UN: FörderplÀne widersprechen 1,5 Grad-Ziel
08.11.2023 - 06:24:49Die weltweit geplanten Fördermengen an Kohle, Ăl und Gas ĂŒbersteigen weiterhin deutlich das fĂŒr eine EindĂ€mmung des Klimawandels zulĂ€ssige MaĂ.
Die von Staaten geplante Produktion fĂŒr 2030 betrage mehr als das Doppelte (110 Prozent mehr) dessen, was mit dem im Pariser Klimaabkommen vereinbarten Ziel der Begrenzung der ErderwĂ€rmung auf 1,5 Grad Celsius vereinbar wĂ€re, heiĂt es in einem Bericht des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) und fĂŒhrender Forschungsinstitute. Weltweit werde noch bis 2030 immer mehr Kohle produziert. Die Fördermengen von Ăl und Gas sollen noch bis mindestens 2050 weiter ansteigen. Am 30. November beginnt die UN-Weltklimakonferenz in Dubai.
Kritik der UNEP-Direktorin
«Die PlÀne der Regierungen, die Produktion fossiler Brennstoffe auszuweiten, untergraben die Energiewende, die notwendig ist, um Netto-Null-Emissionen zu erreichen, schaffen wirtschaftliche Risiken und stellen die Zukunft der Menschheit infrage», kritisierte UNEP-Direktorin Inger Andersen. Ein Vertreter des Climate Action Network, in dem mehr als 1900 Klimaschutz-Organisationen in etwa 130 Staaten zusammengeschlossen sind, sprach in einer Reaktion von «eklatanter Heuchelei» von Staaten, die sich als Klimavorreiter darstellten, aber die Krise zugleich selbst verstÀrkten.
Im Klimaabkommen von Paris 2015 haben sich Staaten weltweit dazu verpflichtet, die ErderwĂ€rmung möglichst auf 1,5 Grad Celsius ĂŒber dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen. DafĂŒr darf nur noch eine begrenzte Menge klimaschĂ€dlicher Treibhausgase wie Kohlendioxid (CO2) in der ErdatmosphĂ€re landen. Diese werden zum gröĂten Teil bei der Verbrennung der Brennstoffe Ăl, Erdgas und Kohle freigesetzt.
Ergebnisse des Berichts
Der Bericht zeigt auf, dass keiner von 20 analysierten Staaten - darunter Deutschland -, die insgesamt einen GroĂteil von Kohle, Ăl und Erdgas fördern und konsumieren, sich vollends zu einer BeschrĂ€nkung der Produktionsmengen auf den fĂŒr das 1,5-Grad-Ziel nötigen Umfang verpflichtet habe. Viele LĂ€nder setzten auf Gas als BrĂŒckentechnologie, ohne konkrete PlĂ€ne fĂŒr den Ausstieg zu haben. Technologien zur Speicherung oder Entfernung von CO2 aus der Luft seien zu unsicher, um sich auf ihren Einsatz zu verlassen.
Deutschland, das den Angaben nach weltweit der zweitgröĂte Produzent von Braunkohle und zwölftgröĂte Produzent von Kohle insgesamt ist, habe bei seinem Kohleausstieg zwar keine Ziele zur Verringerung der Förderung festgelegt, heiĂt es. Es sei aber davon auszugehen, dass sich der Ausstieg aus dem Kohlestrom bis spĂ€testens 2038 und der von der Regierung angestrebte Anteil von 80 Prozent erneuerbarer Energien bis 2030 entsprechend auswirke. Die SchlieĂung von LiefervertrĂ€gen fĂŒr Gas und der Bau von LNG-Terminals fördere dagegen indirekt die internationale Gasproduktion, weil sie langfristige Nachfrage signalisierten.





