UN-MenschenrechtsbĂŒro kritisiert Israels Vorgehen im Westjordanland
28.08.2024 - 16:01:03Davon seien 609 PalĂ€stinenser von ISF getötet worden, elf von Siedlern und acht bei gemeinsamen Angriffen von ISF oder Siedlern. 159 von ihnen sollen bei Luftangriffen getötet worden sein. Das MenschenrechtsbĂŒro wirft der israelischen Luftwaffe vor, am 26. August mindestens vier Luftangriffe auf das FlĂŒchtlingslager Nur Shams in Tulkarem durchgefĂŒhrt zu haben und dabei drei palĂ€stinensische MĂ€nner und zwei Jungen im Alter von 13 und 15 Jahren getötet zu haben. Die Gewalt zwischen den ISF und bewaffneten PalĂ€stinensern im Westjordanland stellt laut OHCHR keinen bewaffneten Konflikt im Sinne des humanitĂ€ren Völkerrechts dar, so dass bei der Anwendung von Gewalt im Westjordanland die fĂŒr die Strafverfolgung geltenden Menschenrechtsnormen und -standards eingehalten werden mĂŒssten. Der Einsatz von Luftangriffen und anderen militĂ€rischen Waffen und Taktiken durch die ISF verstoĂe gegen diese Normen, so das BĂŒro des UN-Menschenrechtskommissars Volker TĂŒrk. Die völkerrechtswidrige Siedlerbewegung habe seit dem 7. Oktober "mit politischer RĂŒckendeckung auf höchster Ebene der israelischen Regierung die Gelegenheit ergriffen", die Gewalt gegen PalĂ€stinenser zu eskalieren. Das UN-Hochkommissariat fĂŒr Menschenrechte spricht von tĂ€tlichen Angriffen auf PalĂ€stinenser, von BrandanschlĂ€gen auf ihr Eigentum und ihre Ernten sowie davon, dass Siedler PalĂ€stinenser dazu gezwungen hĂ€tten, ihre HĂ€user und ihr Land zu verlassen. Seit dem 7. Oktober sei kein Siedler im Zusammenhang mit Siedlergewalt angeklagt worden, bemĂ€ngelte das UN-Nebenorgan. Die israelische Armee (IDF) hatte in der Nacht zu Mittwoch mit einem gröĂeren Einsatz im besetzten Westjordanland begonnen. Nach MilitĂ€rangaben werden die EinsĂ€tze vor allem in den StĂ€dten Dschenin und Tulkarem durchgefĂŒhrt. PalĂ€stinensischen Angaben zufolge wurden dabei zehn Menschen getötet. Der arabische Sender Al Jazeera sprach vom gröĂten derartigen MilitĂ€reinsatz Israels im Norden des Westjordanlands seit ĂŒber 20 Jahren.


