenrechtsbĂŒro fordert Israel auf, "seinen völkerrechtlichen Verpflichtungen nachzukommen, das rechtswidrige Siedlungsprojekt zu beenden, die Ordnung wiederherzustellen und die PalĂ€stinenser zu schĂŒtzen". Seit dem 7. Oktober und bis zum 27. August wurden dem UN-Nebenorgan zufolge im Westjordanland, einschließlich Ostjerusalem, 628 PalĂ€stinenser getötet.

Davon seien 609 PalĂ€stinenser von ISF getötet worden, elf von Siedlern und acht bei gemeinsamen Angriffen von ISF oder Siedlern. 159 von ihnen sollen bei Luftangriffen getötet worden sein. Das MenschenrechtsbĂŒro wirft der israelischen Luftwaffe vor, am 26. August mindestens vier Luftangriffe auf das FlĂŒchtlingslager Nur Shams in Tulkarem durchgefĂŒhrt zu haben und dabei drei palĂ€stinensische MĂ€nner und zwei Jungen im Alter von 13 und 15 Jahren getötet zu haben. Die Gewalt zwischen den ISF und bewaffneten PalĂ€stinensern im Westjordanland stellt laut OHCHR keinen bewaffneten Konflikt im Sinne des humanitĂ€ren Völkerrechts dar, so dass bei der Anwendung von Gewalt im Westjordanland die fĂŒr die Strafverfolgung geltenden Menschenrechtsnormen und -standards eingehalten werden mĂŒssten. Der Einsatz von Luftangriffen und anderen militĂ€rischen Waffen und Taktiken durch die ISF verstoße gegen diese Normen, so das BĂŒro des UN-Menschenrechtskommissars Volker TĂŒrk. Die völkerrechtswidrige Siedlerbewegung habe seit dem 7. Oktober "mit politischer RĂŒckendeckung auf höchster Ebene der israelischen Regierung die Gelegenheit ergriffen", die Gewalt gegen PalĂ€stinenser zu eskalieren. Das UN-Hochkommissariat fĂŒr Menschenrechte spricht von tĂ€tlichen Angriffen auf PalĂ€stinenser, von BrandanschlĂ€gen auf ihr Eigentum und ihre Ernten sowie davon, dass Siedler PalĂ€stinenser dazu gezwungen hĂ€tten, ihre HĂ€user und ihr Land zu verlassen. Seit dem 7. Oktober sei kein Siedler im Zusammenhang mit Siedlergewalt angeklagt worden, bemĂ€ngelte das UN-Nebenorgan. Die israelische Armee (IDF) hatte in der Nacht zu Mittwoch mit einem grĂ¶ĂŸeren Einsatz im besetzten Westjordanland begonnen. Nach MilitĂ€rangaben werden die EinsĂ€tze vor allem in den StĂ€dten Dschenin und Tulkarem durchgefĂŒhrt. PalĂ€stinensischen Angaben zufolge wurden dabei zehn Menschen getötet. Der arabische Sender Al Jazeera sprach vom grĂ¶ĂŸten derartigen MilitĂ€reinsatz Israels im Norden des Westjordanlands seit ĂŒber 20 Jahren.

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